Wien Bürgermeister Häupl mit SPÖ-Chef Kern

SPÖ-Bundespartei ging nach Wien-Parteitag auf Tauchstation

Sonntag, 30. April 2017 | 14:40 Uhr

Die schlechten Ergebnisse für den Landesparteichef Michael Häupl und das Präsidium beim Landesparteitag der Wiener SPÖ am Samstag sitzt der Bundespartei offenbar noch in den Knochen. Am Tag danach wollte sich von der Bundesparteiebene gegenüber der APA niemand zu Wort melden. Und das alles ausgerechnet vor den Feierlichkeiten zum 1. Mai am Montag.

Die Wiener SPÖ hat offenbar weiterhin mit ihrem parteiinternen Konflikt zu kämpfen: Parteichef Häupl erzielte bei seiner letzten Wahl zum Vorsitzenden am Samstagabend nur 77,4 Prozent. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, er wird auch als Häupl-Nachfolger gehandelt, traf es noch schlimmer, er bekam nur 67,8 Prozent und auch die Ergebnisse der anderen Präsidiumsmitglieder waren nicht berauschend.

Anfragen der APA in der Bundesparteizentrale, dem Bundeskanzleramt oder im Parlamentsklub wurden am Sonntag zwar beantwortet, Statements zu diesen Ergebnissen und ihren Folgen für die SPÖ gab es allerdings keine. Stadtrat Ludwig räumte im Ö1-“Mittagsjournal” ein: “Einen Nobelpreis für Geschlossenheit haben wir gestern nicht gewonnen.” Mit einem neuerlichen Pfeifkonzert morgen am Wiener Rathausplatz rechnet er zwar nicht, appellierte aber vorsorglich an alle, dass es nicht wieder zu einer derartigen “Entgleisung” wie im Vorjahr kommt.

In der Tageszeitung “Österreich” erklärte Nationalratspräsidentin und SPÖ-Bezirkschefin in Wien-Liesing Doris Bures am Sonntag: “Zeiten der Veränderung sind immer schwierig, aber notwendig. Nun ist es wichtig, dass wir in die Zukunft und auf die Wiener Wahl 2020 blicken.” Auf die Frage, ob sie Bürgermeisterin in der Bundeshauptstadt werden wolle, erklärte sie: “Ich liebe Wien, aber bin mit großem Engagement Nationalratspräsidentin.”

Von: apa