Der Verdächtige soll Sprengstoffanschlag auf Stadtfest geplant haben

Sonderkommando nahm Terrorverdächtigen in Deutschland fest

Mittwoch, 17. August 2016 | 22:41 Uhr

Ein Spezialeinsatzkommando der deutschen Polizei hat in der östlichen Grenzstadt Eisenhüttenstadt einen Terrorverdächtigen festgenommen und damit einen möglichen Terroranschlag vereitelt. Das bestätigte der Ministerpräsident Brandenburgs, Dietmar Woidke, am Mittwochnachmittag. Es bestehe der Verdacht eines “geplanten terroristischen Aktes”, der einen islamistischen Hintergrund haben könnte.

Der 27-Jährige soll einen Sprengstoffanschlag auf das Stadtfest in der rund 100 Kilometer südöstlich von Berlin an der Grenze zu Polen gelegenen Stadt geplant haben. Er soll auch einen salafistischen Hintergrund haben. Der Mann solle in seiner Wohnung Sprengmittel gehabt haben, sagte ein Polizeisprecher in Frankfurt (Oder). Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen Deutschen handeln. Die Polizei durchsuchte die Wohnung mit Sprengstoffhunden.

Dabei wurde nach übereinstimmenden Medienberichten Material gefunden, das die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verherrlicht. “Die Beamten fanden: 7 Poster mit ISIS-Symbolen, eine Softair-Kalaschnikow, Tarnanzug, Schutzweste, Gasmaske, 37 teils verbotene Knallkörper mit Schwarzpulver und Cannabis”, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke der “Bild”-Zeitung. Dem RBB sagte Mörke, der Verdächtige habe im Internet Fotos gepostet, auf denen er vermummt und im Tarnanzug mit der Softair-Kalaschnikow und mit arabischen Zeichen posiert. Konkrete Verbindungen zum IS seien aber nicht gefunden worden, so Mörke.

Das Stadtfest in Eisenhüttenstadt findet vom 26. bis zum 28. August statt. In Eisenhüttenstadt sitzt die zentrale Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Brandenburg.

Im Juli hatte eine Serie von Gewalttaten innerhalb einer Woche Deutschland erschüttert, allerdings hatten nicht alle einen islamistischen Hintergrund. In Würzburg ging am 18. Juli ein 17-Jähriger mit Axt und Messer auf Fahrgäste einer Regionalbahn los – fünf Menschen wurden verletzt.

Drei Tage später erschoss ein 18-jähriger Amokläufer in München neun Menschen und anschließend sich selbst. Am 24. Juli sprengte sich in Ansbach auf einem Platz vor einem Konzert ein 27-Jähriger in die Luft, 15 Menschen wurden verletzt. Bei den Tätern in Würzburg und Ansbach handelte es sich um Islamisten.

Der Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst) geht von mehr als 43.000 Menschen in der islamistischen Szene in Deutschland aus. Diese ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen – vor allem durch den starken Zulauf bei der Gruppe der Salafisten. Rund 8.650 Personen werden in Deutschland dieser Szene zugerechnet. Die Sicherheitsbehörden stufen viele Islamisten als gefährlich ein.

Der Salafismus ist eine rückwärtsgewandte, extrem konservative islamistische Strömung. Seine Anhänger beziehen sich ausschließlich auf den Koran und sehen sich als Verfechter eines unverfälschten Islams. Reformen und jede Form von Modernisierung lehnen sie ab. Ziel der Salafisten ist die vollständige Umgestaltung von Staat, Rechtsordnung und Gesellschaft nach ihrem Regelwerk – und letztlich die Errichtung eines islamistischen Gottesstaates.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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3 Kommentare auf "Sonderkommando nahm Terrorverdächtigen in Deutschland fest"


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oldenauer
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Ganz was neues! Das traurige ist, dass ich nicht mal mehr schockiert bin, wenn ich das lese sondern es schon als normal ansehe!!!

maria zwei
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Ja Oldenburg stimmt…traurig traurig

Stadtler
Neuling
1 Monat 8 Tage

Unsere Rechtsstaaten in Europa versagen total. Kein Wunder wenn die Menschen immer extremer wählen. Alle 43.000 wären einfach auszuweisen.

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