Täglich sorgen Angriffe für Zerstörung

Selenskyj warnt vor russischen Angriffen an den Feiertagen

Samstag, 24. Dezember 2022 | 11:22 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor möglichen russischen Angriffen an den kommenden Feiertagen und während der Urlaubszeit gewarnt. “Mit der nahenden Ferienzeit könnten die russischen Terroristen wieder aktiv werden”, sagte Selenskyj am Freitagabend in seiner täglichen Videoansprache. “Sie verachten christliche Werte und jegliche Werte im Allgemeinen.”

Selenskyj forderte die Ukrainer auf, in den kommenden Tagen besonders wachsam zu sein. Gleichzeitig richtete er eine ungewöhnlich scharfe Warnung an Russland. “Die Bürger Russlands müssen klar verstehen, dass Terror nie unbeantwortet bleibt”, sagte er – ohne dies näher zu erläutern.

Die russischen Streitkräfte bringen nach Erkenntnissen der ukrainischen Aufklärung Verstärkung für ihre Truppen an die Fronten im Osten und Süden der Ukraine. “Der Feind hat den Umfang des Bahntransports von Truppen, Technik und Munition in die Kampfgebiete erhöht”, teilte der Generalstab in Kiew am Freitag mit. Als Kampfgebiete galten vor allen die Umgebung der Frontstadt Bachmut im Osten, ebenso wie die Ortschaften Awdijiwka, Kupjansk und Limansk in der Region Donbass.

Verstärkungen auf russischer Seite seien auch im Süden des Landes erkannt worden, hieß es. Die neuen Einheiten in der Region Cherson würden aber nur eingesetzt, um die Verteidigungslinien auszubauen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die ukrainische Militärführung hatte bereits in den vergangenen Tagen wiederholt vor möglichen neuen Raketenangriffen auf die Infrastruktur und Energieversorgung des Landes gewarnt. Unter anderem verwies das Militär am Freitag darauf, dass im Schwarzen Meer ein russischer Flottenverband unterwegs sei, zu dem auch ein mit Marschflugkörpern bestücktes Kriegsschiff gehöre.

Die russischen Militärs haben in den vergangenen Wochen wiederholt das Energieversorgungsnetz der Ukraine mit Marschflugkörpern, Raketen und sogenannten Kamikaze-Drohnen angegriffen. Trotz hoher Abschusszahlen der ukrainischen Luftabwehr richteten die Angriffe große Schäden an; massive Ausfälle in der Strom- und Wasserversorgung waren die Folge. Russland will damit die ukrainische Bevölkerung im Winter unter Druck setzen.

Der Kreml sprach am Freitag trotz schwerer Rückschläge indes von Fortschritten bei der “Entmilitarisierung” der Ukraine. “Man kann feststellen, dass es hier ein wesentliches Vorankommen auf dem Weg der Entmilitarisierung gibt”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Russische Behörden haben unterdessen mit dem Abriss des berühmten Theaters in der besetzten Stadt Mariupol in der Ukraine begonnen. “Das Theater in Mariupol existiert nicht mehr”, schreibt der ukrainische Kulturminister Oleksandr Tkatschenko auf Facebook. Die Besatzer wollten damit die Spuren ihrer Verbrechen vernichten. Bei einer russischen Attacke auf das Theater im März waren nach ukrainischen Angaben mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen, die dort Schutz gesucht hatten.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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8 Kommentare auf "Selenskyj warnt vor russischen Angriffen an den Feiertagen"


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ebbi
ebbi
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Putin hat recht, die Russen machen mit der Entmilitarisierung in der Ukraine Fortschritte. Die Russen werden in der Ukraine entmilitarisiert.

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 5 Tage

…”Entmilitsrisierung”, “Befreiung” mit “Spezialoperation”…was ist denn das für eine Begriffsverwirrung…in welcher Welt leben denn diese Verbrecher?…

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 4 Tage

Mörder unterscheiden nicht zwischen normalen und Feiertagen

Sued-tiroler
Sued-tiroler
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Soldaten beider Seiten legt sofort die Waffen nieder. 
Kein Land ist es Wert auch nur 1 Toten Menschen dafür zu haben. Das Menschenleben beseht im Schnitt aus ca. 65 – 70 Jahren, und geht allein zu ende. Soldaten  folgt nicht den Anführer der die Interessen eines Schurkenstaates vertritt. Soldaten ihr habt  nur 1 Leben, alles umsonst  das Land bleibt bestehen  . Das KARMA wird es richten , früher oder später die Schurken zu vernichten.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 3 Tage

Russland wäre dem beibehalten der aktuell gezogenen Grenzen nicht abgeneigt. Jetzt aufzuhören, heißt den Status Quo der besetzten Gebiete anzuerkennen.

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 3 Tage

Frieden auf der ganzen Welt, ohne Armeen und Kämpfe, wird es leider niemals geben. “Nach der linken auch die rechte Wange hinhalten” passt zwar sehr gut zur christlichen Weihnacht, würde aber im Fall des Ukraine KRIEGES zu einem einerseits “großen vaterländischen Sieg Putins” führen, andererseits wäre es ein Verrat am ukrainischen Volk und seiner Wilkenkraft, das eigene Land und dessen Souveränität zu verteidigen….

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 3 Tage
Weiß nicht, wie es euch ergeht. Mir tun die vielen Menschen leid, die nun wegen Machtgelüste und imperialistischen Größenwahns einiger weniger unendlich viel Leid erfahren müssen. Ich empfinde auch Ärger über die vielen Verbrecher, die all die Grausamkeiten anordnen und über andere herfallen, als ob es keine Menschen wären. Und dann gibt es noch die Schlächter im Iran, die grausamen Herrscher in Syrien, Afghanistan und noch unzähligen anderen Länder. Ich tue mir schwer, das Weihnachtsgebäck zu genießen, während andere hungern, von Mitmenschlichkeit zu träumen, wenn täglich so viel Hass und Respektlosigkeit entgegenschlägt, religiöse Feste zu feiern, wenn gerade die Religion… Weiterlesen »
Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 3 Tage

@Selbstbewertung..👍wenn man all das Elend auf dieser Welt hier anprangern wollte, würden die 1000 Zeichen nicht ausreichen. Was mich aber genauso traurig macht ist, dass so Viele, die in Frieden und Sicherheit leben, Elend, Gewalt und Tod hier auf SN zumindest gedanklich unterstützen. Dazu kommen noch die NHMler, die sich dauernd benachteiligt und vernachlässigt fühlen, Niemanden etwas gönnen, dabei aber selber schuld sind, weil sie es aus eigenem Antrieb niemals zu Etwas gebracht haben…

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