Telefonate des Angeklagten abgehört

Spenden aus Deutschland flossen an Terrorgruppen in Syrien

Freitag, 07. Oktober 2016 | 18:45 Uhr

Spenden des in Deutschland ansässigen islamischen Hilfsvereins “Helfen in Not” sind offenbar auch zu Terrorgruppen in Syrien gelangt. Laut “Spiegel Online” hatte ein Angeklagter geplant, 2014 mit einem Konvoi von “Helfen in Not” neun Krankenwagen aus Deutschland zum “Islamischen Staat”und zur militanten Al-Nusra-Front zu bringen. Gelandet sind die Fahrzeuge am Ende bei einer Rebellenmiliz.

Dies belegten abgehörte Telefonate des Angeklagten, so “Spiegel Online” unter Berufung auf Ermittlungen der deutschen Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Terrorhelfer. Die Gruppe Ahrar al-Sham, bei der die Fahrzeuge endeten, wird von der deutschen Bundesanwaltschaft als terroristische Vereinigung eingestuft wird.

“Helfen in Not” unterstützt nach eigenen Angaben unter anderem Projekte für Afrika, Palästina und Syrien. Jede Spende würde “zu 100 Prozent” bei den Not leidenden Menschen ankommen, heißt es auf der Website der Initiative. “Helfen in Not” habe auf eine Anfrage des “Spiegel” nicht geantwortet, schrieb das Hamburger Magazin.

Zu Spendengalas islamischer Hilfsvereine kämen einem Papier des deutschen Verfassungsschutzes zufolge mitunter bis zu 2000 Besucher. Pro Treffen sammelten die Aktivisten angeblich bis zu 50.000 Euro ein.

Bereits 2013 hatte der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz vor dem in Neuss ansässigen Verein gewarnt. “Dem Verfassungsschutz NRW liegen tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich bei dem Verein “Helfen in Not” um eine extremistische, salafistische Bestrebung handelt”, berichtete seinerzeit die Zeitschrift “Welt” unter Berufung auf das Innenministerium in Düsseldorf.

Das zeige sich unter anderem deutlich in bereits durchgeführten und angekündigten Benefizveranstaltungen, bei denen regelmäßig bekannte salafistische Prediger Vorträge hielten.

Von: apa

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