Strache weist "Spiegel"-Bericht empört zurück

Strache bestreitet Kontakt zu Burschenschaft Germania

Freitag, 26. Januar 2018 | 12:12 Uhr

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat empört auf einen “Spiegel”-Bericht reagiert, wonach er im Vorjahr von der Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt geehrt worden sei: “Ich war nachweislich weder beim abendlichen 100. Stiftungsfest der Germania, noch habe ich jemals ein Ehrenband der Germania erhalten. Eine glatte Unwahrheit und Lüge”, postete er Donnerstagabend auf Facebook.

Strache betonte, bei einer Sitzung des Österreichischen Pennäler Rings (ÖPR) eingeladen gewesen zu sein, wo er ein Ehrenband erhalten habe. Danach sei er zu einer FPÖ-Wahlveranstaltung in die Steiermark gefahren.

Es ist zwar richtig, dass Strache nicht beim abendlichen Fest dabei war. Richtig ist aber auch, dass das Stiftungsfest der Germania im Rahmen des Burschentags des Pennäler Rings bzw. der ÖPR-Burschentag anlässlich der 100. Jahrfeier in Wiener Neustadt bei der Germania stattfand. Aus Postings in Internet, die der APA vorliegen, aber mittlerweile gelöscht wurden, geht hervor, dass die Veranstaltung Freitagabend, dem 2. Juni begonnen und am Sonntagvormittag geendet hat. Strache war laut dem Vizeobmann der Germania, Philip Wenninger, bei einer Sitzung des ÖPR Samstagnachmittag anwesend, nicht aber beim Fest Samstagabend.

Die Geschichte wurde vom deutschen “Spiegel” aufgegriffen. Dieser hat auch berichtet, dass Strache ein Ehrenband der Germania erhalten habe. Strache habe auf der Jahreshauptversammlung des Österreichischen Pennälerrings, welche vor dem Germanen-Jubiläum stattfand, das Ehrenband des Österreichischen Pennälerringes erhalten, sagte ÖPR-Vorsitzender Udo Guggenbichler am Freitag. Nach der Verleihung habe der FPÖ-Chef den Tagungsort Richtung Steiermark zu Terminen verlassen, so Guggenbichler, der rechtliche Schritte gegen Medien und Journalisten, die “auf abscheuliche Weise gegen den Vizekanzler hetzen”, ergreifen will.

Unterdessen ist bekennt geworden, dass Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) 2016 bei der Germania zu Ried (ebenfalls eine Mittelschulverbindung) als Nahost-Expertin einen Vortrag gehalten hat.

Die Germania war in den vergangenen Tagen in Verruf gekommen, nachdem ein Nazi-verherrlichendes Liedbuch der Burschenschaft durch einen Bericht des “Falter” an die Öffentlichkeit geraten war. Vizevorsitzender der Burschenschaft war der Spitzenkandidat der niederösterreichischen FPÖ, Udo Landbauer. Strache meint nun im Zusammenhang mit dem “Spiegel”-Bericht, der auch von anderen Journalisten übernommen wurde, es gehe “manchen Medien und linken Journalisten offensichtlich nur mehr um verzerrende, manipulative und diffamierende Berichterstattung mit dem Ziel der FPÖ vor der NÖ-Wahl und generell zu schaden”. Dies sei “letztklassig und durchschaubar”.

Von: apa