Aleppo braucht dringend Waffenpause

Russland wartet auf UNO-Signal für Waffenruhe in Aleppo

Dienstag, 23. August 2016 | 13:57 Uhr

Russland will die geplante 48-stündige Waffenruhe in der syrischen Großstadt Aleppo umsetzen, sobald die Hilfslieferungen der Vereinten Nationen bereit sind. Dies sei mit der syrischen Führung abgestimmt, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Anatoli Antonow am Dienstag in Moskau. Man warte auf Nachricht vom UNO-Sondergesandten Staffan de Mistura, dass die Hilfsgüter vorbereitet seien.

Russland hatte sich vergangene Woche zu regelmäßigen Feuerpausen bereit erklärt. Der Westen fordert eine rasche Umsetzung, um die Menschen in Aleppo mit dem Nötigsten zu versorgen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich unterdessen entsetzt über die Lage in Aleppo und kritisierte das Vorgehen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad und Russlands scharf. “Was sich in Aleppo zuträgt, ist grauenvoll, eine humanitäre Katastrophe”, sagte Merkel der “Passauer Neuen Presse”. “Die Hilferufe, die die wenigen verbliebenen Ärzte von dort aussenden, sind zutiefst erschütternd”, fügte sie hinzu.

Aleppo ist seit vier Jahren zwischen den Regierungstruppen im Westen und den – teils islamistischen – Rebellen im Osten geteilt. In den Vierteln unter Kontrolle der Rebellen leben rund 250.000 Menschen, in den von der Regierung gehaltenen Stadtteilen sind es etwa 1,2 Millionen. Die syrische und die russische Luftwaffe greifen immer wieder von der Opposition gehaltene Wohngebiete an.

Von: APA/dpa

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