Es ist die bisher höchste von Russland selbst genannte Zahl an Toten

Russland räumt Dutzende Tote nach ukrainischem Angriff ein

Montag, 02. Januar 2023 | 21:31 Uhr

Die Ukraine hat mit einem Luftangriff Dutzende russische Soldaten in einer Unterkunft im von Russland besetzten Donbass getötet. Das bestätigte das russische Verteidigungsministerium am Montag und sprach von 63 Toten. Das ukrainische Militär meldete sogar 400 Tote und 300 Verletzte. Russland nahm seinerseits erneut die Ukraine mit Drohnen unter Feuer. Russland will nach Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Drohnen-Angriffen die Ukraine “auslaugen”.

Die Ukraine habe Informationen, wonach Russland die Attacken mit iranischen Drohnen plane, sagte Selenskyj in seiner nächtlichen Videobotschaft am Montagabend. Russland setze darauf, die ukrainische Bevölkerung, die Luftabwehr und die Energie-Infrastruktur zu erschöpfen. Die Ukraine müsse alles dafür tun, dass Russland sein Ziel nicht erreiche.

Dass Moskau zuvor die vielen getöteten Soldaten nach dem ukrainischen Angriff auf den Ort Makijiwka (russisch: Makejewka) im Donbass bestätigt hatte, war sehr ungewöhnlich. Es handelte sich um die höchste von Russland selbst genannte Zahl von Toten an einem Ort in dem seit Februar währenden Angriffskrieg. Die Zahl wird dennoch von vielen für zu niedrig gehalten.

Die Ukraine hatte in der Neujahrsnacht mit Raketen angegriffen. Bei den Getöteten soll es sich Medienberichten zufolge um Reservisten handeln, die im Zuge der von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Teilmobilmachung einberufen wurden. Sie sollen sich zu einer Neujahrsfeier in dem Gebäude versammelt haben. Zu sehen waren in den sozialen Netzwerken Bilder und ein Video von den Überresten eines völlig eingestürzten Gebäudes. Unter den Trümmern wurden weitere Tote und Verletzte vermutet.

Das ukrainische Militär soll wegen der hohen Aktivität von Datenverkehr mit Mobiltelefonen auf den Standort aufmerksam geworden sein. Unbestätigten Berichten zufolge soll sich das Gebäude neben einem Munitionsdepot befunden haben, weshalb es zur verheerenden Explosionen gekommen sei.

Russische Militärblogger reagierten wütend auf die Nachricht. Verbunden damit war der Vorwurf, dass vor Ort in unmittelbarer Nähe der Unterkünfte auch große Mengen Munition gelagert worden seien. Igor Girkin, ein prominenter ehemaliger Befehlshaber von pro-russischen Truppen in der Ukraine, schrieb zudem von Militärausrüstung, die dort ohne Tarnung gelagert worden sei. “Wer kam auf die Idee, viel Personal in einem Gebäude unterzubringen, wenn selbst einem Idioten klar ist, dass es bei einem Artillerietreffer viele Tote oder Verwundete geben würde?”, schrieb der Blogger Archangel Spetznaz Z, der mehr als 700.000 Follower auf Telegram hat. “Jeder Fehler hat einen Namen.”

Russland setzte unterdessen die dritte Nacht in Folge seine Luftangriffe auf ukrainische Städte fort. Die Regierung in Kiew erklärte, dabei seien alle 39 Drohnen aus iranischer Herstellung abgeschossen worden, die auf die Hauptstadt sowie weitere Städte abgefeuert worden sein. Ukrainische Behörden werteten die von ihnen aufgeführten Erfolge als Zeichen dafür, dass die russische Strategie der Angriffe auf die Energie-Infrastruktur wegen der verbesserten Luftabwehr zunehmend versage. Die Angriffsserie über drei Nächte hinweg deutete auf eine neue russische Taktik hin: Bisher waren größere Angriffe im Abstand von etwa einer Woche ausgeführt worden.

