Strache: "Italien wird nicht durchwinken"

Strache: Kettenreaktion bei Abweisungen durch Deutschland

Samstag, 23. Juni 2018 | 13:35 Uhr

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) rechnet damit, dass es zu einer Kettenreaktion kommen wird, sollte Deutschland tatsächlich Flüchtlinge an der Grenze abweisen, die bereits in anderen EU-Ländern registriert sind. Auch andere Staaten würden dann die Grenzen hochziehen: “Das ist die logische Konsequenz”. An ein “Durchwinken” von Flüchtlingen durch Italien glaubt er nicht.

“Sollte (der deutsche Innenminister Horst/CSU, Anm.) Seehofer das sicherstellen, dass die Grenze geschützt wird und Personen zurückgewiesen werden, die woanders registriert sind, sind wir selbstverständlich vorbereitet und werden unsere Grenzen sichern”, sagte der FPÖ-Obmann. Das gleiche mache ja bereits die italienische Regierung, die keine neue illegale Zuwanderung zulasse und Schiffe mit Einreisewilligen abweise.

Sollte Seehofer seine Pläne verwirklichen, werde das zu einem bessern Außengrenzschutz führen, gab sich Strache überzeugt: “Der Druck wird wachsen, dass die EU-Außengrenzen geschützt werden.”

Gleichzeitig betonte Strache, er rechne nicht damit, dass Italien Flüchtlinge einfach durchreisen lässt, weil sie in das Land zurückgewiesen werden, in dem sie als erstes registriert sind: “Italien wird nicht durchwinken”, sagt er. Er habe darüber mit dem italienischen Innenminister Matteo Salvini (bei seinem Besuch vergangene Woche) gesprochen. Italien werde vielmehr – wenn nötig – für eine konsequente Außer-Landes-Bringung der illegal Eingereisten sorgen. Dies mache auch Österreich, seit die FPÖ in der Regierung ist, meinte Strache. Die “Abschubvorgänge” hätten seitdem um 40 Prozent zugenommen.

In der Tageszeitung “Österreich” ergänzte Strache, Österreich werde noch am gleichen Tag “mitziehen” würde, wenn Deutschland Flüchtlinge an der deutschen Grenze abweisen sollte. “Genau, das wird die Konsequenz sein. Und das wird dazu führen, dass alle Länder, die danach folgen, das auch tun müssen.” Man sei sind “für diesen Tag X an den Grenzen gerüstet”. Das alles bedeute, “dass Schengen für gewisse Zeit ausgesetzt wird, aber nur so kann Schengen wieder möglich werden.” Denn damit werde “die Notwendigkeit unübersehbar gemacht”, die EU-Außengrenze effizient zu sichern.

Eine Festlegung gab Strache hinsichtlich der EU-Wahl im kommenden Jahr ab: Spitzenkandidat soll der FPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament Harald Vilimsky werden, sagte der Parteichef im ORF-Radio. Dieser habe eine “exzellente Arbeit” abgeliefert.

Von: apa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Strache: Kettenreaktion bei Abweisungen durch Deutschland"


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m69
m69
Superredner
27 Tage 17 h

Das wäre schon lange fällig gewesen…

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