"Charlie Hebdo" in der Kritik

Schock-Karikaturen des toten Aylan

Mittwoch, 16. September 2015 | 17:59 Uhr

Auf der Flucht nach Europa war der dreijährige Aylan ertrunken und sein lebloser Körper wurde an einen Strand im türkischen Bodrum angespült. Das Bild des toten Flüchtlingskindes löste weltweites Entsetzen aus.

Jetzt hat das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ die Flüchtlingsthematik mit Zeichnungen des ertrunkenen Aylan aufgegriffen und ist damit in die Kritik der Öffentlichkeit geraten. In den sozialen Netzwerken werden die Karikaturen als „geschmacklos“ bewertet.

Auf der linken Zeichnung steht in Französisch: "Der Beweis, dass Europa christlich ist: Christen gehen über das Wasser, muslimische Kinder gehen unter".

Die rechte Zeichnung zeigt den toten Jungen mit dem Gesicht nach unten. Daneben steht "So nah an seinem Ziel…", und man sieht ein Schild im McDonald’s-Look auf dem steht: "Zwei Kindermenüs zum Preis von einem."

Das Blatt möchte damit laut yahoo.de den Umgang Europas mit den ankommenden Flüchtlingen kritisieren.

"Immer noch Je Suis Charlie?"

Doch die Satire kommt nicht gut an. Nach der Solidarisierungswelle im Januar infolge der Anschläge auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“, scheint nun eine Entsolidarisierungswelle mit dem französischen Satiremagazin zu folgen.

Viele Nutzer sozialer Netzwerke machten ihrem Ärger Luft und betitelten die Bilder als „ekelhaft“ und „geschmacklos“.

Auch internationalen Medien haben eine ablehnende Haltung zu den Karikaturen eingenommen. So fragt etwa die „Toronto Sun“: "Immer noch Je Suis Charlie?".

Von: ©lu