Landesrat Gantner: Muss bis Weihnachten möglich werden

Ski-Lockdown – Vorarlberg drängt auf baldigen Wintertourismus-Start

Dienstag, 01. Dezember 2020 | 06:05 Uhr

Für Vorarlbergs Fremdenverkehrslandesrat Christian Gantner (ÖVP) muss bis Weihnachten Wintertourismus möglich werden. Gantner sieht dafür nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Gründe. Vorarlberg habe als bisher einziges Bundesland ein landesweites Konzept – den “Winterkodex Vorarlberg” – erarbeitet, mit dem das Land einen sicheren Wintertourismus zu gewährleisten gedenke. “Wir haben wichtige Vorkehrungen getroffen”, betonte Gantner im APA-Interview.

Der Landesrat wies zum einen auf die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in Vorarlberg hin und nannte dabei einen 15-prozentigen Anteil am Bruttoregionalprodukt sowie 15.000 Beschäftigte. In den Bergregionen sei der Fremdenverkehr eine der wenigen Einnahmequellen. Aber auch für die Stimmung in den entsprechenden Regionen sei der Tourismus immens wichtig: “Er ist Voraussetzung dafür, dass wir lebendige Regionen haben”, stellte Gantner fest. Jede Infrastruktur, die für Gäste errichtet werde, stehe auch der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung.

So gelte es denn auch schon allein der Einheimischen wegen, die Skigebiete zu öffnen. “85 Prozent der Aufstiegshilfen in Vorarlberg sind offene Betriebsmittel”, sagte Gantner. Zudem hätten die wenigsten geschlossenen Gondeln und Bahnen eine Transportzeit von über zehn Minuten. “Es spielt sich mehr oder weniger alles im Freien ab”, so der Landesrat. Wo dies nicht der Fall sein, könne man sich mit Abstandhalten, dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und guter Entlüftung helfen.

Schon im Sommer habe man sich Gedanken um ein Sicherheitskonzept für den Winter gemacht. Dieses sei – unter Einbeziehung aller Akteure – im Bewusstsein entstanden, dass Vorarlbergs Skigebiete im Fokus der (internationalen) Aufmerksamkeit stehen werde. “Der ‘Winterkodex Vorarlberg’ fußt auf drei Säulen: Zum einen gilt er landesweit, zum anderen setzen wir strengere Standards als der Bund. Zudem begleiten die Maßnahmen den gesamten Weg des Gastes und beginnen schon bei der Anreise”, unterstrich Gantner.

Um die drei Säulen mit Leben zu erfüllen, seien einerseits Maßnahmen verordnet worden. Es gebe aber auch Selbstverpflichtungen der Branche sowie Unterstützung des Landes etwa mit der eingeführten und vom Land bezahlten Corona-Stornoversicherung. Diese Versicherung greift, wenn Urlauber vor ihrem Reiseantritt am Coronavirus erkranken oder deswegen zuhause in Quarantäne müssen.

Weiters nannte der Landesrat, dass es in jedem Tourismusbetrieb ein Sicherheitskonzept und einen Corona-Beauftragten geben müsse. An diesbezüglichen Video-Schulungen hätten bereits 600 Betriebe teilgenommen. Darüber hinaus stelle das Land den Lokalitäten ein digitales Contact-Tracing-System für die Gastronomie-Gäste zur Verfügung, das die Betriebe – gratis – einsetzen könnten. Zentral sei, dem Gast nicht nur im Hotel, sondern auch im Taxi, beim Skiverleih oder auch in den Skischulen ein sicheres Umfeld bieten zu wollen, so Gantner.

Mit der gewünschten Öffnung des Wintertourismus würden Wirtschaft und Gesundheit nicht gegeneinander ausgespielt. “Wir brauchen beides und sind der Meinung, dass auch beides gehen kann”, sagte Gantner. Voraussetzung sei aber natürlich, dass man mit den Infektionszahlen deutlich herunter und in die Größenordnung von Deutschland komme – das mit Abstand Vorarlbergs wichtigstes Herkunftsland seiner Gäste ist. Ein guter Schritt dazu könne die Corona-Massentestung sein: Wenn die Verhältnisse ähnlich wie in Südtirol seien, “schaffen wir es mit einer einzigen Aktion, so viele Positive herauszufischen, wie wir jetzt aktuell Fälle haben”.

Von: apa

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