Derzeit herrscht Eiszeit zwischen den USA und Russland

Russland “offen” für Gipfel Trump-Putin

Mittwoch, 28. März 2018 | 15:02 Uhr

Russland ist auch nach den harten westlichen Strafmaßnahmen in der Giftaffäre zu einem Gipfeltreffen mit den USA bereit. Der russische Präsident Wladimir Putin “ist weiter offen” für einen Gipfel mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump, teilte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am heutigen Mittwoch in Moskau mit. Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) verwies indes auf die Rolle Wiens als Ort des Dialogs.

Putin und Trump hätten in der vergangenen Woche über Möglichkeit eines Gipfeltreffens gesprochen, sagte Peskow. Ob es dazu komme, “hängt von der amerikanischen Seite ab, aber die russische Seite ist weiterhin offen” für einen USA-Russland-Gipfel. Als möglicher Gipfelort gilt auch Wien. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat bereits vor der Nationalratswahl gesagt, er wolle Trump und Putin “aktiv anbieten, in einem Gipfeltreffen die großen Herausforderungen der int. Politik im neutralen Österreich zu besprechen”.

Die russische Regierung hatte zunächst scharf auf die konzertierte Aktion zur Ausweisung von über 140 Diplomaten aus zwei Dutzend westlichen Staaten, darunter 18 EU-Mitglieder, reagiert. Damit werde “das Wenige zerstört, das von den russisch-amerikanischen Beziehungen übrig ist”, sagte der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow. Außenminister Sergej Lawrow, die Aktion sei das Ergebnis “kolossaler Erpressung” und “kolossalen Drucks” durch Washington. Grund für die Aktion ist der Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia am 4. März im südenglischen Salisbury, hinter dem Moskau vermutet wird.

Am heutigen Mittwoch schloss sich auch die Balkanrepublik Montenegro der Aktion an und verwies einen russischen Diplomaten des Landes. Nicht in Stein gemeißelt schien die Position der Slowakei, die bisher keine Diplomaten ausgewiesen hat. “Unsere weiteren Schritte hängen davon ab, wie die Russische Föderation in den nächsten Tagen reagiert”, sagte Außenminister Miroslav Lajcak, nachdem Staatspräsident Andrej Kiska die Regierung aufgefordert hatte, sich den meisten EU- und NATO-Staaten anzuschließen.

Österreich hat sich der westlichen Strafaktion demonstrativ nicht angeschlossen, weil es die “Gesprächskanäle” zu Moskau offen halten wolle. In einem Gespräch mit dem britischen Radiosender BBC verteidigte Kneissl diese Entscheidung und verwies auf die in Wien ansässigen internationalen Organisationen. “Es ist unsere Tradition, Menschen zusammenzuführen, insbesondere in schwierigen Situationen”, betonte sie.

Gegenüber der APA dementierte Kneissl am Mittwoch auch, dass die Entscheidung der österreichischen Bundesregierung, keine russischen Diplomaten auszuweisen, nichts mit eventuellen Ängsten vor russischen Gegenmaßnahmen zu tun habe. “Bei den Überlegungen des Außenministeriums und in der Absprache mit dem Bundeskanzler ist das nie ins Gewicht gefallen”, sagte sie.

Von: apa