Putin wird aktiv keine Gespräche mit den USA suchen

Russland warnt NATO-Länder im INF-Streit vor Konfrontation

Montag, 04. Februar 2019 | 12:17 Uhr

Im Streit um den wichtigen Abrüstungsvertrag für atomare Mittelstreckenwaffen warnt Russland Europa vor einer möglichen Konfrontation. Europa werde bei einer Stationierung von US-Mittelstreckenraketen zum Austragungsort des Konflikts, erklärte das russische Außenministerium am Montag. “Das Ende des Vertrages wird weitreichende Auswirkungen auf die gesamte europäische Sicherheitsarchitektur haben.”

Sollten die europäischen Partner der USA an einem Erhalt des Abkommens interessiert sein, dürften sie nicht blind dem Kurs der amerikanischen Politik folgen, hieß es weiter. Russlands Außenminister Sergej Lawrow betonte, die USA müssten die Verantwortung für das bevorstehende Ende des Vertrages übernehmen. “Erst dann sind die Türen wieder offen. Wir werden dann über alles verhandeln”, sagte der russische Chefdiplomat bei einem Besuch in Bischkek der Agentur Interfax zufolge. Er wolle aber nicht von einem neuen Kalten Krieg sprechen. “Es ist eine Zeit, in der die USA entschieden haben, das gesamte Waffenkontrollsystem zu zerstören. Das ist bedauerlich.”

Die NATO-Partner der USA hatten sich zuvor geschlossen hinter deren Entscheidung zum Ausstieg aus dem sogenannten INF-Vertrag zum Verzicht auf landgestützte atomare Mittelstreckenwaffen gestellt. Die Allianz warf Russland vor, den Vertrag zu verletzen. Moskau setzte den Vertrag daraufhin ebenfalls aus und kündigte den Bau von Hyperschall-Raketen mit mittlerer Reichweite an. Der INF-Vertrag läuft in sechs Monaten endgültig aus. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte aber bereits angekündigt, keine Gespräche mehr mit Washington aktiv zu suchen.

Von: APA/dpa

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