Geschichte geprägt vom Mythos rund um Andreas Hofer

Stichwort Tirol – Land geprägt von Bergen, Tourismus, Transit und ÖVP

Freitag, 12. Januar 2018 | 12:35 Uhr

Tirol ist mit 12.648,3 Quadratkilometern Österreichs drittgrößtes Bundesland. Mit 12,4 Prozent weist es jedoch den geringsten Anteil an Dauersiedlungsraum an der Landesfläche aus. Das Land ist administrativ in neun Bezirke gegliedert, seine Landehauptstadt ist Innsbruck. Insgesamt gibt es 279 Gemeinden. Neben den Bergen sind Tourismus und Transit prägende Faktoren, politisch die ÖVP.

Tirol erwirtschaftete im Jahr 2016 ein regionales Bruttoinlandsprodukt von rund 32,5 Milliarden Euro. Ein wichtiger Faktor im Wirtschaftsleben ist der Tourismus. Im Jahr 2017 verzeichnete die hiesige Tourismusbranche rund 47,7 Millionen Übernachtungen, ein Drittel des österreichweiten Ergebnisses. Sonst verfügt Tirol über eine gemischte Wirtschaftsstruktur, die sowohl von zahlreichen Klein- und Mittelbetrieben des gewerblichen Sektors als auch von herausragenden Industrieunternehmen wie dem Kristallhersteller Swarovski, dem Holzriesen Egger, dem Pharmaproduzenten Sandoz oder den Planseewerken geprägt wird. Die alpin dominierte Landwirtschaft trägt vergleichsweise weniger zum Sozialprodukt bei, ist aber für die Erhaltung der Kulturlandschaft und des ländlichen Raumes ein wichtiger Faktor.

Der Rechnungsabschluss des Budgets für das Jahr 2016 wies eine schwarze Null aus. Ausgaben in Höhe von 3,76 Mrd. Euro standen Einnahmen im gleichen Ausmaß gegenüber. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag bei 372 Euro (2015: 376 Euro). Die “Top fünf Posten” bei den Ausgaben waren die Bereiche Gesundheit mit 713 Mio., gefolgt von Bildung mit 605 Mio., Sozialausgaben mit 597 Mio., Wohnen mit 288 Mio. und der Bereich Wirtschaftsförderung, Tourismus sowie Landwirtschaft mit 196 Mio. Euro.

Tirol hat rund 746.000 Einwohner (Stand Anfang 2017). Im Jahr 2016 wurden 7.612 Kinder geboren – davon rund die Hälfte unehelich, die Geburtenbilanz war mit 1.752 positiv. Das leichte Bevölkerungswachstum ergab sich auch durch Zuwanderung, das Wanderungssaldo wies ein Plus von 5.208 aus. Die Landeshauptstadt Innsbruck ist mit 132.236 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) die mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt Tirol. Innsbruck gilt auch als Studentenstadt mit rund 28.000 Studierenden. Die nächst größte Stadt des Bundeslandes, Kufstein, zählt 18.973 Einwohner (Stand 1. Jänner 2017).

Landespatron ist der Heilige Josef, daher gilt der 19. März als Landesfeiertag. Tirol wird von den Diözesen Innsbruck und Salzburg verwaltet. Die Diözese Innsbruck, die seit 1964 besteht, umfasst rund zwei Drittel des Gebietes von Nordtirol – und zwar vom Arlberg bis zum Ziller, sowie Osttirol. Die katholischen Pfarren im östlichen Teil Nordtirols gehören zur Erzdiözese Salzburg.

Die Landesgeschichte ist geprägt vom Mythos rund um den Freiheitskämpfer Andreas Hofer und der nach wie vor großen Verbundenheit mit Südtirol. Seit dem EU-Beitritt Österreichs wird versucht, mit Südtirol und dem Trentino, die nach dem Ersten Weltkrieg zu Italien geschlagen wurden, in der sogenannten “Europaregion Tirol” eng zusammenzuarbeiten. Zwischen Nord- und Südtirol soll 2026 auch der Brennerbasistunnel fertiggestellt sein, die mit 64 Kilometer “längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt”.

Politisch dominierte in Tirol stets vor allem eine Farbe: Schwarz. Seit 1945 regieren durchgehend ÖVP-Landeshauptleute, doch die Zeit der absoluten Dominanz, vor allem unter dem legendären Landeshauptmann Eduard Wallnöfer, ist lange vorbei. Bei der kommenden Landtagswahl kämpft die Tiroler ÖVP von Landeshauptmann Günther Platter, der seit 2013 mit den Grünen regiert, um den Sprung über die 40 Prozent-Marke.

Von: apa

Bezirk: Bozen

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