Mnangagwa tauschte zwei Minister aus

Simbabwes neuer Präsident bildete nach Kritik Regierung um

Sonntag, 03. Dezember 2017 | 12:27 Uhr

Kurz nach der Vorstellung seiner Regierung hat Simbabwes neuer Präsident Emmerson Mnangagwa das Kabinett bereits umgebildet. Mnangagwa tauschte zwei Minister aus, deren Ernennung Kritik ausgelöst hatte, wie die Regierung in Harare am Samstag mitteilte. Unterdessen kehrte der ehemalige Vizepräsident Phelekezela Mphoko nach Simbabwe zurück, nachdem ihm Straffreiheit zugesagt wurde.

Gleich nach Bekanntwerden der Kabinettsliste am Donnerstagabend hagelte es Kritik. Der bereits seit 2013 amtierende Bildungsminister Lazarus Dokora hatte sich mit seinen Maßnahmen im Erziehungswesen unbeliebt gemacht – er wurde den Angaben zufolge durch den Professor Paul Mavima ersetzt, der wie Dokora Abgeordneter der Regierungspartei ZANU-PF ist. An die Stelle von Arbeitsminister Clever Nyathi rückte mit Petronella Kagonye eine Frau. Nyathi wurde zum Sonderberater für nationale Versöhnung ernannt.

Die Vorstellung der neuen Regierung hatte die Erwartungen der Bevölkerung gedämpft, dass sich nach 37 Jahren unter der Herrschaft Robert Mugabes eine politische Veränderung abzeichnen könnte. Mnangagwa – unter Mugabe dessen Stellvertreter und enger Vertrauter – übernahm gleich mehrere Minister aus Mugabes Regierung.

Außerdem gab Mnangagwa Armeeangehörigen wichtige Posten. Damit belohnte er Beobachtern zufolge die Streitkräfte für deren Unterstützung in seinem Machtkampf mit Mugabe. Im November hatte die Armee den 93-jährigen Mugabe zum Rücktritt gezwungen.

Der im Zuge der Machtergreifung durch das Militär außer Landes geflohene zweite Vizepräsident Mugabes, Mphoko, kehrte laut einem Pressebericht in seine Heimat zurück. Mphoko sei seit Freitag wieder im Land, berichtete die Zeitung “The Herald”. Der Vertraute der ehemaligen First Lady Grace Mugabe hatte sich in Japan aufgehalten und war von dort zunächst nach Botswana gereist.

Mphoko wurde inzwischen zugesichert, dass seine Sicherheit gewährleistet sei. Andere ehemalige Verbündete von Grace Mugabe wurden in den vergangenen Wochen festgenommen und müssen sich nun vor Gericht verantworten. Der greise Mugabe hatte seine Frau als Nachfolgerin etablieren wollen, war damit jedoch in der ZANU-PF und in der Armee auf Widerstand gestoßen.

Von: APA/ag.

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