Bürgermeister Michael Ludwig darf hochzufrieden sein

SPÖ bleibt klare Nummer 1 in Wien

Montag, 12. Oktober 2020 | 13:11 Uhr

Die Wien-Wahl am Sonntag hat mit einem klaren Wahlsieg der SPÖ geendet. Die Sozialdemokraten übertrafen ihr Ergebnis von 2015 deutlich – und kommen inklusive Briefwahlstimmen-Schätzung der Hochrechner auf 42,2 bis 42,9 Prozent der Stimmen. Die ÖVP verdoppelte ihren Stimmenanteil, die FPÖ erlitt einen Absturz in die Einstelligkeit und deren Ex-Chef Heinz-Christian Strache scheitert mit seiner Liste am Einzug. Leichte Zuwächse brachte die Wahl für die Grünen wie auch die NEOS.

Das vorläufige Ergebnis vom Sonntagabend (ohne Briefwahlkarten und ohne Wahlkarten aus fremden Bezirken, die ab Montag ausgezählt werden) ergab für die SPÖ 43,09 Prozent Stimmenanteil. Das Ergebnis inkl. Briefwahlstimmen (laut Hochrechnungen von ARGE Wahlen und SORA/ORF) von 42,9 bzw. 42,2 bedeutet gegenüber 2015 (damaliges Ergebnis: 39,59 Prozent) einen Zuwachs von rund drei Prozentpunkten.

Über eine Stimmen-Verdoppelung darf sich die ÖVP freuen. Bei der Urnenwahl kamen die Stadt-Türkisen auf 18,47 Prozent, die Hochrechnung der ARGE Wahlen sieht in der Endabrechnung inklusive Briefwählern 19,2 Prozent für die ÖVP, SORA/ORF erwartet 18,8 Prozent. Gegenüber dem Rekord-Negativergebnis von 2015 (9,24) legt die Volkspartei damit rund zehn Prozentpunkte zu.

Der Absturz der FPÖ fiel noch deutlicher als erwartet aus. Während die Freiheitlichen in der Urnenwahl auf 8,92 Prozent kamen, dürfte das Ergebnis inklusive Briefwahlstimmen noch schlechter ausfallen. Die Hochrechnungen sehen die FPÖ schlussendlich bei 8,2 Prozent (ARGE) bzw. 7,7 Prozent (SORA). Damit büßte die Partei gegenüber dem letzten Wien-Ergebnis (30,79) deutlich mehr als 20 Prozentpunkte ein.

Die Grünen konnten leicht zulegen und kamen in der Urnenwahl auf 12,2 Prozent. Die Briefwahlstimmen werden das Ergebnis verbessern, laut ARGE Wahlen auf 13,3, laut SORA auf 14 Prozent. 2015 war die Öko-Partei auf 11,84 Prozent der Stimmen gekommen. Ein Plus gab es auch für die NEOS, die bei den Präsenzwählern auf 6,92 Prozent kamen. Inklusive Briefwählern können die Pinken mit 7,3 (ARGE) bzw. 7,8 Prozent (SORA) der Stimmen rechnen. Ob sie tatsächlich vor der FPÖ auf Platz vier zu liegen kommen, wie dies die SORA-Umfrage darlegt, ist noch offen.

Gescheitert ist die FPÖ-Abspaltung des blauen Ex-Parteiobmannes Heinz-Christian Strache. Das Team HC Strache verpasste die notwendige Fünfprozenthürde. In der Urnenwahl kam Strache auf 4,32 Prozent, letztendlich dürfte des Ergebnis noch schlechter ausfallen: Die ARGE Wahlen-Hochrechnung sieht Strache bei 4 Prozent, SORA bei 3,6 Prozent.

Die übrigen (Klein-)Parteien LINKS, SÖZ und die Bierpartei kamen insgesamt auf 6,07 Prozent bei den Urnenwählern. Inklusive der Briefwahlstimmen dürfte deren gemeinsamer Anteil bei 5,2 (ARGE) bzw. 5,7 Prozent (SORA) liegen.

Bei der Wien-Wahl wurde aber auch über die Regentschaft in den 23 Bezirken abgestimmt. Hier bleibt in Sachen Vormachtstellung großteils alles beim alten. In höchstens drei Bezirken gibt künftig eine andere Partei als bisher den Ton an. Die SPÖ holte sich nämlich die Leopoldstadt von den Grünen und Simmering von der FPÖ zurück. Die Grünen dürften dank Briefwählern wiederum die Josefstadt der ÖVP abluchsen können.

Dass die Roten die kommenden fünf Jahre nicht wie zuletzt 15, sondern 17 Bezirksvorsteherinnen und -vorsteher stellen, ist bereits aus dem vorläufigen Urnenwahl-Endergebnis klar ablesbar. Hier können die Briefwahlstimmen nichts mehr ändern. Das gilt auch für die beiden zurückeroberten Bezirke Leopoldstadt und Simmering, wo der Vorsprung auf den Zweitplatzierten mit mehr als zehn Prozentpunkten uneinholbar ist.

Von: apa

Kommentare

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4 Kommentare auf "SPÖ bleibt klare Nummer 1 in Wien"


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Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
13 Tage 14 h

Respekt vor den Wienern 👍, wenn sie dem HC 🤮 den Einzug verwehren

andr
andr
Universalgelehrter
13 Tage 11 h

Läuft strache immer noch frei herum😳😳

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
13 Tage 12 h

der HC bleibt draußen ?

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
12 Tage 23 h
Das hätte sich Strache wohl auch nicht gedacht …. jetzt ist er aber politisch tatsächlich tot! ob er und seine eingefleischten Fans es wahr haben wollen oder nicht. Wäre er für ein paar Jahre im Hintergrund geblieben, hätte sich viell. mit seiner Partei versöhnt, hätte er sichlerich noch Möglichkeiten gehabt um sich zu reabilitieren.  Aber der ganze Wahlkampf hat eines gezeigt: sein Ego wurde angeknackst und lies dies an der FPÖ aus; dann hat er tatsächlich geglaubt er wird nur durch seine Person erfolgreich, was für ein Egomane. Sogar die FPÖ hatte mehr Inhalt. Jetzt ist er weg und schuld… Weiterlesen »
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