Der Eurofighter in Österreich steht vor der Ablösung

Soko Luftraum hatte Berater mit Naheverhältnis zu Saab

Samstag, 26. August 2017 | 14:49 Uhr

Das Bundesheer hat bei der Konzeption seiner neuen Luftraumüberwachungs-Strategie einen Berater beschäftigt, der ein Naheverhältnis zum schwedischen Jet-Hersteller Saab hat, berichtete das Nachrichtenmagazin “Profil”. Das Ministerium hat eine interne Untersuchung eingeleitet, betont aber, dass die externen Berater nicht in die Berechnungen der Sonderkommission eingebunden gewesen seien.

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hatte im Juli anhand der Empfehlungen der Sonderkommission Aktive Luftraumüberwachung einen Ausstieg aus dem umstrittenen Eurofighter-System angekündigt.

Die Soko bestand aus Experten des Verteidigungsministeriums, externe Expertise kam von zwei Beratern der Firma Bagira Switzerland AG. Das Honorar betrug laut “Profil” 99.000 Euro. Einer der Berater, Bagira-Chef Jakob Baumann, fungierte zugleich auch als “Delegierter des Verwaltungsrates” des Schweizer Drohnenherstellers UMS Skeldar AG, an dem Saab mit 47 Prozent beteiligt ist, bis Ende Mai war Baumann auch “Chief Executive Officer” von UMS Skeldar.

Das Ministerium betonte am Samstag in einer Aussendung, vom Naheverhältnis des Beraters zu Saab nichts gewusst zu haben. Man sehe dadurch eine Aufklärungspflicht der Firma Bagira verletzt und behalte sich weitere Schritte vor. “Wir nehmen die Situation sehr ernst”, meinte Soko-Leiter Brigadier Karl Gruber. “Jakob Baumann wäre nicht beigezogen worden, wenn seine Funktion bei UMS Skeldar bekannt gewesen wäre oder er diese bekannt gegeben hätte”, erklärte Gruber. Es sei bereits eine interne Untersuchung anhängig. Bis “zur lückenlosen Aufklärung” seien die Zahlungen an die Firma eingestellt worden.

Der Kommandant der Luftstreitkräfte schloss gleichzeitig eine Einflussnahme von Bagira auf die Berechnungen der Kommission aus: Das Kalkulationsmodell sei “ausschließlich durch die Mitglieder der Sonderkommission erarbeitet” worden, versicherte er. Auch die Informations-Gespräche mit Jet-Anbietern seien ohne das Beratungsunternehmen geführt worden. “Wir haben immer unabhängig und ergebnisoffen untersucht”, auch habe die Kommission keine Empfehlung zu spezifischen Typenmodellen alternativer Abfangjägerflotten getätigt.

Baumann wollte sich auf Anfrage von “Profil” und dem Schweizer “Tages-Anzeiger” nicht äußern.

Von: apa