Ungewöhnlicher Appell

SPÖ-Schickhofer für freiwilligen Verzicht auf Coca-Cola

Donnerstag, 26. April 2018 | 18:00 Uhr

Die ab 1. Mai drohenden US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus der EU haben den steirischen LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) zu einem etwas ungewöhnlichen Appell veranlasst: Er forderte am Donnerstag “zum freiwilligen Verzicht auf Coca-Cola” auf und meinte: “Die europäische Bevölkerung sollte sich die Willkür des US-Präsidenten und dessen Strafzölle nicht gefallen lassen.”

Der steirische SPÖ-Chef sagte weiter: “Jetzt wäre für die Europäer der richtige Zeitpunkt auf Coca-Cola und andere Luxusprodukte aus den USA zu verzichten.” Er will damit auch die Stahlindustrie in der Obersteiermark schützen: “Die voestalpine hat erst diese Woche den Spatenstich für das modernste Stahlwerk der Welt gesetzt. Diese Strafzölle schaden unserer Wirtschaft massiv und gefährden viele Arbeitsplätze.”

Strafzölle gegenüber den USA hält er nicht für den richtigen Weg, denn diese würden den Handelskonflikt weiter befeuern. Neben Coca-Cola sollte die Bevölkerung auch andere Produkte aus den USA in den Regalen stehen lassen: “Die Welt kann auf Zuckergetränke verzichten, nicht aber auf den besten Stahl der Welt”, so Schickhofer abschließend. Bereits Ende März hatte sich Schickhofer für höhere Steuern – ähnlich wie in Frankreich und Großbritannien – für überzuckerte Lebensmittel ausgesprochen.

Bei Coca Cola löste der Boykottaufruf von Schickhofer Ärger aus. “Als Politiker sind Sie Diskurs gewohnt und wir sind zuversichtlich, dass Sie Verständnis haben werden, wenn wir Ihre Aussendung nicht unkommentiert lassen können”, schrieben die Sprecher der österreichischen Coca-Cola-Niederlassung, um in einem offenen Brief an den SPÖ-Politiker süffisant hinzuzufügen:. “Eigentlich haben Sie dazu aufgerufen, ein österreichisches, lokal enorm engagiertes Unternehmen zu benachteiligen, das seit 1929 enger Partner der Menschen in Österreich ist und sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung in hohem Maß bewusst ist. Mit einer derartigen Wortmeldung gefährden Sie eine Reihe von Partnerschaften und guten Engagements – und nicht zuletzt auch Arbeitsplätze.”

Der Getränkemulti wollte Schickhofer dementsprechend Infos nachliefern: 1.022 Menschen arbeiteten direkt bei Coca-Cola in Österreich, man produziere hier knapp 500 Millionen Liter Getränke für Österreich und einige Nachbarländer. Das Werk der Coca-Cola Hellenic Austria GesmbH sei eines der größten in der Gruppe und einer der größten Arbeitgeber im Burgenland. Seinen jährlichen österreichischen BIP-Beitrag errechnete der Getränkemulti mit 774 Mio. Euro bzw. 0,22 Prozent, und die Steuerleistung entlang der Wertschöpfungskette mit 391 Mio. Euro.

Der österreichische Cola-Abfüller bewertet Schickhofers Wortmeldung als falsch und ungerecht. Empörung äußerten die Betriebsräte Carmen Merle (Coca-Cola GesmbH) und Christian Hauck (Coca-Cola Hellenic Austria GmbH): “Gemeinsam kämpfen wir seit Jahren für die Sicherung und Erhaltung von Arbeitsplätzen. Wir verstehen nicht, wie jemand alteingesessene österreichische Unternehmen dermaßen attackieren kann”. Das ist überaus respektlos und nicht zu akzeptieren. “Wir fordern Herrn Schickhofer auf, seine Wortmeldung öffentlich zurückzunehmen.”

Von: apa

Kommentare

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3 Kommentare auf "SPÖ-Schickhofer für freiwilligen Verzicht auf Coca-Cola"


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Dublin
Dublin
Kinig
29 Tage 9 h

…Cola isch sowieso lei für Diabetiker… 😂

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
28 Tage 14 h

ich mochte dieses Zucker/ Kaffe- Gemisch auch schon vorher nicht….zum Durst – löschen gibts besseres..

Waltraud
Waltraud
Superredner
27 Tage 15 h

herbstscheich

So ist es.

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