EU-Parlamentspräsident mahnt Briten zur Eile

Schulz fordert Austrittsantrag Großbritanniens am Dienstag

Samstag, 25. Juni 2016 | 22:25 Uhr

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat Großbritannien aufgefordert, bereits beim Gipfel am Dienstag den Austritt aus der Europäischen Union zu beantragen. “Ein Zögern, nur um der Parteitaktik der britischen Konservativen entgegenzukommen, schadet allen”, sagte Schulz der “Bild am Sonntag”. Nachsatz: “Eine lange Hängepartie führt zu noch mehr Verunsicherung und gefährdet dadurch Jobs.”

Deshalb erwarte man, “dass die britische Regierung jetzt liefert. Der Gipfel am kommenden Dienstag ist hierfür der geeignete Zeitpunkt,” so der Deutsche.

Der Chef der Brexit-Kampagne, Matthew Elliott, hat sich jedoch gegen ein schnelles Austrittsschreiben ausgesprochen und auch der Brexit-Befürworter Boris Johnson, der als möglicher Nachfolger von Premierminister David Cameron gehandelt wird, signalisierte am Freitag, keine Eile mit der Abwicklung des EU-Austritts zu haben.

Der Chef der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, der auch die ÖVP angehört, Manfred Weber, kritisierte das Verhalten der britischen Regierung: “Die beginnende Verzögerungstaktik in London ist inakzeptabel”, sagte Weber der “BamS” und plädierte für einen schnellen Austritt “innerhalb der geplanten Frist von zwei Jahren, besser sogar innerhalb eines Jahres.”

Nach der historischen Entscheidung drängen die EU-Mitgliedstaaten auf ein schnelles Ausscheiden Großbritanniens. Sie sehen sich unter Zeitdruck für eine Neuordnung, da nun in mehreren Ländern nach dem Brexit-Votum Befürworter eines EU-Austritts Aufwind erhalten.

Von: apa