Russland setzt Angriffe in der Ostukraine fort

Russland nimmt Langstrecken-Waffen in der Ukraine ins Visier

Montag, 18. Juli 2022 | 13:59 Uhr

Russland konzentriert sich in der Ukraine nach eigenen Angaben auf die Zerstörung von Langstrecken- und Artilleriewaffen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe Kommandanten befohlen, dies zu ihrer Priorität zu machen, teilte sein Ministerium am Montag mit. Die Ukraine hatte zuvor berichtet, seit kurzem aus dem Westen gelieferte Waffen für erfolgreiche Angriffe auf russische Nachschublinien einzusetzen.

Das Moskauer Verteidigungsministerium warf der ukrainischen Armee dagegen vor, Wohngebiete in russisch kontrollierten Donbass-Gebieten anzugreifen. Großbritannien teilte mit, laut Geheimdienstinformationen verstärke Russland mit Söldnern der Gruppe Wagner seine Truppen an der Front.

Schoigu inspizierte seinem Ministerium zufolge die in der Ukraine kämpfende Wostok-Gruppe. Er habe dem Kommandanten aufgetragen, “den Langstrecken- und Artilleriewaffen des Feindes Priorität einzuräumen”. Erst am Samstag hatte Schoigu demnach eine Verstärkung der Militäroperationen angeordnet. Damit sollten Raketen- und Artillerieeinsätze auf zivile Ziele im Donbass verhindert werden. Das Ministerium warf der Ukraine auch vor, absichtlich Weizenfelder und Getreidesilos in Brand zu setzen.

Seit der russischen Invasion am 24. Februar haben die USA und ihre Verbündeten der Ukraine Militärgüter im Milliardenwert geliefert. Dazu gehören auch Langstreckenwaffen, die nach Angaben aus Kiew im Kampf ihre Wirkung zu entfalten beginnen. So sollen ukrainische Truppen erfolgreich rund 30 russische Logistikzentren und Munitionslager attackiert und dabei kürzlich aus dem Westen erhaltene Mehrfachraketenwerfer eingesetzt haben. Informationen zum Kampfgeschehen beider Seiten können unabhängig nicht bestätigt werden.

Das britische Verteidigungsministerium teilte unter Verweis auf Geheimdienst-Erkenntnisse mit, die Söldnergruppe Wagner senke ihre Rekrutierungsstandards und stelle auch verurteilte Straftäter sowie bisher für den Einsatz gesperrte Personen ein. Dies könne potenziell Auswirkungen auf die Schlagkraft des russischen Militärs haben. Russland spricht bei seinem Vorgehen in der Ukraine von einer Spezialoperation mit dem Ziel, militärische Kapazitäten in der Ukraine zu zerstören sowie gegen als gefährlich eingestufte Nationalisten vorzugehen. Die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten sehen darin einen Vorwand für einen Angriffskrieg.

Nach jüngsten Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Russland bisher mehr als 3000 Marschflugkörper eingesetzt. Hinzu kämen zahllose Angriffe auch mit Artillerie. Vor allem im Donbass erzielen die russischen Truppen Geländegewinne.

Im Gebiet Donezk sei eine Gruppierung ausländischer Söldner angegriffen worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Montag. Es seien bis zu 250 Kämpfer getötet worden. Unabhängig überprüfen lässt sich die Zahl nicht. Die ukrainische Seite berichtete, dass auf dem von ihr kontrollierten Teil von Donezk am Vortag zwei Zivilisten getötet worden seien. Zehn weitere seien verletzt worden, sagte der Militärgouverneur des Gebiets, Pawlo Kyrylenko.

In der Stadt Torezk in der ostukrainischen Region Donezk sind nach Angaben des staatlichen Notfalldienstes sechs Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Fünf Leichen seien aus den Trümmern eines zweistöckigen Hauses geborgen worden, teilt der Dienst auf Facebook mit. Ein weiterer Mensch sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Russland hat wiederholt erklärt, bei dem von ihm so bezeichneten militärischen Sondereinsatz würden keine Zivilisten vorsätzlich angegriffen.

Der ukrainische Generalstab berichtete, in mehreren Orten der Region Donezk seien russische Angriffe zurückgeschlagen worden. Kampfhandlungen gebe es aktuell nahe Horliwka zwischen den Städten Luhansk und Donezk. In der umkämpften Stadt Mykolaiw im Süden der Ukraine hat es nach ukrainischen Angaben in der Nacht mindestens zehn Explosionen gegeben. Informationen über Opfer lägen zunächst nicht vor.

