Ost-Ghouta - die Hölle auf Erden

Russland setzte laut Aktivisten Brandbomben ein

Freitag, 23. März 2018 | 15:14 Uhr

Aktivisten und Rettungshelfer werfen Russland den Einsatz von Brandbomben im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghouta bei Damaskus vor. Bei einem Angriff auf den Ort Irbin seien 37 Zivilisten verbrannt, erklärte die Rettungsorganisation Weißhelme am Freitag über Twitter. Dabei seien “Napalmwaffen” abgeworfen worden. Bei den meisten Opfern handle es sich um Frauen und Kinder.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, Russlands Luftwaffe habe einen Schutzraum mit dem Brennstoff “Thermit” bombardiert. Fotos zeigten verbrannte Leichen. Die Vorwürfe ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen. Moskau ist in Syrien mit der Regierung verbündet.

Hunderte syrische Rebellenkämpfer aus Ost-Ghouta sind unterdessen mit ihren Angehörigen mit Bussen im Flüchtlingslager Maarat al-Ikhwan in der Provinz Idlib eingetroffen. Am Donnerstag hatten rund 400 Kämpfer der Islamistengruppe Ahrar al-Sham mit ihren Familien die Stadt Harasta in der Enklave verlassen.

Die Evakuierung von Harasta beruht auf einer Vereinbarung von Ahrar al-Sham mit der syrischen Regierung. Diese geht seit mehr als einem Monat mit Unterstützung der russischen Luftwaffe gegen die Rebellen in Ost-Ghouta vor. Rund 80 Prozent des Gebiets vor den Toren der Hauptstadt sind inzwischen wieder unter Kontrolle der Regierung. Nach der Räumung von Harasta bleiben nur noch zwei Gebiete um Duma und Samalka in der Hand der Rebellen.

Eine weitere syrische Rebellengruppe hat am Freitag ihren Abzug aus Ost-Ghouta zugesagt. Gemäß einer mit der Regierung von Bashar al-Assad getroffenen Vereinbarung zieht die Islamistengruppe Fajlak al-Rahman ihre Kämpfer und deren Angehörigen aus den Städten Samalka, Arbin und Ain Tarma ab, wie das Staatsfernsehen meldete.

Demnach sollen insgesamt 7.000 Menschen die Region verlassen. Fajlak al-Rahman hatte am Donnerstag angekündigt, ab Mitternacht die Waffen schweigen zu lassen, um mit Assads Verbündetem Russland über einen Abzug zu verhandeln.

Von: APA/dpa