Strache gibt sich wieder angriffslustig

Strache fühlt sich rehabilitiert und kündigt Klagen an

Mittwoch, 26. August 2020 | 12:30 Uhr

Heinz-Christian Strache fühlt sich durch die von ihm bzw. seinem Anwalt veröffentlichten Transkriptionen zum Ibiza-Video voll rehabilitiert. Der Ibiza-Fall habe sich damit “in Luft aufgelöst”, sagte er Mittwoch in einer Pressekonferenz und kündigte (von den Anwälten noch näher zu prüfende) rechtliche Schritte gegen die Journalisten sowie die Anrufung des Presserates an.

Strache fühlt sich als Opfer eines “im wahrsten Sinn des Wortes Politthrillers”. In einem “politisch motivierten Komplott” habe eine offensichtlich “von Auftraggebern eingesetzte” mutmaßlich “zutiefst kriminelle” Gruppe jahrelang daran gearbeitet, ihn politisch zu vernichten – und ihn dann als Vizekanzler zu Fall zu bringen und die türkis-blaue Regierung zu sprengen.

Journalisten der “Süddeutschen Zeitung”, des “Spiegel” und des “Falter” hätten “Fake News” – nämlich nur manipulative Ausschnitte aus dem Lockvogel-Video – verbreitet. Das sei eine “jahrelang konzertierte Aktion” mit “Stasi-Methoden” gewesen, befand Strache. Die “kriminelle Gruppe” (der auch vorbestrafe Drogendealer und V-Männer des BKA angehörten) habe sich schon 2011 bis 2014 öfter in einem Wiener Innenstadtlokal getroffen. Nachdem es mit der Spesencausa – wo 2015 Ermittlungen eingestellt worden seien – nicht geklappt habe, ihn politisch zu vernichten, habe man das Ibizavideo produziert.

Jetzt, mit Veröffentlichung der Transkriptionen, hätten sich “sämtliche Vorwürfe in Schall und Rauch aufgelöst”. Man sehe, dass er selbst “im bedenklichen besoffenen Zustand bzw. unter untergejubelten Drogen” mehr Standfestigkeit habe als viele andere Politiker – und nicht käuflich sei, sondern nur aus Überzeugung und Idealen handle.

Es habe sich endlich bestätigt, dass “mit einem HC Strache keine krummen Geschäfte zu machen sind” – dass er etwa Österreichs Wasser nicht verkaufen habe wollen, sondern verfassungsrechtlich schützen und nach norwegischem Modell zum Nutzen der Bürger in Flaschen vermarkten. Was die Unterhaltung über Spenden am Rechnungshof vorbei betrifft, habe er der vermeintlichen Oligarchin nur die “unterschiedlichen rechtlichen Möglichkeiten aufzeigen” wollen, sagte Strache auf Nachfrage.

Unterstützung bekam der Ex-FPÖ- und jetzt Team HC-Chef von einem – per Videokonferenz zugeschalteten – deutschen AfD-Politiker. Der Bundestagsabgeordnete Petr Bystron meinte, hier bahne sich “einer der größten medienpolitischen Skandale der Nachkriegsgeschichte an” – mit manipulativer Berichterstattung zweier deutscher Medien über eine illegal mit geheimdienstlichen Methoden erstellte manipulative Videoaufnahme. Strache und der damalige FPÖ-Klubchef Johann Gudenus seien in eine lange vorbereitete Falle gelockt worden, als Vertreter einer auch bei vielen Deutschen wegen ihrer Haltung gegenüber Migranten “sehr populären” Regierung.

Die AfD sei freilich weiterhin Partnerpartei der FPÖ – mit der sie auch im Europaparlament zusammenarbeitet, erläuterte Bystron auf Nachfrage. Er habe die FPÖ im Vorfeld informiert, und sie habe in “Großzügigkeit” die Teilnahme an der Pressekonferenz Straches gebilligt. Straches “Team HC” ist der Hauptkonkurrent der FPÖ bei der am 11. Oktober anstehenden Wien-Wahl.

Von: apa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Strache fühlt sich rehabilitiert und kündigt Klagen an"


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Storch24
Storch24
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Rehabilitiert ? Habe ich was verpasst ?

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
1 Monat 1 Tag

@Storch24
Nee, nicht wirklich. Jetzt Auftritt der AfD in der Schmierenkomödie.

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Wo können wir das ungeschnittene Video sehen?

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 2 Tage

gar nicht.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Breitbart ?

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Gar nicht, gibts nicht. Eine Frage der Zeit!

KingCrimson
KingCrimson
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Veröffentlichung? 99% des Textes sind geschwärzt. Bekannt wurden in diesem Fall  nur die für Strache positiven Stellen. Strache war schon vorher nicht mehr tragbar, schon als er seine Nähe zu der Neonaziszene nicht leugnen konnte.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 2 Tage

Er hat ja genug Geld zum Klagen. Woher bloß? Harr Harr

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Darf der noch etwas sagen

falschauer
1 Monat 2 Tage

das auch noch, so als ob wir mit corona nicht genug bestraft wären 🙈

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

es ist wie ein Flashback zurück in die Haider-Zeit, als sich die österr. Rechte auch selbst zerfleischt hat.
Soll der Herr HC gerne so weiter machen, die paar stimmen die er erhalten würde, nimmt er seiner ehemaligen Partei weg.
rechte Grabenkriege, bei denen nur sie selbst verlieren. Ich freue mich schon auf Nepp-HC 🙂

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