Peter Kaiser ist klarer Wahlsieger

SPÖ siegt bei Kärntner Landtagswahl klar mit 47,7 Prozent

Sonntag, 04. März 2018 | 21:01 Uhr

Die SPÖ ist aus der Landtagswahl am Sonntag in Kärnten als klarer Sieger hervorgegangen. Mit einem Plus von 10,55 Prozentpunkten auf 47,68 Prozent holte sie 17 Mandate. Die FPÖ schaffte ein Plus von 6,53 Prozentpunkten (23,38 Prozent) und drei Mandate mehr. Die ÖVP gewann 0,95 Prozentpunkte (15,35 Prozent) und zwei Mandate dazu. Das Team Kärnten bleibt im Landtag, die Grünen und NEOS scheiterten.

Von den Kleinparteien schnitt die Liste Erde überraschend am stärksten ab, sie kam auf 1,86 Prozent. Das BZÖ, vor fünf Jahren noch mit gut sechs Prozent im Landtag, erreichte gerade einmal 0,38 Prozent und blieb nur knapp vor der KPÖ, die 0,28 Prozent Zuspruch bekam. Den letzten Rang belegte die Grün-Abspaltung F.A.I.R. mit 0,21 Prozent der Stimmen, das sind 563. Bei diesem Ergebnis sind noch die Wahlkarten ausständig, diese werden am Montag ausgezählt.

Kaiser will als Wahlsieger nun mit allen reden. “Ich bin sehr, sehr froh über dieses großartige Ergebnis”, sagte Kaiser, ein so starkes Abschneiden habe er nicht erwartet. Die FPÖ sieht sich als vom Wähler gestärkt, Spitzenkandidat Gernot Darmann will “Gespräche auf Augenhöhe” führen. Trotz des nur geringen Zuwachses zufrieden zeigte sich ÖVP-Spitzenkandidat Christian Benger: “Unser Ziel war es, mehr Stimmen zu bekommen und mehr an Mandaten.” Wie es aussehe, sei beides erreicht worden.

Als “großartigen Erfolg” wertete Team Kärnten-Spitzenkandidat Gerhard Köfer den Wiedereinzug seiner Partei in den Landtag mit 5,8 Prozent und drei Mandaten. “Man hat uns alle Hürden, die es gibt, vorgelegt.” Jetzt werde man schauen, wie es weiter geht. Er könne sich alles vorstellen, in beide Richtungen und habe keine Präferenzen nach links oder rechts.

Bitter enttäuscht war Grünen-Frontmann Rolf Holub. Er wertete das Ergebnis von 2,97 Prozent als “persönliche Niederlage”. Er werde weiterhin ein Mitglied der Grünen sein, “aber das wird wohl eher ehrenamtlich, also mit keinem Job verknüpft sein.” Am Montag soll es eine Vorstandssitzung geben. Enttäuscht auch NEOS-Spitzenkandidat Markus Unterdorfer-Morgenstern, mit 2,11 Prozent verfehlte seine Partei die Fünf-Prozent-Hürde doch deutlich. Er übernehme die Verantwortung, das Ende für die NEOS in Kärnten bedeute das aber nicht.

Bleibt es bei der Mandatsverteilung, wäre theoretisch eine Mehrheit aus FPÖ, ÖVP und Team Kärnten gegen die SPÖ möglich. Landeshauptmann Kaiser braucht hingegen nur einen Koalitionspartner für eine Mehrheit, Präferenzen diesbezüglich hat er nicht geäußert.

Die Briefwahlstimmen werden laut der Prognose der Hochrechner der ARGE Wahlen mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Änderungen mehr bei der Verteilung der Mandate bringen. Die Prozentstände werden sich nur minimal ändern: Der SPÖ wird geringfügige Verbesserung, der FPÖ eine kleine Verschlechterung vorhergesagt. Leicht verbessern dürften sich auch die Ergebnisse von ÖVP und Grünen. Für letztere wird sich am Rauswurf aus dem Landtag dadurch aber nichts ändern.

Sollte es doch noch zu Verschiebungen bei den Mandaten kommen, dann wird das siebente Mandat der ÖVP davon betroffen sein. Dieses könnte unter Umständen wandern – und zwar zur FPÖ oder zur SPÖ, wobei Ersteres die wahrscheinlichere Variante darstellt. Gewissheit haben wird man darüber im Lauf des Montagnachmittages, wenn das Ergebnis der rund 22.000 Briefwahlstimmen vorliegt.

Von: apa