Amhof und Lanz machen sich Sorgen

Stagflation: “Auch Südtirol muss runter vom Gas”

Freitag, 06. Mai 2022 | 11:30 Uhr

Bozen – Stagflation, das Wortgespenst, das neuerdings in Südtirol sein Unwesen treibt und mittlerweile in allen Wirtschaftsberichten seinen Platz eingenommen hat, wird nun auch den Südtiroler Landtag befassen. Die Botschaft ist klar: Die gefährliche Kombination von Inflation und Stagnation verspricht nichts Gutes. SVP-Landtagsabgeordneter Gert Lanz sagt: „Es gibt kein Rezept gegen die Stagflation, doch es gibt Möglichkeiten, um sie einzudämmen“. Im Rahmen einer Pressekonferenz zeigt Lanz auf, was erste konkrete Schritte hin zur Beruhigung des Marktes sein könnten.

Stark steigende Preise und die Entwertung des Geldes (Inflation) treffen auf eine nicht mehr wachsende Wirtschaft (Stagnation). Eine gefährliche Kombination, mit der sich auch Südtirols Wirtschaftsexperten jetzt eingehend beschäftigen. Das Phänomen der Stagflation ist schwer zu bekämpfen. SVP-Fraktionsvorsitzende Magdalena Amhof und Landtagsabgeordneter Gert Lanz hatten zu einer Pressekonferenz geladen, in deren Rahmen ein entsprechender Beschlussantrag präsentiert wurde. Gert Lanz, Einbringer des Antrages, zeigte die Chancen und Möglichkeiten auf, die dazu beitragen könnten, wirtschaftspolitische Maßnahmen umzusetzen, um so aktiv gegen die Ausbreitung einer Stagflation vorzugehen.

„Runter vom Gas“, ist die Devise von Lanz. Er meint damit eine Beruhigung des Marktes und präzisiert seine Aufforderung: „Das ist eine Handlung, die in unserem Entscheidungs- und Einflussbereich liegt. Wir können schnell und konkret reagieren, ohne weitere Entwicklungen abwarten zu müssen. Ein erster Beitrag könnte es sein, die Fördermaßnahmen der vergangenen Jahre genau zu analysieren. Wir müssen schauen, welche Fördermaßnahmen dazu beigetragen haben, dass Investitionen getätigt wurden/werden. Diesen Maßnahmen müssen wir einen längeren zeitlichen Rahmen gewähren“, so Gert Lanz. Um eine sorgfältige Bewertung vornehmen zu können, fordert der Landtagsabgeordnete deshalb von der Landesregierung eine Auflistung sämtlicher laufender Verfahren. Diese Liste sollte idealerweise in wenigen Wochen vorliegen, damit weitere Schritte rasch erfolgen können. Lanz: „Es müssen Maßnahmen geprüft und angestrebt werden, die unsere Handlungsspielräume erweitern und flexibler gestalten. Dann können wir im Landtag die rechtlichen Rahmenbedingungen und die gesetzlichen Anpassungen beschließen, sowie Förderungen und fiskalpolitische Maßnahmen so gestalten, dass die Inflation nicht noch weiter befeuert wird und der Markt eine Chance zur Beruhigung bekommt“.

SVP-Fraktionschefin Magdalena Amhof unterstreicht die Wichtigkeit der Thematik: „Pandemie, ansteigende Energiepreise und nicht zuletzt der Krieg in der Ukraine treiben die Preise weiter in die Höhe und bringen noch mehr Menschen in finanzielle Bedrängnis. Wenn wir diese Preissteigerungen ausgleichen wollen – und daran müssen wir arbeiten -, könnte sich die Lohn-Preis-Spirale zu drehen beginnen und die Preise werden immer weiter ansteigen. Umso früher wir hier unsere Handlungsspielräume nutzen, desto größer ist unsere Chance, diese Entwicklung flach zu halten.“

Der Beschlussantrag zur Stagflation wird in der kommenden Landtagswoche dem Südtiroler Landtag zur Genehmigung vorgelegt.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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10 Kommentare auf "Stagflation: “Auch Südtirol muss runter vom Gas”"


