"Wir verstehen, was im Frühjahr getan werden muss"

Selenskyj bezeichnet 2023 als “entscheidendes Jahr”

Mittwoch, 28. Dezember 2022 | 08:00 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet im kommenden Jahr eine Entscheidung im Verteidigungskrieg gegen Russland. “Wir werden weiterhin die Streitkräfte und die Sicherheit der Ukraine für nächstes Jahr vorbereiten. Es ist ein entscheidendes Jahr”, sagte Selenskyj am Dienstagabend nach Beratungen mit der Militärführung. “Wir begreifen die Risiken des Winters. Wir verstehen, was im Frühjahr getan werden muss”, fügte er hinzu.

Der ukrainische Präsident kündigte in seiner täglichen Videoansprache auch an, dass er im Parlament seine jährliche Rede zur Lage der Nation halten werde. “Ich möchte, dass diese Botschaft kein Bericht ist, sondern unser Dialog mit Ihnen über das kommende Jahr”, sagte der 44-Jährige. Es gehe darum, die Aufgaben für die Zukunft zu formulieren. Die Rede wird noch vor dem Jahreswechsel erwartet. Ein genaues Datum nannte Selenskyj nicht. Im Vorjahr hatt er die Rede vor den Abgeordneten der Werchowna Rada am 1. Dezember gehalten, knapp drei Monate vor dem Beginn der russischen Aggression gegen sein Land.

Selenskyj berichtete weiters über sein Treffen mit dem Generalstab. Dabei sei die Lage im ostukrainischen Donbass und speziell um die Kleinstädte Kreminna und Bachmut besprochen worden. Die Industriestadt Bachmut im Norden des Gebiets Donezk ist seit Monaten umkämpft. Vor Kreminna, einer Kleinstadt nördlich davon im Gebiet Luhansk, hat sich die Lage jüngst zugespitzt. Beide Seiten kämpfen dort um die Initiative. Am Vortag hatte er die Lage an der Front im Donbass als “schmerzhaft und schwierig” charakterisiert.

Der Präsident setzte seine Landsleute auch über seine Unterredung mit der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni in Kenntnis. Seinen Angaben nach prüft Rom derzeit die Lieferung von Flugabwehrsystemen für die Ukraine. “Ich glaube, dass die italienische Unterstützung es uns ermöglichen wird, die Verteidigung des ukrainischen Luftraums zu stärken”, sagte Selenskyj.

Nach dem Sieg des Rechtsbündnisses in Italien im Herbst wurde darüber spekuliert, ob das Land seine Unterstützung für die Ukraine einstellen würde. Der Koalition gehört die Partei Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi an, der einer der engsten Verbündeten von Kremlchef Wladimir Putin im Westen war. Meloni hat klar gemacht, dass sie an der Unterstützung der Ukraine festhalten will. Wie ihr Büro nach dem Gespräch mit Selenskyj mitteilte, lud sie den ukrainischen Präsidenten auch zu einem Besuch nach Italien ein. Selenskyj hatte die Ukraine in der Vorwoche erstmals seit Kriegsausbruch verlassen und die US-Hauptstadt Washington besucht.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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7 Kommentare auf "Selenskyj bezeichnet 2023 als “entscheidendes Jahr”"


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Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 11 Tage

…gebt ihm mal Raketen, die bis Moskau fliegen, damit die Leute dort auch mal sehen, was eine Spezialoperation ist…

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 11 Tage

Wenn du dsnn gerne Raketenrunschläge in deinem Vorgarten hast, nur zu!
Warum tut die Nato das nicht? Hast du dich das mal gefragt? Warum interveniert sie nicht selbst? Weils sie vielleicht sekbst un der Ukraine nichts verloren hat, da kein Bündnispartner und sie sich im Gegensatz zu Putin an Recht halten?
Dein Vorschläge ist absurd!

magari
magari
Superredner
1 Monat 11 Tage

@Doolin: Wenn sich die Russen angegriffen fühlen, würde das deren Überfall auf die Ukraine ja nur rechtfertigen. Nein, Ziele in der Ukraine sind legitim, Ziele in Russland nicht.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

@Magari: würde es anders formulieren: Ziele in Russland anzugreifen ist vollkommen legitim, aber kontraproduktiv, weil damit Putins Narrativ innerhalb Russlands glaubwürdig würde, und die Bevölkerung durch einen äußeren Feind sich vermehrt mit dem Kremel solidarisieren könnte.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage
Gestern meinte Lavrov, es seien sämtliche russische Bedingungen zu erfüllen. Dazu gehören eine Entmilitarisierung der Ukraine, Gebietsabtretungen und ein Regimewechsel. Das heißt nichts anderes als Kapitulation. Damit zeigt der Kremel, dass er sich das holen will, was immer militärisch möglich ist. Mir schaudert bei diesem Gedanken, zumal die Rhetorik der russischen Führung schon mehrfach klar gemacht hat, dass Russland größere Ambitionen hat. Seit 2008 ist der russische Expansionskurs mit Defactoannektionen klar. Wenn dem so ist, gibt es nur dann einen Halt, wenn die Ukraine sich erfolgreich verteidigt, und Russland in den international anerkannten Grenzen bleibt. Das ist wohl auch im… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 11 Tage

Also reden wir nicht mehr von entscheidenden Tagen, Wochen oder Monaten.

prontielefonti
prontielefonti
Superredner
1 Monat 11 Tage

Auhupfn und nit naggln?

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