Putin will neue Raketen entwickeln

Russland setzt INF-Abrüstungsvertrag nach US-Ausstieg aus

Samstag, 02. Februar 2019 | 14:09 Uhr

Nach den USA steigt auch Russland aus dem INF-Abrüstungsvertrag aus. Russlands Präsident Wladimir Putin zeigte am Samstag keinerlei Bereitschaft zum Einlenken und kündigte vielmehr an, den Vertrag zum Verzicht auf atomare Mittelstrecken aus dem Jahr 1987 ebenfalls auszusetzen. Russland werde auch keinen Vorstoß für weitere Abrüstungsgespräche mit den USA unternehmen.

“Unsere amerikanischen Partner haben angekündigt, ihre Teilnahme an dem Abkommen auszusetzen und wir setzen unsere Teilnahme auch aus”, sagte Putin bei einem vom Fernsehen übertragenen Treffen mit Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Sein Land werde zudem mit neuen Abrüstungsinitiativen warten, “bis unsere Partner reif genug für einen gleichberechtigten, sinnvollen Dialog über dieses wichtige Thema sind”.

Putin kündigte zudem die Entwicklung neuer Mittelstreckenraketen an – als Antwort auf nach seinen Worten ähnliche Projekte der USA. Russland werde sich aber nicht auf “ein neues kostspieliges Wettrüsten” einlassen, fügte er hinzu. Es werde seine Kurz- und Mittelstreckenraketen nur dann in Europa oder anderswo stationieren, wenn die USA dies ebenfalls täten.

Der INF-Vertrag aus den Zeiten des Kalten Kriegs verbietet landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können. Washington und die NATO werfen Russland vor, mit seinem Marschflugkörper 9M729 gegen das Abkommen zu verstoßen, Moskau bestreitet dies.

Die USA hatten am Freitag den Austritt aus dem INF-Abkommen erklärt. Mit der Erklärung setzten sie ihre Bindung an den Vertrag zunächst nur vorläufig aus; es beginnt damit eine sechsmonatige Frist, an deren Ende ohne eine neue Einigung die Kündigung formell in Kraft treten würde. US-Präsident Donald Trump sprach sich gleichzeitig für ein neues Abkommen aus.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) rief zu einer weltweiten neuen Abrüstungsinitiative auf. “Abrüstung muss auf die internationale Tagesordnung”, erklärte Maas am Samstag auf Twitter. Dies gelte nicht nur für die USA und Russland, sondern auch für Länder wie China. Es seien viele neue Waffensysteme entwickelt worden, “für die es fast keine internationalen Regeln gibt”. Der Minister kündigte für März eine Konferenz über Rüstungskontrolle in Berlin an, “bei der die neuen Waffensysteme besonders im Fokus” stünden.

Die chinesische Führung rief die USA und Russland dazu auf, ihren Streit um den INF-Vertrag zum Verzicht auf atomare Mittelstreckenwaffen zu überwinden. “Die chinesischen Seite lehnt den US-Rückzug ab und drängt die Vereinigten Staaten und Russland, ihre Differenzen durch einen konstruktiven Dialog beizulegen”, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Geng Shuang, am Samstag in Peking. “Der einseitige US-Rückzug kann eine Serie negativer Folgen auslösen, und China wird die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten”, sagte Geng Shuang. China halte den INF-Vertrag für sehr bedeutsam, um die Spannungen zwischen den Weltmächten zu vermindern und den Frieden zu wahren, fügte er hinzu.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte sich weiter zu Verhandlungen mit Russland bereit: Es seien noch sechs Monate Zeit, um den INF-Vertrag zu retten, sagte er am Freitag dem ZDF-“heute journal”. Gleichzeitig beteuerte er, die NATO plane keine Stationierung neuer Atomwaffen in Europa. Sie habe viele andere Optionen, um auf die umstrittenen russischen Marschflugkörper 9M729 angemessen zu reagieren.

Außenminister Lawrow warf den USA am Samstag erneut vor, den INF-Vertrag seit Jahren zu verletzen. Russland habe alles getan, um das Abkommen zu retten, sagte er.

