Mohammed bin Salman gibt neue Richtung vor

Saudi-Arabiens Kronprinz spricht Israelis Recht auf Land zu

Dienstag, 03. April 2018 | 15:26 Uhr

In einem überraschenden Schritt hat der saudiarabische Kronprinz den Israelis das Recht auf ihr Land zugesprochen. Er sei der Überzeugung, dass “die Palästinenser und die Israelis das Recht auf ihr eigenes Land haben”, sagte Kronprinz Mohammed bin Salman dem US-Magazin “The Atlantic”. Notwendig sei ein Friedensabkommen zwischen den Konfliktparteien, “um Stabilität für alle zu sichern”.

In einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump betonte Salman später auch das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat. Die Palästinenser hätten ein legitimes Recht auf die Errichtung eines unabhängigen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt, zitiert die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA den Monarchen.

Bis heute unterhalten das erzkonservative sunnitische Königreich Saudi-Arabien und Israel keine diplomatischen Beziehungen. Hinter den Kulissen hat sich das Verhältnis zwischen den beiden Staaten in den vergangenen Jahren jedoch allmählich gebessert. Beide sehen den mehrheitlich schiitischen Iran als eine Bedrohung an. Doch noch nie zuvor hatte ein derart hoher Vertreter Saudi-Arabiens Israel das Recht auf einen eigenen Staat zugesprochen.

Bin Salman sagte in dem Interview, er habe keinerlei “religiöse Vorbehalte” dagegen, dass Israelis und Palästinenser Seite an Seite lebten, solange die wichtigste muslimische Stätte in Jerusalem – die Al-Aksa-Moschee – geschützt werde. “Wir haben religiöse Sorgen um die heilige Moschee in Jerusalem und um die Rechte des palästinensischen Volkes. Aber wir haben nichts gegen irgendein anderes Volk”, fügte er hinzu.

Saudi-Arabien ist seit 2002 Hauptsponsor der Arabischen Friedensinitiative, die eine Zweistaaten-Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt vorsieht. Sollte der Prinz erwartungsgemäß seinem 82-jährigen Vater König Salman nachfolgen, wäre er zugleich Hüter der heiligsten Stätten des Islam.

Das Interview führte der 32-jährige Prinz während seiner dreiwöchigen Reise durch die USA mit dem Chefredakteur des Magazins, Jeffrey Goldberg. Auf dessen Frage, ob “jüdische Menschen das Recht auf einen Nationalstaat zumindest in einem Teil ihrer angestammten Heimat” hätten, antwortete Saudi-Arabiens starker Mann, seiner Meinung nach hätten alle Menschen “überall das Recht, in ihrem friedfertigen Staat zu leben”.

Das Gespräch fand vor den von Israel blutig niedergeschlagenen Massenprotesten der Palästinenser im Gazastreifen vom vergangenen Freitag statt. Dabei töteten israelische Sicherheitskräfte nach palästinensischen Angaben 17 Palästinenser und verletzten mehr als 1.400 weitere. Israel lehnt eine unabhängige Untersuchung der tödlichen Schüsse ab. Die Proteste der Palästinenser sollen bis Mitte Mai dauern.

Am 15. Mai jährt sich zum 70. Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten. Und am 14. Mai, dem Tag der Staatsgründung, soll die von Tel Aviv nach Jerusalem verlagerte neue US-Botschaft in Jerusalem eröffnet werden.

Trump hatte im vergangenen Dezember ganz Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt. Damit brach er mit einem jahrzehntelangen internationalen Konsens, wonach der Status von Jerusalem erst in einer Friedensvereinbarung mit den Palästinensern festgelegt werden soll. Diese beanspruchen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaats.

Der Status von Jerusalem ist eine der heikelsten Fragen im Nahost-Konflikt. Israel hatte den Ostteil samt der historischen Altstadt im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und 1980 annektiert. Die UNO erkennt die Annexion nicht an.

Von: APA/ag.

Kommentare

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2 Kommentare auf "Saudi-Arabiens Kronprinz spricht Israelis Recht auf Land zu"


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maria zwei
maria zwei
Superredner
16 Tage 6 h

irgendwos stinkt do gewoltig. Warum plötzlich dieser Sinneswandel?

Marta
Marta
Universalgelehrter
16 Tage 55 Min

der sieht aber gut aus !!!

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