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Schwere Kämpfe in Myanmar an Grenze zu Thailand

Dienstag, 27. April 2021 | 11:24 Uhr

In Myanmar ist es an der Grenze zu Thailand zu einem der schwersten Gefechte seit dem Militärputsch Anfang Februar gekommen. Die Karen National Union (KNU), die älteste Miliz einer ethnischen Minderheit in Myanmar, nahm eigenen Angaben zufolge am Dienstag einen Außenposten des Militärs ein. Dorfbewohner auf der thailändischen Seite des Grenzflusses Salween berichteten von schwerem Geschützfeuer, das in der Früh ausgebrochen war. Angaben zu Toten und Verletzten gab es keine.

Ethnische Gruppen und ihre Milizen spielen in dem Protest der Bevölkerung Myanmars gegen den Militärputsch eine immer größere Rolle. Sie unterstützen die Protestbewegung vor allem in Grenzregionen, während die Demokratiebewegung hauptsächlich in den Städten Widerstand leistet. Dort gehen die Sicherheitskräfte hart gegen die Demonstranten vor. Nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe wurden bei den Protesten bisher mehr als 750 Zivilisten getötet.

Das Militär hatte am 01. Februar geputscht und die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi abgesetzt und festgenommen. Myanmars Armee begründete den Schritt mit mutmaßlicher Fälschung der Wahl im November. Ihren Anspruch auf eine zentrale Rolle in der Politik rechtfertigt sie seit langem damit, dass nur sie in der Lage sei, das Land mit seinen 53 Millionen Einwohnern und zahlreichen ethnischen Minderheiten zusammenzuhalten.

Ein Auslöser für die Kämpfe könnte die Zurückhaltung des Militärs zum Ausgang des Gipfeltreffen der ASEAN-Staaten am Wochenende sein, bei dem eine Lösung für den Konflikt in Myanmar gesucht werden sollte. Die Militärregierung hatte ebenfalls daran teilgenommen und erst am Dienstag erklärt, sie werde die Vorschläge wohlwollend prüfen, “wenn sich die Lage stabilisiere” und ihr eigener Fahrplan berücksichtigt werde. In der Erklärung der ASEAN-Staaten hieß es, es sei in fünf Punkten ein Konsens erreicht worden. Die Gewalt solle beendet, ein Dialog mit allen Seiten begonnen und internationale Hilfe angenommen werden.

Den Gegnern des Militärputsches ging dies nicht weit genug. Die Demokratie sei nicht wieder hergestellt und das Militär nicht für die Hunderte Toten zur Verantwortung gezogen worden. Auch seien politische Gefangene nicht erwähnt worden. Mit Schulstreik und zivilem Ungehorsam soll der Druck auf die Militärregierung nun erhöht werden.

Von: APA/Reuters