Die nächste markante Zahl wurde übersprungen

Schon über 400.000 unterstützten “Don’t smoke”-Volksbegehren

Dienstag, 27. Februar 2018 | 14:57 Uhr

402.380 Unterschriften hat das “Don’t smoke”-Volksbegehren für ein Rauchverbot in der Gastronomie am Dienstagvormittag gezählt. Damit wurde in der zweiten Woche der Sammlung der Unterstützungserklärungen die nächste markante Zahl übersprungen.

“Während die Regierungsparteien daran arbeiten, die Verlängerung der derzeitigen Raucherregelung in der Gastronomie diese Woche ins Parlament einzubringen, sammeln wir weiter Unterstützer für unser Volksbegehren”, hieß es auf der Facebook-Seite der Initiative. Die Organisatoren wollen der Bevölkerung noch ausreichend Zeit geben, Unterstützungserklärungen zu unterschreiben, bevor das Begehren formal eingeleitet wird.

Eine in Wien durchgeführte Studie kam indes zu dem Schluss, dass Nichtraucherschutz in Mischlokalen kaum funktioniert. In 27 von 28 untersuchten Gaststätten mit Raucher- und Nichtraucherbereich im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus wurden Verstöße gegen das Tabakgesetz festgestellt. Das betraf die Trennung und Kennzeichnung der Bereiche und als praktische Auswirkung den Schutz vor schädlichen Rauchinhaltsstoffen, wie Studienautor Peter Tappler und der Umweltmediziner Hans Peter Hutter, Sprecher der “ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt”, bei einer Pressekonferenz in Wien erläuterten.

Bei stichprobenartigen Raumluftmessungen wurde die Konzentration von Nanopartikeln erfasst, die wegen ihrer geringen Größe bis in die Lungenbläschen vordringen und damit enorm schädlich sein können. Hier wurden in den Nichtraucherbereichen Überschreitungen bis zum Zehnfachen des Werts vor dem Lokal gemessen. Der Spitzenwert lag bei 110.000 Feinststaub-Teilchen pro Kubikzentimeter. In einem reinen Nichtraucherlokal finden sich nach Angaben der Fachleute meist unter 5.000 Partikel. Durchschnittlich wurden in den Raucherbereichen etwa 100.000 Teilchen gemessen, in angrenzenden Nichtraucherbereichen 40.000. Im Außenbereich betrug der Durchschnittswert ungefähr 10.000.

“Es ist keine politische Studie”, betonte Tappler, zumal sie bereits im November konzipiert worden sei, noch ehe die ÖVP-FPÖ-Koalition sich auf das Kippen des beschlossenen Rauchverbots in der Gastronomie einigten. Das Gesetz hätte am 1. Mai in Kraft treten sollen. Geplant war eigentlich eine “Vorher-Nachher-Studie”, sagte Tappler. Für Hutter ist die Untersuchung eine Grundlage für Entscheidungsträger.

Von: apa