Die "Open Arms" erreichte Algeciras

Schiff mit mehr als 300 Migranten in Spanien eingetroffen

Freitag, 28. Dezember 2018 | 11:03 Uhr

Ein Rettungsschiff mit mehr als 300 Migranten an Bord ist nach einwöchiger Fahrt auf dem Mittelmeer in Spanien eingetroffen. Die “Open Arms” lief am Freitag gegen neun Uhr in den Hafen von Campamento bei Algeciras im Süden des Landes ein, wie Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten.

Italien und Malta hatten sich zuvor erneut geweigert, die von der privaten spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms geretteten Menschen an Land zu lassen. Wie früher in ähnlichen Fällen erklärte Spanien sich daraufhin bereit, die Menschen aufzunehmen.

Als die Küste der spanischen Region Andalusien in Sicht kam, reagierten die Migranten mit großer Freude. “Sie waren sehr glücklich und haben zu singen angefangen. Wir haben die Kinder an Deck geholt und ihnen Schokolade gegeben”, sagte Missionschef Gerard Canals der spanischen Nachrichtenagentur Europa Press.

Nach ihrer Rettung unweit der libyschen Küste hatten die Migranten das Weihnachtsfest an Bord verbracht. Sie wurden von einem weiteren Schiff der spanischen Hilfsorganisation, der “Astral”, mit Proviant und Medikamenten versorgt. Die zahlreichen Kinder und Jugendlichen an Bord wurden mit Weihnachtsmützen ausgestattet.

Die Migranten waren auf drei Booten unterwegs, als sie am vorigen Freitag gerettet wurden. Italiens Innenminister Matteo Salvini machte damals aber einmal mehr klar, dass die Häfen des Landes für zivile Schiffe “geschlossen” seien. Die populistische Regierung in Rom fährt einen extrem harten Kurs gegen Einwanderer, weshalb seit diesem Jahr immer mehr Migranten direkt Spanien ansteuern.

Das Schiff der deutschen NGO Sea Watch, das am Samstag 33 Migranten vor der libyschen Küste gerettet hat, ist unterdessen wieder Richtung Libyen unterwegs, um einem Flüchtlingsboot mit circa 75 Personen an Bord Hilfe zu leisten. Dies berichtete Sea Watch per Twitter.

Die genaue Position des Schlauchbootes in Seenot sei noch unklar, hieß es. Libysche Rettungskräfte seien nicht erreichbar. “Es ist absurd und grausam, dass sich so etwas vor Europas Toren abspielt”, so die NGO.

Die Hilfsorganisation ist weiterhin auf der Suche nach einem Hafen für die 33 Migranten, die am Samstag gerettet wurden. Fünf EU-Länder – Italien, Malta, Spanien, die Niederlande und Deutschland – lehnten bisher die Aufnahme der Flüchtlinge ab, zu denen drei Kinder und vier unbegleitete Minderjährige zählen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Schiff mit mehr als 300 Migranten in Spanien eingetroffen"


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zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
21 Tage 18 h

“reagierten die Migranten mit großer Freude. “Sie waren sehr glücklich und haben zu singen angefangen”
Verständlich, ist der Einzug in ein europäisches Sozialsystem doch noch gelungen.

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