"Ehe für alle" - offenbar ein Reizthema

SPÖ bringt offenbar Antrag zur Homo-Ehe ein

Mittwoch, 28. Juni 2017 | 16:05 Uhr

In Sachen Homo-Ehe gibt es wieder Bewegung. Bei der morgigen Sitzung des Nationalrats wird vermutlich ein SPÖ-Fristsetzungsantrag eingebracht, der eine Behandlung der Materie bis zum September zum Ziel hat. Damit würde die SPÖ den gemeinsamen Pfad mit der ÖVP verlassen.

Eigentlich hätte schon heute ein Fristsetzungsantrag debattiert werden sollen. Die Grünen haben eine entsprechende Initiative der NEOS aufgenommen und wollten am Nachmittag zunächst eine Aussprache zu dem Antrag mit anschließender Abstimmung. Davon nimmt man nun doch Abstand. Der Grund dafür ist, dass man davon ausgeht, morgen gemeinsam mit der SPÖ zu einem besseren Ergebnis zu kommen.

Eine Mehrheit hätten die drei Parteien freilich für den Fristsetzungsantrag nicht. Denn die ÖVP hat bisher keinerlei Zeichen gegeben, dass sie derzeit für die Öffnung der Ehe für Homosexuelle ist und die Freiheitlichen lehnen das entsprechende Vorhaben ohnehin kategorisch ab, ebenso das Team Stronach.

Man sollte das Thema “nicht in den Wahlkampf hineinzerren”, sondern zu einem anderen Zeitpunkt besprechen, meinte Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) sogar am Rande des Ministerrats. Auch ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka stieg nicht in die Debatte ein: “Das ist eine deutsche Sache.” Hintergrund der Diskussion ist, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für die von der SPD verlangte Bundestagsabstimmung über die “Ehe für alle” den Fraktionszwang in der CDU/CSU aufgehoben hat.

FPÖ-Landesparteiobmann in Oberösterreich, Manfred Haimbuchner, lehnte eine “Ehe für alle” am Mittwoch klar ab. Die Ehe und die daraus abzuleitenden Rechte seien in Österreich Mann und Frau vorbehalten, und das solle auch so bleiben, erklärte der Landeshauptmann-Stellvertreter in einer Aussendung. “Die Homo-Ehe wäre ganz klar eine Aufweichung der familiären Strukturen”, so Haimbuchner.

Solange Familien steuerlich benachteiligt würden, es sich die wenigsten Familien leisten könnten, dass die Mutter zu Hause bleibt und eine österreichische Frau durchschnittlich nur 1,44 Kinder zur Welt bringt, sollte sich die Politik “nicht mit Symbolpolitik für Randgruppen” befassen, meinte Haimbuchner. Er warnte davor, dass mit der Homo-Ehe das Adoptionsrecht für Homosexuelle durch die Hintertür eingeführt würde.

Allerdings dürfen bereits jetzt homosexuelle Paare Kinder adoptieren. Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hatte das im Gesetz über die Eingetragene Partnerschaft enthaltene Adoptionsverbot im Jänner 2015 aufgehoben. Das leibliche Kind des Partners dürfen Homosexuelle schon seit 2013 adoptieren.

Von: apa

Kommentare

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5 Kommentare auf "SPÖ bringt offenbar Antrag zur Homo-Ehe ein"


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herbstscheich
herbstscheich
Superredner
24 Tage 12 h

die “Zerstörung” der Familie nimmt ein raaaasantes Tempo an

andy215
andy215
Grünschnabel
24 Tage 7 h

Welche Familie wird dadurch zerstört?

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
23 Tage 23 h

herbstscheich……………..selten weltfremder ,dummer und primitiver Kommentar!!!!😡

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
23 Tage 22 h

die Fage von andi würde mich auch intressieren …. 
D.h. Homo-Ehen zerstören Hetero-Ehen? wolltest du das damit sagen? 

Sag mal
Sag mal
Superredner
23 Tage 22 h

tut eh jeder was Er will.Wozu noch publik machen?!!.Sodom und Komorra lässt grüssen.Was danach war wissen wir .

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