Ziel ist "globaler Schlag gegen die Demokratie"

Selenskyj: Moskaus Ziele gehen weit über Ukraine hinaus

Mittwoch, 27. April 2022 | 00:58 Uhr

Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge gehen Moskaus Ziele weit über die Ukraine hinaus. “Das ultimative Ziel der russischen Führung ist nicht nur die Eroberung der Ukraine, sondern die Zerschlagung des gesamten Zentrums und des Ostens Europas”, sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videobotschaft, die in der Nacht auf Mittwoch auf Telegram veröffentlicht wurde. Auch ein “globaler Schlag gegen die Demokratie” gehöre zu dem Ziel.

In der “freien Welt” gebe es praktisch niemanden mehr, der nicht verstanden habe, dass der Krieg Russlands gegen die Ukraine nur der Anfang sei, meinte Selenskyj. Die fortgesetzten Angriffe auf die Ukraine etwa in der Region Odessa im Süden des Landes oder im Donbass im Osten, so Selenskyj weiter, würden Russland “nur neue Verluste” bringen. Diese hätten ein neues EU-Sanktionspaket oder mehr Handelsbeschränkungen zur Folge. Die Mehrheit der Russinnen und Russen werde die aggressive Politik der Staatsführung mit Armut bezahlen müssen.

Wie Selenskyj bei einem Treffen mit IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi in Kiew betonte, haben die ukrainischen Streitkräfte keine Angst vor den in Transnistrien stationierten russischen Truppen. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform. “Was die russischen Truppen betrifft, die sich seit vielen, vielen Jahren ständig auf dem vorübergehend besetzten Gebiet der Republik Moldau, nämlich in Transnistrien, befinden, so wissen wir, dass sie in ständiger Bereitschaft sind und auf einen Befehl warten. Wir wissen um ihre Macht, und die ukrainischen Streitkräfte sind bereit und haben keine Angst vor ihnen”, so Zelensky wörtlich.

Der Krieg kann sich nach Einschätzung des ukrainischen Präsidentenberaters Olexij Arestowytsch noch über viele Monate hinziehen. Die von der Ukraine neu erhaltenen Waffen könnten Ende Mai, Anfang Juni “ernsthafte Auswirkungen” auf das Kampfgeschehen haben, erklärte Arestowytsch in einem am Dienstagabend veröffentlichten YouTube-Interview, wie die ukrainische Agentur Unian berichtete. Der Krieg selbst könnte bis Ende des Jahres dauern.

“Wir müssen uns auf eine lange Geschichte einstellen”, meinte Arestowytsch demnach. Sollten aktive Kampfhandlungen im Donbass nach der jetzigen Offensive etwa eingestellt werden und dazu übergegangen werden, Positionen einzunehmen, bedeute dies noch lange kein Ende des Krieges.

Von: APA/dpa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Selenskyj: Moskaus Ziele gehen weit über Ukraine hinaus"


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N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Dem letzten Absatz zu Folge, könnte es zum Stellungskrieg kommen.
Russland steht seit 2014 in den östlichen Gebieten, seit 8 Jahren.
Das wird dann aber ne sehr lange Geschichte und Putin von dort vertreiben zu können bezweifle ich.
Frage, was würde man bei diesem Stellungskrieg gewinnen?
Russland kann und will vielleicht nicht weiter und die Ukraine müsste auch nur zugucken.
Was spricht dann dagegen, diese Gebiete abzutreten und eventuell den Krieg damit sofort zu beenden?
Beides ist für mich das selbe in grün! NUR, weniger Tote und Leid die auf dem Altar des Stolzes sterben müssen!

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

In jenen Gebieten, wo die russischstämmigen stark vertreten sind, sollen weitreichende Autonomien gewährt werden, aber nicht unter russischer Schutzherrschaft sondern unter der UNO. Das könnten vielleicht Schweizer/ Österreicher/Finnen/Schweden tun. Das wäre vielleicht auch ein Weg um den neutralen Staaten wieder etwas mehr Vertrauen in die Gesamtweltlage zu geben.

schlaumaier
schlaumaier
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Donbass und dor Süden der Ukraine sein die grössten Wirtschaftszweige von dem lond, wars gleiche , wenn man italien die Lombardei und veneto wecknehmen tat. Also sogsch du akzeptieren, und Amen? Menschenleben zählen holt wianiger wias Geld in der Welt….

