Schwere Angriffe auf Kiew

Russland greift Ukraine erneut massiv mit Raketen an

Samstag, 31. Dezember 2022 | 21:26 Uhr

Bei neuen russischen Raketenangriffen auf die Ukraine kurz vor Neujahr hat es nach Behördenangaben Tote und Verletzte gegeben. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte am Samstag in Kiew mit, in der Hauptstadt sei ein älterer Mann getötet, 16 Menschen seien verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch ein Journalist aus Japan. Auch aus dem Gebiet Saporischschja wurde über einen Toten berichtet.

Nach den Worten des Oberkommandierenden Walerij Saluschnyj gab es insgesamt 20 Raketenangriffe im Land, von denen zwölf abgefangen wurden, davon allein sechs in Kiew. Der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, veröffentlichte im Nachrichtendienst Telegram ein Foto und Video von einem teils zerstörten Hotel in der ukrainischen Hauptstadt, das auch von Journalisten genutzt wird.

Es handle sich um einen Angriff von Mördern und Terroristen, sagte er. Es mache den Russen Freude am Festtagstisch, ein zerstörtes Hotel im Herzen Kiews zu sehen. Infolge der Einschläge wurden auch im Kulturpalast “Palast Ukraine” die Scheiben zerstört, wie er mitteilte. Normalerweise seien dort Frauen mit ihren Kindern. Es sei ein Glück, dass niemand dort gewesen sei zur Zeit des Angriffs.

Im westukrainischen Gebiet Chmelnyzkyj war von vier Verletzten die Rede und in Mykolajiw von zwei Verletzten. Erst am Donnerstag hatte Russland die Ukraine mit Drohnen- und Raketenangriffen überzogen. Erneut gab es nun auch am letzten Tag des Jahres überall Luftalarm. Die Behörden riefen die Menschen auf, Schutz in Bunkern zu suchen.

Ukrainische Artillerie griff am Samstag russische Stellungen im Osten der Ukraine an. Dabei sei das Dorf Perwomajskoje in der Region Luhansk im Donbass mindesten zweimal Ziel von Beschuss aus dem amerikanischen Himars-Mehrfachraketenwerfer geworden, meldete die russische Agentur Tass unter Berufung auf örtliche Behörden. Über eventuelle Opfer oder Schäden wurden keine Angaben gemacht.

Ukrainische Medien berichteten unterdessen von Explosionen in der Nähe des Flughafens Dschankoj auf der von Russland besetzten Krim. Dabei wurden Mitteilungen aus sozialen Netzwerken zitiert, nach denen die Detonationen möglicherweise auf den Einsatz von Flugabwehrraketen zurückzuführen seien.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde in mehreren Gebiete der Strom abgeschaltet, um Schäden bei Treffern der Energieversorgung zu verringern. Britische Militärexperten hatten bereits am Samstagmorgen vor neuen Luftschlägen auf die ukrainische Infrastruktur zur Jahreswende gewarnt. Laut dem täglichen Geheimdienst-Update aus London erfolgten die Schläge bisher in Abständen von sieben bis zehn Tagen.

“Russland wird dieses Muster beinahe sicher fortsetzen, um die ukrainische Luftverteidigung zu überfordern”, so die Mitteilung. Aber es gebe “eine realistische Möglichkeit”, dass Russland in den kommenden Tagen zusätzlich noch einmal zuschlage, “um die Moral der ukrainischen Bevölkerung über die Neujahrsperiode zu brechen”, hieß es weiter.

Seit Mitte Oktober hat Russland in nunmehr elf Großangriffen vor allem Objekte des ukrainischen Energiesystems angegriffen. Wegen der massiven Zerstörungen der Infrastruktur gibt es vielerorts Stromausfälle, von denen Millionen Menschen betroffen sind. Die ukrainische Regierung wirft Russland “Terror” vor – mit dem Ziel, das Land in Dunkelheit und Kälte zu stürzen. Kiew beschuldigt Kremlchef Wladimir Putin, die Menschen so in die Flucht treiben zu wollen, um die Lage in der EU durch Masseneinwanderung zu destabilisieren.

Russland und die Ukraine haben unterdessen mehr als 200 Kriegsgefangene ausgetauscht. Russland habe 140 Personen an die Ukraine übergeben, teilte der ukrainische Stabschef Andrij Jermak mit. Es handle sich um 132 Männer und acht Frauen. Einige von ihnen seien in Mariupol oder auf der Schlangeninsel im Einsatz gewesen. Das russische Verteidigungsministerium hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass die Ukraine 82 russische Soldaten freigelassen habe.

Von: APA/dpa

Kommentare

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22 Kommentare auf "Russland greift Ukraine erneut massiv mit Raketen an"


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Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Wie lange schaut die Nato hier noch zu???
Dieser Teroristenstaat Russland wird samt China bluten.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 3 Tage

Die Nato wurde bisher nicht angegriffen, kann sich also auch nicht verteidigen.

magari
magari
Superredner
1 Monat 3 Tage

@Pasta Madre: Wenn die Nato in einen militärischen Konflikt mit Russland und China einsteigt haben wir den dritten Weltkrieg. Niemand will eine weitere Eskalationsstufe.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 3 Tage

Würde die Nato eingreifen, da selbst nicht angegriffen worden, wäre das ein Angriffskrieg genau wie Putin ihn führt.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 3 Tage

@magari Und es würde Putin für seine Propaganda in die Hände spielen weil die Nato dann auch unrechtmäßig vor ginge.

sophie
sophie
Kinig
1 Monat 3 Tage

Nachdenken, bevor man schreibt, Der Weltkrieg also nur mehr Atom, ist das Ende der gesamten Menschheit samt Erdkugel….

Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
1 Monat 3 Tage

@magari, der wird nicht ausbleiben wenn das so weitergeht, bzw. wieviel konflikte gibt es in unserer Umgebung von Europa, Asien und Balkan.
Wenn Die Ukraine es schaffen würde, die Russen von ihrem Land zu vertreiben, was glaubst du wie Putin reagiert???

Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
1 Monat 3 Tage

@sophie
was glaubst du wer das nicht weis????

Nordkorea bewaffnet sich nur mit Atom.

Und sie dir mal das Riesengrenzgebiet von Russland an.
Die einzige Rettung für den Westen wird China sein, und da stellt sich die Taiwan Frage, und die Uiguren😢😢😢

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 3 Tage

@DontBe Eine Atombombe ist nicht nur eine große Bombe. Es sind die Langzeitwirkungen, die einem zu denken geben sollten.
Ja, eine Bombe in einer bewohnten Stadt wäre katastrophal, vor allem, da auch die Infrastruktur um diese Stadt zusammenbrechen würde. Das Ende wäre sie nicht. Das heißt aber noch lange nicht, dass man es herausfordern muss.

Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
1 Monat 2 Tage

@Neumi die Nato steckt seid dem ersten Tag mitten drin.

Was hatte sie on der Ukraine zu suchen?

Wieso liefert sie Waffen?
Also denk nach.

Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
1 Monat 2 Tage

@Neumi da brauchen wir nicht denken

Apollon
Apollon
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Sie wissen schon was das bedeuten würde? Ein offizieller Eintritt der Nato in diesen Konflikt bedeutet den 3. Weltkrieg und das wäre das ENDE.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 2 Tage
@Pasta Madre Sie sind nicht in der Ukraine. Die Ukraine hat damit geliebäugelt, Nato-Mitglied zu werden, aber noch ist die Nato nicht in der Ukraine. Mir scheint eher, du solltest deinen Rat selbst beherzigen. Denk mal GENAU nach, nicht nur so oberflächlich. Wurde ein Natomitglied angegriffen? Ja oder nein? Sind Menschen im Auftrag der Nato in den Krieg gezogen? Ja oder nein? Was hier passiert, ist eine rechtliche Grauzone. Selbiges haben wir schon in Korea, Vietnam, Afghanistan gesehen. Waffenlieferungen sind ok (siehe Vietnam). Wichtig ist, dass russische (früher UdSSR) Soldaten und Nato-Soldaten nicht aufeinandertreffen. So lange das nicht passiert, gibt’s… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 2 Tage

@Pasta Madre Kannst du dich noch an Kuba erinnern?
Kennedy’s No.1 hat den Aufklärungspiloten einen Auftrag gegeben: “Werden Sie nicht abgeschossen. Triebwerksausfälle oder Vogelschlag sind ok, das ist natürlich schlimm, aber es passiert. Nur dürfen Sie nicht abgeschossen werden Denn dann müsste der Präsident für den Schutz seiner Piloten sorgen und das hieße Bombardement mit dem Risiko, dass Atomwaffen eingesetzt werden.”

Die Piloten sind dann im Anschluss durch einen Schwarm Sperlinge geflogen, welche die Tragflächen durchköchert haben.

oli.
oli.
Kinig
1 Monat 3 Tage
Die NATO und EU ist seit der ersten Lieferung mitten drin im Krieg. Warum gibt man nicht die Waffen was gebraucht wird , um viele Menschenleben und Schaden zu beenden ? Immer nur etwas mehr , da wird der Krieg nur in die Länge gezogen. Da ein Land ein anderes Land in Europa angegriffen hat (will in die EU und Nato) , kann die NATO auch mit voller Härte den Russen aus der Ukraine vertreiben. Geisteskranke Präsidenten muss man stoppen , die Gefahr das Belarus von Norden mit den Russen eingreift ist gross. Einige unsere männlichen Bekannten wurden an der… Weiterlesen »
Blitz
Blitz
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Moment, es ist 2023, also den Ball immer schön, flach halten.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 2 Tage

@Hundeseele: ganz schön gewagt die Aussage, dass Deutschland immer noch von Amerika (nehme an, es waren die USA gemeint) diktiert wird. Für eine solche Versklavung geht es uns recht gut. Hätte mir die Auswirkungen von Unterdrückung bzw. Diktaten zumindest anders vorgestellt. Das Misstrauen scheint jedenfalls tief zu sitzen. Die meisten Ukrainer werden das wohl anders sehen und sich eine bessere Zukunft erwarten als unter Putin!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 2 Tage

@Mikeman: dann bin ich gerne bekennender Hinterwäldler!

pfaelzerwald
1 Monat 3 Tage

Das waren doch “Neujahrsgrüsse” aus dem Kreml.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 3 Tage

…Putin hat halt a paar Silvesterböller spendiert…
🤪

Zussra
Zussra
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Wennas enkra Aktien in die Rüstungsindustrie investiert, bikemmpas satte Gewinne!

Tratscher
1 Monat 2 Tage

bringt man einen mensch um wird man eingesperrt ,
tötet man 1000 bekommt man eine medaglie !
leider ist es so!!

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