Herbert R. McMaster dürfte der Nächste auf Trumps Abschussliste sein

Sicherheitsberater McMaster bleibt laut US-Präsidialamt

Freitag, 16. März 2018 | 20:40 Uhr

Das US-Präsidialamt hat Berichte dementiert, wonach Sicherheitsberater Herbert R. McMaster abgelöst werden solle. US-Präsident Donald Trump habe am Donnerstagabend erklärt, er freue sich darauf, weiterhin mit McMaster zusammenzuarbeiten, sagte eine Sprecherin am Freitag. Stabschef John Kelly habe zudem Gespräche mit Mitarbeitern geführt und ihnen versichert, dass ihre Jobs vorerst sicher seien.

Die “Washington Post” hatte zuvor berichtet, dass Trump beschlossen habe, McMaster abzulösen. Der Schritt stehe aber offenbar nicht umgehend bevor. Trump wolle vermeiden, McMaster zu demütigen. Außerdem wolle er erst sorgfältig einen Nachfolger auswählen. McMaster ist bereits Trumps zweiter Nationaler Sicherheitsberater. Sein Vorgänger war Michael Flynn, der wegen falscher Angaben über seine Russland-Kontakte nach nicht einmal einem Monat im Amt seinen Hut nehmen musste.

Nach Informationen des Senders CNN sei die Ablösung des Generals ausgemachte Sache. Das Weiße Haus suche nach einer geeigneten Folgelösung, sowohl für die Funktion des Sicherheitsberaters als auch für McMaster selbst.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, hatte die seit Tagen kursierenden Spekulationen am Donnerstag zurückgewiesen. Trump und McMaster hätten entgegen anderslautender Medienberichte ein gutes Arbeitsverhältnis. “Es gibt keinen Wechsel beim Nationalen Sicherheitsrat”, schrieb Sanders auf Twitter. Dies ist das Gremium, dem McMaster vorsteht.

Erst vor wenigen Tagen hatte Trump seinen Außenminister Rex Tillerson aus dem Amt geworfen, ohne selbst mit ihm geredet zu haben. Tillerson hatte nach Berichten aus seinem Ministerium via Twitter von seiner Entmachtung erfahren und selbst keinerlei Absichten, seinen Posten aufzugeben. Tillerson galt als moderat im Umgang mit dem Iran.

Im Mai steht in Washington eine Entscheidung an, ob die USA Teil des Atomabkommens mit der Islamischen Republik bleiben wollen. Im Zuge seiner wegweisenden Entscheidung, Einfuhrzölle auf Stahl und Alumininium zu verhängen, hatte sich Trump auch von seinem Wirtschaftsberater Gary Cohen getrennt.

In Washington häufen sich die Stimmen, Trump sei gerade dabei, sein Umfeld personell komplett seinen politischen Bedürfnissen und persönlichen Vorstellungen anzupassen. Kandidat für eine Ablösung könnte nach einem Bericht der “New York Times” auch Stabschef John Kelly sein. Dieser hatte in der Affäre um Trump-Mitarbeiter Rob Porter unglücklich agiert und soll ferner mit Trump-Schwiegersohn und Präsidentenberater Jared Kushner im Clinch liegen.

Über eine Ablösung des Drei-Sterne-Generals McMaster (55) wird seit Wochen spekuliert. Der hochdekorierte Soldat kam ins Amt, weil der von Trump zunächst installierte Sicherheitsberater Michael Flynn – auch er ein Ex-General – im Februar 2017 im Zuge der Russland-Affäre wegen Falschaussagen zurücktreten musste.

McMaster dagegen gilt als hochintelligent, sehr belesen und vergleichsweise moderat. Trump und er sollen sich persönlich nie gut verstanden haben.

Noch nie war eine US-Regierung zu so einem frühen Zeitpunkt so sehr mit Abgängen, Rauswürfen und Wechseln konfrontiert wie unter Trump. Mit dem erst vor Tagen angekündigten Weggang von Trumps oberstem Wirtschaftsberater Gary Cohn und der abrupt vollzogenen Demission Tillersons scheint das Karussell noch nicht zum Stillstand gekommen zu sein. Neben McMaster und Kelly gelten auch weitere Regierungsmitglieder als gefährdet.

Sowohl die regierenden Republikaner als auch die oppositionellen Demokraten sehen die Personalpolitik des Weißen Hauses kritisch, vor allem wenn es um Sicherheitsfragen geht. “Wir zeigen der Welt, dass wir uns im Chaos befinden”, sagte der demokratische Senator Chris Van Hollen am Freitag im Sender CNN.

Von: APA/dpa