NaSellSchunSell
NaSellSchunSell
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Das wäre sicher die „bequemste Lösung, aber stell dir vor, Albanien würde Italien überfallen und nach ein paar Monaten sagen: “Ok, beenden wir den Krieg. Wir würden den zwar gewinnen, aber um weiteres Leid zu verhindern, gebt ihr uns Friaul Julisch Venetien und Sizilien, dann ziehen wir uns zurück.“

Ich glaub nicht, dass Italien damit einverstanden wäre.

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Wenn wir dem Russen nur jene Gebiete anbieten würden wo der russische Bevölkerungsanteil in der Mehrheit ist, dann bekäme er genau die Gebiete wieder, die er bereits vor dem Krieg de facto schon hatte. Das wäre doch eine Blamage fuer Putin die er freiwillig nie akzeptieren würde. Zudem, dieses Angebot muss von der Ukraine kommen, denn nicht wir können entscheiden wie viel die Ukrainer diesem ……. schenken wollen und fuer was? Wer garantiert den Ukrainern, dass in einigen Jahren wieder alles vom Neuen los geht. Die bestehenden Ukrainischen Grenzen waren doch bereits durch Russland garantiert.
https://www.hellegatt.de/3540/

Leonor
Leonor
Superredner
1 Monat 1 Tag

N.G.

Du willst lieber in einer kommunistischen Land leben, wo du keine Mitspracherecht hast und da kannst du auch keine Kommentare wie hier auffüllen, weil da strafbar ist. Hast du mal nachgedacht?

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@ng:
Ist das wieder Provokation oder bist du wirklich so naiv? Zeigt man Putin Schwäche wird er sie ausnutzen und nach weiteren Gebieten greifen, ein paar russischstämmige Bürger gibt es nahezu überall in der Ukraine. Das schreit dann wieder prompt nach einer willkürlichen “Spezialoperation”.
Als Belohnung für all den Tod und Zerstörung die er über das Land gebracht soll man dem irren Zar also noch etwas anbieten?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

@NaSellSchunSell Siehst du, das ist genau das was ich immer sage… War Russland um Donbass vir dem Krueg znd wo war Russland vir dem Krieg un der Jrum. Das ist doch der Unterschied den ich meine!
Un deunem Fallbeispiel… Ust Italien schon als Besatzungsmacht in Teilen Albaniens(Krim , Donbass) ?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 23 h

@schlaumaier Der Süden ja, Donbass… Wie lange ist die Ukraine Herr darüber? Seit 2014 nicht mehr, also …?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 23 h

@Grantelbart Die Behauptung Putin würde bei der desolaten Armee nach weiteren Gebieten greifen ist die selbe Propaganda die Putin seinerseits mit seinen natz Ideologie …. propagiert. Das ist doch Quatsch hoch 10!

@
@
Universalgelehrter
1 Monat 23 h

@Chrys
Du sprichst in der ersten Person Mehrzahl: “Wenn wir dem Russen nur jene Gebiete anbieten würden……..,”
Wer seit ihr, dass ihr Ukrainische Territorium verschenken könnt?

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 1 Tag

…stoppt Putin, den Kriegsverbrecher!…

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Russland wird keune weiteren Länder überfallen, womit denn!?
Wäre ich Selenskyj, würde ich um das zu bekommen was ich brauche, den Teufel an die Wand malen!
Ob es den Tatsachen entspricht oder nicht, wäre mir egal!
Putin lügt ja auch aus dem selben Grund, Propaganda!

p.181
p.181
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Und nach über 20 Jahren Herrschaft fällt Putin plötzlich ein, halb Europa mit Krieg zu übersäen. 

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