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Mauler
Mauler
Superredner
19 Tage 13 h

Aha schwer zu bekämpfen und wieder viel blablabla vom Edelweiss!
Lei enkere Gehälter stagnieren nia, werdn ollm mehr!
Such den Fehler

OrB
OrB
Universalgelehrter
19 Tage 14 h

Die Mittelschicht, die man systematisch zu Grunde richtet ist der Motor der Wirtschaft.

traktor
traktor
Universalgelehrter
19 Tage 13 h

wer geld durch nachweislich ehrliche arbeit verdient hat, sollte umgehend einen inflationasausgleich auf sein erspartes bekommen….! geldzocker und jene die geld geerbt haben und hingegen sollten den ausgleich zahlen müssen..

primetime
primetime
Kinig
19 Tage 12 h

Auch eine Erbschaft kann durch ehrlich Arbeit des vorherigen Besitzers ehrlich verdient werden. Außerdem wird diese ja schon besteuert?
Bei den Geldzockern das gleiche – je mehr du hast/gewinnst desto mehr zahlt man

Fuchsschwoaf
Fuchsschwoaf
Grünschnabel
19 Tage 15 h

das wäre ja jetzt eine super Gelegenheit um den gesamten Konsum um einige % zurück zu fahren.
es fehlen immer mehr die Ressourcen, sei es bei den Rohstoffen, Wasser wird immer knapper, es fehlt überall an Personal und an Arbeitskräften.
wir können nicht so weiter machen wie bisher und mit ständigem Wirtschaftswachstum rechnen.
es wäre daher jetzt eine gute Gelegenheit endlich mal mit Allem etwas kürzer zu treten ohne das gleich tausende Menschen arbeitslos würden.
Umwelt und Klima mäßig wäre es sowieso schon längst an der Zeit, da ist es ja schon 5 nach 12.

Opa1950
Opa1950
Superredner
19 Tage 14 h

Die Zwei Besten haben gesprochen.Alles nur Augenauswischerei.

planB
planB
Tratscher
19 Tage 15 h

Wie wäre es mit einem Wirtschaftssystem ohne Zinsen? Dann wären wir nicht auf dieses ewige Wachstum angewiesen. Wie Krebs, Wachstum, Wachstum, Wachstum……das ist ja nicht normal. Wehe wir wachsen nicht und können die Zinszahlungen nicht leisten. Vor einiger Zeit hat der IWF eine Vermögenssteuer auf alle von 10% vorgeschlagen um die weltweit steigende Verschuldung der Staaten zu reduzieren. Nun jetzt ist sie umgesetzt, ganz unkompliziert und ohne Schuldigen mit fast 10% Inflation.

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
19 Tage 14 h

In der Privatwirtschaft grandios gescheitert, der Herr scheint kompetent zu sein. 😀

N. G.
N. G.
Kinig
19 Tage 14 h

“Das ist eine Handlung, die in unserem Entscheidungs- und Einflussbereich liegt. Wir können schnell und konkret reagieren, ohne weitere Entwicklungen abwarten zu müssen”

Wenn das.Regierungen täten oder je getan hätten, hätten wir heute keine Probleme!
Was für eine Verarsche!

primetime
primetime
Kinig
19 Tage 12 h
Warum fangen die Politiker nicht mal an ihre Gehälter, Pensionen, Vorschüsse und sonstige Ausgaben/Rückvergütungen zu kürzen? Das würde den Kassen schon mal ordentlich helfen. Dazu noch eine drastische Reduzierung der Politikeranzahl. Wird vom zahlenden Volk schon lange gefordert aber passieren tut da natürlich nichts. Die ganzen Beiträge zur Wirtschaftsankurbelung, welche man links und rechts (Mobilität!!) verteilt, bringen wenig bis nichts und sollten auch gekürzt werden. Diejenigen welche genug Geld haben ein neues Auto zu kaufen brauchen keinen Beitrag, andere kaufen einen Gebrauchtwagen und bekommen den nicht. Der Mittelstand bekommt sowieso nie etwas – zu viel für Beiträge, zu wenig um… Weiterlesen »
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