Internationale Finanzhilfen an die Ukraine müssen nach Angaben aus dem Umfeld des Präsidialamts in Kiew in den kommenden Monaten erhöht werden, um eine Krise zu vermeiden. Ansonsten könne die Finanzstabilität des Landes während des Kriegs mit Russland nicht gewährleistet werden, sagt Tymofyj Mylowanow, ein Berater des Präsidialamtes, einem ukrainischen Fernsehsender. Ohne Ausgabenkürzungen sowie erhöhte Hilfen seiner Verbündeten dauere es bis zu einer Finanzkrise nur noch ein oder zwei Monate.

Von: APA/Reuters/dpa

Kommentare

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15 Kommentare auf "Russland nimmt Langstrecken-Waffen in der Ukraine ins Visier"


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Sigo70
Sigo70
Superredner
20 Tage 22 h

“britischer Geheimdienste” “Verteidigungsministerium in London” wieso kommen diese Informationen nicht von der Ukraine und woher nimmt London diese Informationen?

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
20 Tage 20 h

sigo….
Bist du so naiv wie du tust!
Wird wohl jeder Staat seine EIGENE Informanten in der Ukraine haben auch Italien.

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
20 Tage 20 h

Ganz einfach, die Briten sind dazu in der Lage. Mit Top ausgebildeten Leuten, guter Technik usw können neutrale Aussagen gemacht machen.

Offline1
Offline1
Kinig
20 Tage 15 h

@Sigo70….🙈 vielleicht 007 James Bond😉

Grünschnabel
20 Tage 15 h

@Sigo
Daher wo kein Licht scheint!

Frank
Frank
Universalgelehrter
20 Tage 11 h
Die Informationen werden sie von “gut unterrichteten Kreisen” bekommen. Vielleicht von der wegen ihrer Lügen und Erfindungen im Juni vom ukrainischen Parlament abgesetzten Menschenrechtsbeauftragten Denissowa, die ja mit den, als zumindest übertriebenen, zum großen Teil auch erfundenen Berichten über angebliche Vergewaltigungen von Kindern u.A. auch vor dem Parlament in Rom um Waffenlieferungen gebettelt hat. Und nein, das ist keine Kreml Propaganda, wurde nur nicht von allen Medien breitgetragen, selbst die ARD berichtete darüber nur in der Tagesschau Online Präsenz: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ukraine-denisowa-101.html Ob der Brisanz des Themas wohl kein Zufall, jeder erinnert sich noch an die Chemiewaffenlüge von Herrn Powell oder die… Weiterlesen »
Philingus
Philingus
Superredner
20 Tage 11 h

@botchan Grottenschlecht. Sie können es einfach nicht ab, wenn ihr Diktatur-Traumland Russland entlarvt wird. Also: Russland gibt’s – bleiben sie dort und lassen den anderen Menschen auf der Erde ihre eigene Vorstellungen von Leben. Vielleicht können sie vor Ort dem Tyrannen dann mal persönlich sagen, dass sein Krieg doof ist.

Philingus
Philingus
Superredner
20 Tage 11 h

@botchan Bei ihnen

Grünschnabel
20 Tage 9 h

@Philingus
Könnte auch von dir kommen, die Information. Bei dir im Oberstübl ist es nämlich auch zappenduster und ein Licht wird dir wohl auch in Zukunft nicht aufgehen!

Grünschnabel
20 Tage 9 h

@Offline
Da auf der Insel agiert wohl schon seit langer Zeit nur mehr Agent 000… 🙂
Holla, jetzt habe ich den richtigen Spitznamen für Philingus gefunden!

TirolerSued
TirolerSued
Tratscher
20 Tage 9 h

@meinungs.freiheit eben, sowie sie aus der EU ausgetreten sind. können sie selbst denken und walten

Philingus
Philingus
Superredner
19 Tage 18 h

Immer schön, wenn sie ihre neofaschistischen Aussonderungen unters Volk streuen wollen und sich dabei der Lächerlichkeit diktatorischer Hörigkeit preisgeben. Wenn wollen sie denn eigentlich wirklich treffen? Mich? Kommen sie einfach nicht ran, aber wen sonst? Alle Menschen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen und nicht wie sie, andere Menschen in Kremls Auftrag knechten und vernichten wollen? Na los! Wo ist ihre persönliche Kritik an ihres Führers Putin Schandtaten? Wo? Und sie erdreisten sich andere zu kritisieren … Freigheit pur!

Grünschnabel
19 Tage 13 h

@Philingus
Da hab ich wohl voll ins Schwarze getroffen! 🙂

Philingus
Philingus
Superredner
20 Tage 23 h

In der Wagner-Gruppe sind ausschließlich Strafttäter und ihr Bandenchef sitzt in Moskau. Der andere Rauschebart ist nur sein billiger Handlanger. Unterscheidungen zu treffen ist unnötig.

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
20 Tage 20 h

Klar wird Russland das versuchen, ob das gelingt ist eine andere Sache.
Hoffe die Ukraine bekommt weitere militärische Unterstützung sonst wird sie tatsächlich noch “vernichtet”.

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