Woolfe musste nach einer Schlägerei im Spital behandelt werden

Schulz leitet interne Untersuchung zu UKIP-Schlägerei ein

Freitag, 07. Oktober 2016 | 12:13 Uhr

Nach der Schlägerei unter Abgeordneten der rechtspopulistischen britischen Partei UKIP (UK Independence Party) im Europaparlament hat dessen Präsident Martin Schulz eine interne Untersuchung angekündigt. Schulz will einen entsprechenden Ausschuss bereits nächste Woche “dringlich” damit befassen, kündigte er am Freitag an.

“Unabhängig von den möglichen juristischen Konsequenzen, die dieser Vorfall haben kann, habe ich heute entschieden, diese sehr bedauernswerte Angelegenheit an das Beratungskomitee zu verweisen, das zum Verhaltenskodex eingesetzt wurde”, erklärte Schulz. “Es versteht sich von selbst, dass respektloses und gewalttätiges Verhalten im Europäischen Parlament keinen Platz hat.” Der Vorfall könnte einen Verstoß gegen die Hausordnung und gegen den Verhaltenskodex für EU-Parlamentarier darstellen.

Schulz wünschte dem UKIP-Europaabgeordneten Steven Woolfe eine rasche Genesung. Die Berichte über den Vorfall seien “extrem ernst”.

Woolfe, der als Favorit auf das Amt des UKIP-Vorsitzenden gilt, war am Donnerstag nach einem Streit mit Parteikollegen in ein Krankenhaus in Straßburg gebracht worden. Partei-Interimschef Nigel Farage zufolge erlitt Woolfe zwei kleinere Krampfanfälle, nachdem er eine “physische” Auseinandersetzung mit einem Parteikollegen im Parlamentsgebäude hatte. Später teilte Woolfe mit, es gehe ihm besser.

Auch UKIP hat eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. “Es wird eine umfassende Untersuchung geben und angemessene Folgen, wenn notwendig”, sagte Parteiobmann Paul Oakden am Donnerstagabend der BBC.

Woolfe hatte am Mittwoch seine Bewerbung für das Amt des Parteivorsitzenden bekannt gegeben. Der Posten war kurzfristig vakant geworden, weil die Vorsitzende Diane James nach nur 18 Tagen zurückgetreten war. Spekuliert wird nun, dass Woolfe wegen des Vorfalls im EU-Parlament von der Wahl ausgeschlossen werden könnte. Es wäre bereits das zweite Mal in diesem Jahr. Bei der vergangenen Wahl durfte er nicht teilnehmen, weil er seine Unterlagen 17 Minuten zu spät eingereicht hatte.

Von: APA/dpa