Jemen zählt zu den ärmsten Ländern der Welt

Separatisten im Jemen geben Selbstverwaltung auf

Mittwoch, 29. Juli 2020 | 11:36 Uhr

Die Separatisten im Bürgerkriegsland Jemen haben ihre Bestrebungen nach Selbstverwaltung aufgegeben und sich bereit erklärt, die Macht mit der Regierung zu teilen. “Wir haben unsere Ziele erreicht”, schrieb der Sprecher des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC), Nisar Haitham, am Mittwoch bei Twitter.

Die Ankündigung deutet auf eine Entspannung im inner-jemenitischen Konflikt zwischen den Separatisten im Süden und der Regierung des international anerkannten Präsidenten Abed Rabbo Mansour Hadi hin.

Die Separatisten und die Hadi-Regierung kämpfen im Jemen eigentlich gemeinsam gegen die Houthi-Rebellen, die das Land 2014 überrannt hatten. Trotz des gemeinsamen Feindes war ihr Bündnis aber brüchig: Es gab Rufe der Separatisten nach einer erneuten Abspaltung vom Norden – der Nord- und Südjemen hatten sich erst 1990 zu einem Staat zusammengeschlossen. Im April brachen die Separatisten mit einem in Riad geschlossenen Friedensabkommen und nahmen die Hafenstadt Aden vollständig unter Kontrolle, wo sie den Notstand erklärten.

Die nun angekündigte Machtteilung folgt auf großen Druck Saudi-Arabiens, das seit 2015 Ziele im Jemen bombardiert und das einen Bruch des Bündnisses im Kampf gegen die Houthis verhindern will. Diese werden vom Iran unterstützt, dem erklärten Erzfeind Riads. Saudi-Arabien hatte im November bereits beim Friedensabkommen zwischen Hadi-Regierung und Separatisten vermittelt.

In der Nacht auf Mittwoch kündigte die saudische Regierung Schritte an, um Details des Abkommens noch rascher umzusetzen. Unter anderem sollten dafür innerhalb von 30 Tagen ein Gouverneur und Polizeichef für Aden bestimmt werden.

Die jemenitische Nachrichtenagentur SABA meldete, für den Posten sei Ahmed Lamlas bestimmt worden, der bisherige STC-Generalsekretär. Zudem soll eine neue Regierung gebildet werden, die zu gleichen Teilen aus Vertretern des Nord- und Südjemen besteht sowie aus Ministern, die den STC vertreten.

Von: APA/dpa