Am Montag berichtete der Gouverneur der russischen Region Brjansk seinerseits von einem ukrainischen Drohnenangriff. Danach sei der Strom ausgefallen, erklärte Alexander Bogomas auf Telegram. Zwölf Stunden später ergänzte er, der Schaden sei vollständig behoben. Auch diese Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Die russischen Streitkräfte hatten in der Ukraine in der zweiten Jahreshälfte 2022 mehrere Niederlagen erlitten. Sie verloren dabei mehr als die Hälfte des Gebietes, das sie seit dem Beginn der Invasion im Februar eingenommen hatte. In den vergangenen Wochen haben sich die Frontlinien den vorliegenden Informationen zufolge dagegen nur vergleichsweise wenig verändert. Tausende Soldaten sollen bei schweren Kämpfen gestorben sein.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg sagte unterdessen der BBC, die NATO müsse sich darauf einstellen, die Ukraine langfristig zu unterstützen. Russland habe neue Kräfte mobilisiert. “Das weist darauf hin, dass sie bereit sind, den Krieg fortzusetzen und möglicherweise versuchen, eine neue Offensive zu starten”, sagte Stoltenberg. Die Instandhaltung der an die Ukraine gelieferten Waffensysteme sei mindestens so wichtig wie die Debatte über weitere Waffen. “Wir brauchen eine enorme Menge an Munition. Wir brauchen Ersatzteile.”

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekräftigte die langfristige Unterstützung der Europäischen Union für die Ukraine. In einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe sie “dem ukrainischen Volk meine uneingeschränkte Unterstützung und meine besten Wünsche für 2023 übermittelt”, schrieb die deutsche Politikerin auf Twitter. Die Auszahlung der für 2023 vorgesehenen 18 Mrd. Euro werde bald beginnen.

Von: APA/Reuters/dpa

Kommentare

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13 Kommentare auf "Russland räumt Dutzende Tote nach ukrainischem Angriff ein"


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Calimero
Calimero
Universalgelehrter
1 Monat 7 h

Zitat Niccolò Machiavelli ( Philosoph, Politiker, Diplomat 1469-1527 )

„ Nicht wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. „

Faktenchecker
1 Monat 6 h

Heißt für Dich Du Putintroll?

Hustinettenbaer
1 Monat 4 h

@Calimero
Ukrainer (und ihre Verbündeten) kennen aber auch das Machiavelli-Zitat:
“Nationen, die man unterworfen hat, muss man entweder glücklich machen oder vernichten.”
Putin will also glücklich machen 😵‍💫?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 h

@Faktenchecker Jede zweite Ausage von dir ist ne bodenlose Unterstellung und nichts anderes! Damit sollte man vorsichtig sein!

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 4 h

@calimero…auch bei Dir hat das neue Jahr leider noch zu KEINEM Umdenken geführt. Wer, außer dem Mörder Putin, hat GENÖTIGT ???

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
1 Monat 3 h

Calimero
Stimmt, du hast recht,
Putin hat die Ukraine genötigt, zu den Waffen zu greifen.

S.d.s.S.
S.d.s.S.
Grünschnabel
30 Tage 23 h

@N. G. hemm hosch recht, ober du bisch holt a lei dr gleiche

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
30 Tage 20 h

jede Aussage von Dir ist blödsinnig.

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 2 h

… 63 von russischer Seite bestätigt… zugeben wird man auf der eigenen Seite immer weniger Tote als tatsächlich … demzufolge sind es mindestens doppelt soviele Tote (vielleicht sind die anderen aber nichtrussische Söldner), Tschetschenen, Syrier,… usw…

magari
magari
Superredner
1 Monat 43 Min

Auch Tschetschen sind Russen, weil russische Staatsbürgerschaft …

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 2 h

…ist den Russen egal, wie viel Sodaten sie verlieren…haben noch genügend Kanonenfutter, das aus jenseits des Ural herangezogen wird…
😆

magari
magari
Superredner
1 Monat 43 Min

In Russland zählt ein Menschenleben nichts.

fingerzeig
fingerzeig
Tratscher
30 Tage 22 h

mol schaugn, ob sich de kriegs-trolle do herin nu *freuen* wenn die eignen buabm u enkl an die front miasn… (gott bewahre)

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