Von: APA/dpa

Kommentare

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21 Kommentare auf "Russland setzt INF-Abrüstungsvertrag nach US-Ausstieg aus"


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peaterle
peaterle
Neuling
15 Tage 23 h

Dies hat für die Sicherheit im Westen insofern (noch) keine Bedeutung solange die westlichen Ländern ihre Kriege am anderen Ende der Welt führen, sprich die Rüstungsindustrie ihre Produkte weit weg von uns absetzen können. Gibt es diese traurige Realität nicht mehr dann wird es auch für uns happig…Klingt utopisch, war und ist aber leider der Fall!

EugenioDeMaria
15 Tage 17 h

Schlimm ist aber das das größte Land mit den schlimmsten Waffen und den brutalsten Leuten an diesen Waffen gerade seid 5 Jahren Krieg mitten in Europa führt…..Nicht im gemütlichen EU- Westeuropa…so jedoch gegen ein Land mitten in GeoEuropa mit 45 Millionen Bevölkerung und das nur weil dieses Volk in sein angestammtes Europa
möchte und nicht mehr von dem von Moskau MongolAsiatischen Russland unterdrückt sein möchte..

idenk
idenk
Tratscher
15 Tage 17 h

@EugenioDeMaria

Hmmm eine Reaktion Russlands, gegenüber der Nato Erweiterung Politik, Richtung Osten?
Ein Zukünftiger Nato Verbündeter, vor Russlands Haustür 🤔nicht mit Putin!

EugenioDeMaria
15 Tage 14 h

@idenk
jedes souveräne Land hat das Recht zu entscheiden wie es seine Politik gestalten möchte..Man hat sich zu sehr daran gewöhnt das Moskau seine Nachbarn unterdrückt und ausbeutet…alle Länder die jemals mit Moskau zu tun hatten…wollen es nie mehr…seid Jahrhunderten haben alle westliche Nachbarn unter Moskau zu leiden…Problem ist für Moskau nicht das die Ukraine zurück zum Westen will…

EugenioDeMaria
15 Tage 14 h

@idenk Nein Prolem ist das es dann keinen Nutzen vom gut schaffenden Volk der Ukrainer hat…denn sein eigenes 150 Völker großes RU…ist in der gewohnten Mongolenmanier nur am saufen und rumh……… wie schon immer..darum bricht auch immer wieder Ihr System auseinanderander..Nehmt euch mal Die Zeit und schaut mal in Universitaetsliteratur…nicht RT gucken oder Kom.Pravda…Moskau ist als kleines Dorf im Sumpf zum tributpflichtigen Khanat Mas-Kwa von den Mongolen groß gemacht worden…und erst im 17.Jahrhundert von seinen Europäischen Tronbesteigern aus D und Dänemark zum Russland mutiert……

idenk
idenk
Tratscher
15 Tage 14 h

@EugenioDeMaria

Deiner Meinung☝️
zB die USA reagierte vor Jahrzehnten genau gleich, vor Sorge damals, als plötzlich vor eigner Haustür in Südamerika der Sozialismus um sich griff.
Eigene Wirtschaftliche, Militärische und Politische Intressen sind da Wohl oder Übel auch immer im Spiel 🤷🏾‍♂️

idenk
idenk
Tratscher
15 Tage 13 h

@EugenioDeMaria

Hmmm und ja der Name Russ vermutet man, kommt von den selbst Angesiedelten Normannischen Stämmen.
Zwar mehrere Hauptstädte auf Sumpfgebieten gebaut wurden, wie zB auch Berlin🤷🏾‍♂️

m69
m69
Kinig
15 Tage 13 h

https://www.suedtirolnews.it/user/eugeniodemaria/

sie koennten mal in den Geschichtsbuechern recherchieren, was beim Fall der Mauer und die Wiedervereinigung deutschlands alles so ausgemacht wurde mit den Amerikanern und vor allen den Russen!!!!

da wèrden Sie stauen was da alles drin steht, und wer sich nicht an die Abmachungen gehalten hat, eines kann ich Ihnen sagen, es waren nicht die Russen!

traktor
traktor
Universalgelehrter
16 Tage 4 Min

kaum zu glauben wie voll dieser planet von idioten auf allen seiten ist!!!

