Zschäpe dementiert noch immer, NSU-Mitglied gewesen zu sein

Schwere Vorwürfe gegen Hauptangeklagte im NSU-Prozess

Mittwoch, 26. Juli 2017 | 12:23 Uhr

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat auch am zweiten Tag ihres Plädoyers im NSU-Prozess gegen mutmaßliche Rechtsterroristen schwere Vorwürfe gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe erhoben. Zschäpe spielte demnach bei der Tarnung des “Nationalsozialistischen Untergrunds” eine zentrale Rolle, sagte Oberstaatsanwältin Anette Greger am Mittwoch vor dem Münchner Oberlandesgericht.

Zschäpe sei es stets darum gegangen, ihre beiden Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt “sorgfältigst abzusichern”, führte Oberstaatsanwältin Greger weiter aus. Sogar untereinander hätten sich die drei mit ihren Tarnnamen angeredet. “Alle drei Mitglieder arbeiteten für ihre Sache ganz bewusst einvernehmlich Hand in Hand zusammen”, sagte Greger.

Als Beleg für die Bedeutung Zschäpes nannte Greger die im NSU-Prozess gewonnenen Erkenntnisse zum Besitz von Computern und Handys. Die Ausstattung des NSU mit SIM-Karten für Mobiltelefone sei “ausschließlich” über Zschäpe erfolgt. Sie habe auch über das Haupthandy, den Hauptcomputer und das Hauptlaptop des NSU die Verantwortung gehabt.

In ihrer eigenen Aussage hatte Zschäpe erklärt, kein NSU-Mitglied gewesen zu sein und sich als abhängig von Mundlos und Böhnhardt bezeichnet. Mit den Verbrechen des NSU will sie nichts zu tun gehabt haben.

Mit dem Plädoyer, das voraussichtlich erst kommende Woche abgeschlossen wird, befindet sich der seit Mai 2013 andauernde NSU-Prozess in der Schlussphase. Zschäpe und vier mutmaßliche NSU-Helfer sind wegen der zehn Morde, zwei Bombenanschläge und fünfzehn Raubüberfälle angeklagt, die dem NSU angelastet werden.

Das rechtsextreme Terrortrio soll die Taten im Untergrund begangen haben. 1998 waren Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe untergetaucht und begingen laut Anklage aus dem Untergrund heraus unerkannt die Taten. Bekannt geworden war der NSU erst, nachdem sich im November 2011 nach einem Raubüberfall Böhnhardt und Mundlos bei einem Polizeieinsatz mutmaßlich das Leben nahmen und Zschäpe sich wenige Tage später bei der Polizei stellte.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "Schwere Vorwürfe gegen Hauptangeklagte im NSU-Prozess"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
josef.t
josef.t
Tratscher
27 Tage 23 h

Vor diesem Gericht in München müsste ein Teil der 
Bevölkerung, sowie der Behörden auf der Anklagebank
sitzen, sie alle waren auf dem “rechten Auge” blind !
Bei den 10 Toten handelt es sich mit Ausnahme einer
Polizistin um Ausländer .
Bei der  Aufklärung wurden viele Akten vernichtet, sowie
Zeugen und Tatbestände ignoriert…..

wpDiscuz