US-Präsident Trump droht Nordkorea

Südkorea fordert vom Norden Verzicht auf Atomwaffen

Mittwoch, 20. September 2017 | 13:48 Uhr

Nach den scharfen Worten von US-Präsident Donald Trump gegen Nordkorea hat Südkorea von der Regierung in Pjöngjang erneut einen Verzicht auf Atomwaffen verlangt. Trumps Rede in der UN-Vollversammlung zeige die “harte und konkrete Haltung” der USA, erklärte das Präsidialamt in Seoul am Mittwoch.

Nordkorea müsse mit harten Sanktionen und anderen Druckmitteln zur Aufgabe seines Atom- und Raketenprogramms bewegt werden. Präsident Moon Jae-in will Trump noch am Mittwoch in New York treffen. Der US-Präsident hatte Nordkorea am Dienstag mit einer völligen Zerstörung gedroht, sollte das isolierte Land die USA bedrohen. Über Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un sagte er: “Der Raketenmann ist auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime.” Westliche Verbündete wie Frankreich oder Deutschland forderten dagegen erneut eine friedliche Lösung.

Das mit Nordkorea sympathisierende China hat nach Trumps Drohungen ebenfalls zur Zurückhaltung aufgerufen. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel sei kompliziert und heikel. “Wir hoffen, dass die betroffenen Parteien Zurückhaltung üben und richtige Schritte unternehmen, um zu helfen, die Spannungen abzubauen”, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Lu Kang, am Mittwoch in Peking.

Auch Russland grenzte sich von den Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump ab. “Wir wollen niemanden dämonisieren, und wir versuchen immer zu verstehen, was der Kern des Problems ist”, sagte Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson in der Nacht auf Mittwoch in New York. “Wenn wir einfach nur verurteilen und drohen, dann machen wir uns wahrscheinlich jene zum Feind, auf die wir Einfluss ausüben wollen”, sagte er dem Ministerium in Moskau zufolge. Russland ziehe es vor, mit allen Parteien im Gespräch zu bleiben.

Japan, das ebenfalls immer wieder von Nordkorea bedroht wird, begrüßte dagegen den Ansatz Trumps. Die internationale Gemeinschaft müsse unter Einbeziehung von China und Russland zusammenarbeiten, um den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. China reagierte zunächst nicht direkt auf die Rede. Das Außenministerium bekräftigte, der Konflikt müsse friedlich und auf diplomatischem Weg gelöst werden. China ist der einzige wichtige Verbündete der nordkoreanischen Regierung. Die Führung in Peking hatte allerdings angesichts der Atom- und Raketentests zuletzt zunehmend Enttäuschung über die Haltung Nordkoreas durchblicken lassen und verschärften Sanktionen zugestimmt.

Von: APA/ag.