Kropfli
Kropfli
Tratscher
15 Tage 13 h

Natürlich plant die NATO keine weitere Stationierungen von atomaren Sprengköpfen in Europa. Bei 3.000 Stück kann mans dann schon mal gut sein lassen. #ichlebeimpulverfass

m69
m69
Kinig
15 Tage 13 h

https://www.suedtirolnews.it/user/kropfli/

das heisst, Du lebst in Natz Schabs? oder dort in der Umgebung?

Rechner
Rechner
Superredner
14 Tage 21 h

Da wird sich die Waffenlobby aber freuen.
Ob 5000 oder 10.000 Sprengköpfe ist wurst. es genügend 500 um die Welt zu zerstören. Aber mit den Raketen ist sicher was zu verdienen.

m69
m69
Kinig
14 Tage 19 h

Rechner@

Es verdienen beide gut, die Amis und die Russen!

Rechner
Rechner
Superredner
14 Tage 14 h

@m69 die Amis zahlen besser(-;
in Russland produziert der Staat selbst. Ist weniger lukrativ.

heinold
heinold
Grünschnabel
15 Tage 20 h

Gute Idee der USA, die NATO Grenzen nach Osten zu verschieben. . Nun sind die Kriegstreiber Polen, Balten und Ukrainer im Zielgebiet der Mittelstrecken-Raketen!

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
15 Tage 15 h

Geopolitische Veränderungen: Polen in der NATO, prowestliche Orientierung fast aller früheren westeuropäischen Blockstaaten bis hin zum NATO-Beitritt und die technische Entwicklung sind die auslösenden Faktoren. Die Hyperschallwaffen neuster Bauart lassen die Vorwarnzeiten auf wenige Minuten schrumpfen, auch begünstigt durch Nato-Mitgliedschaft der direkten Russland Anrainer. Diese Situation erfordert, dass die Weltmächte in ihren “Spielen” auf Waffengleichheit aufrüsten dürfen, damit sich ein Türchen für die in dieser Situation etwas paradox wirkende Entspannung öffnet. Schade um das ganze Geld. Man hätte wirklich andere gemeinsame Probleme auf dem Globus. 

idenk
idenk
Tratscher
15 Tage 14 h

Auf dem Punkt gebracht👍 Entspannung hin oder her🤔mal schauen wies weiter geht……
Das Wettrüsten hat längst begonnen.

Mauler
Mauler
Tratscher
15 Tage 51 Min

Letzer wia zwoa Kindergartler!
Dor oane holtet in Vertrog net ein, donn holt i in Vertrog a net ein… mimimimimimi
Geb in de zwoa polli a Knittl donn kennen se sich gegenseitig in Grind einschlogn!
Anstatt Risiko mit dor gonzen Welt zu spieln!

Kibra
Kibra
Neuling
14 Tage 21 h

die größten Kriminellen wegen den Atomwaffen sind die Politiker und das MILITÄR.

idenk
idenk
Tratscher
15 Tage 17 h

Seit nicht naiv Leute so sieht das aktuelle Atomarsenal aus🤷🏾‍♂️

https://youtu.be/JFiBXFFzT5c

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
13 Tage 14 h

Die Russen haben vor den Chinesen mehr Angst als vor den Amerikanern. Die Zaren haben den Chinesen viel Land weggenommen. Damit haben sich die Chinesen nie abgefunden. Damals war China noch ein schwaches Land. Die Volksrepublik schlägt jetzt zurück und will alles wieder zurück haben, z. B. Taiwan. 
Das neue China möchte seinen Platz an der Sonne haben, der ihm zusteht. Chinesische Wirtschaftskraft ist den Russen so haushoch überlegen, dass sie nur auf dem militärischen Gebiet derzeit noch mithalten können. 

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