Aleppo muss endlich zur Ruhe kommen

Russland zu wöchentlicher Feuerpause in Aleppo bereit

Donnerstag, 18. August 2016 | 19:42 Uhr

Angesichts der humanitären Krise in Aleppo hat sich Russland zu einer wöchentlichen 48-stündigen Feuerpause in der nordsyrischen Stadt bereit erklärt. Die Feuerpause solle ab kommender Woche eingehalten werden und Hilfslieferungen ermöglichen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Die Regierung in Moskau geht damit auf eine entsprechende Forderung der UNO ein.

Zuvor hatte der Syrien-Beauftragte der UNO mit einer symbolischen Protestaktion eine Unterbrechung der Kämpfe in Syrien zur Versorgung Notleidender gefordert. Nach nur acht Minuten erklärte Staffan de Mistura am Donnerstag in Genf eine Sitzung der UNO-Arbeitsgruppe für die humanitäre Hilfe in Syrien für vorzeitig beendet.

Damit werde die UNO-Forderung nach freiem Zugang für Helfer zu Hunderttausenden notleidenden Menschen in umkämpften Städten und Regionen betont, erklärte De Mistura. Die zeitweilige “Suspendierung” der Arbeitsgruppe sei mit Blick auf den Welttag der humanitären Hilfe an diesem Freitag erfolgt.

“Nicht ein einziger Hilfskonvois hat seit einem Monat eines der belagerten Gebiete erreichen können”, sagte De Mistura vor Reportern. Beratungen humanitärer Experten machten wenig Sinn, wenn es “keine Aktionen” vor Ort gebe, die Zugang zu Notleidenden ermöglichen. Die Konfliktgeber würden offenbar “nur noch kämpfen wollen”. Zugleich bekräftigte De Mistura die UNO-Forderung nach einer mindestens 48-stündigen Waffenruhe für die umkämpfte Stadt Aleppo.

Die deutsche Bundesregierung begrüßte Russlands Bereitschaft zur Feuerpause. Sie sei “ein entscheidender Schritt, um die Menschen vor Ort mit den dringend benötigten Nahrungsmitteln, medizinischer Hilfe und sauberem Wasser versorgen zu können”, ließ das Auswärtige Amt in Berlin wissen.

“Wichtig ist, dass sich auch die Unterstützer der bewaffneten Opposition dazu bekennen und die Waffenruhe mittragen”, hieß es weiter. Es dürfe nicht dazu kommen, “dass die Kampfhandlungen bis dahin weiter eskalieren und noch mehr unschuldige Menschen in Aleppo ihr Leben verlieren”. Als Unterstützer der Regierung des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad trage “Russland hier eine ganz besondere Verantwortung”.

Die einstige syrische Wirtschaftsmetropole ist geteilt zwischen Regierungstruppen auf der einen Seite und Rebellen sowie mit ihnen verbündeten Dschihadisten auf der anderen Seite. In Erwartung der entscheidenden Schlacht um Aleppo haben die Konfliktparteien weitere Kämpfer und Waffen in der Großstadt zusammengezogen. Zahlreiche Zivilisten sind in Aleppo eingekesselt.

Von: APA/dpa

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