Moon Jae-in ist in großer Sorge

Südkorea-Präsident Moon: Nordkorea nähert sich “roter Linie”

Donnerstag, 17. August 2017 | 10:17 Uhr

Südkoreas Präsident Moon Jae-in hat Nordkorea vor dem Überschreiten einer “roten Linie” gewarnt. Falls Pjöngjang die Entwicklung von Interkontinentalraketen vervollständigen und diese mit Atomsprengköpfen einsatzbereit machen sollte, würde er das als Grenzüberschreitung ansehen, sagte Moon am Donnerstag. “Nordkorea nähert sich der roten Linie.”

US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea nach neuen Raketentests zuletzt mit “Feuer und Wut” gedroht und damit vor dem Hintergrund der atomaren Bewaffnung beider Länder weltweit für große Unruhe gesorgt. Nordkorea drohte damit, Raketen in Gewässer nahe der US-Pazifikinsel Guam abzufeuern, stellte diese Pläne dann aber vorerst zurück.

Moon äußerte sich zuversichtlich, dass es keinen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel geben werde. Die USA würden keine militärischen Schritte gegen Nordkorea unternehmen, ohne dies mit ihrem Alliierten Südkorea abzusprechen, bekräftigte Moon. “Jede militärische Aktion auf der koreanischen Halbinsel erfordert Südkoreas Zustimmung, sofern sie nicht außerhalb der Halbinsel erfolgt.”

Die Worte wurden in Seoul auch als Versuch Moons verstanden, Befürchtungen im In- und Ausland entgegenzuwirken, der Atomstreit mit Nordkorea könne zu einem bewaffneten Konflikt auf der Halbinsel eskalieren. Er gehe davon aus, dass Trump mit seinen scharfen Worten vor allem seine Entschlossenheit zeigen wolle, noch mehr Druck auf Pjöngjang auszuüben, sagte Moon, der im Mai das Amt mit dem Vorsatz angetreten war, wieder stärker auf Nordkorea zuzugehen.

Moon rief die kommunistische Führung in Pjöngjang auf, zum Dialog zurückzukehren und von “weiteren Provokationen” Abstand zu nehmen. Nordkorea müsse sich ansonsten auf noch härtere Sanktionen einstellen, denen es letztlich nicht mehr standhalten könne, warnte Moon. Sollte Nordkorea auf weitere Raketen- und Atomtests verzichten, werde er erwägen, einen Sondergesandten nach Pjöngjang zu schicken.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte Anfang dieses Monats nach zwei Tests mit Langstreckenraketen durch Nordkorea im Juli die bisher schärfsten Sanktionen gegen das diplomatisch isolierte Land verhängt. Experten zufolge könnten die Raketen auch US-Gebiet erreichen. Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich dadurch nochmals verschärft. Nordkorea wirft den USA vor, durch ihre Militärübungen mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide aber bestreiten.

Im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm hatte sich der Ton zwischen Washington und Pjöngjang zuletzt deutlich verschärft. Am Dienstag erklärte Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un dann, er sehe zunächst davon ab, Raketen in Richtung des US-Außengebiets abzuschießen.

Auch Washington rückte von seiner Kriegsrhetorik ab. Trumps Chefstratege Steve Bannon sagte der Webseite “American Prospect” am Mittwoch, es gebe “keine militärische Lösung” des Atomkonflikts mit Pjöngjang.

Die Konfrontation mit Nordkorea sei “nur ein Nebenschauplatz”, sagte der Stratege dem linksgerichteten Online-Medium demnach. In Wahrheit drehe sich alles um den Handelskonflikt mit China. “Der Wirtschaftskrieg mit China ist alles. Und wir müssen uns wahnsinnig darauf konzentrieren”, zitierte “American Prospekt” Bannon. Ansonsten würden die USA in spätestens zehn Jahren deutlich gegenüber Peking an Einfluss verlieren.

Abfällig äußerte sich Bannon in dem Interview auch über weiße Nationalisten, die er früher als Chef des rechtsgerichteten Internet-Portals Breitbart unterstützt hatte. Sie seien “Loser” und eine “Ansammlung von Clowns”, betonte er.

Seit dem Korea-Krieg 1950 bis 1953 sind Südkorea und die USA mit Nordkorea formal im Kriegszustand. Sie haben keinen Friedensvertrag, sondern lediglich einen Waffenstillstand unterzeichnet.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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5 Kommentare auf "Südkorea-Präsident Moon: Nordkorea nähert sich “roter Linie”"


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enkedu
enkedu
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Moon sollte nicht mit dem Leben seiner Bürger spielen. Einen Krieg übersteht er politisch nicht.

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

@enkedu – Moon? Das Problem sind wohl KimJong-Un und die Clowns im Weißen Haus, die einen Machtkampf unter Narzissten ausfechten!

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

@denkbar Falsch. Ich meine es so wie ich es schrieb.

Lingustar
Lingustar
Superredner
1 Monat 6 Tage

Kaschperl Theater…!!!  Irgendwie muss das Sommerloch ja gefüllt werden.
Der Fettwanst in Pyöngyang weis sehr genau, dass er und ganz Nord-Korea einen Angriff auf die USA nicht einen Tag überleben würde…. Und das hat auch nur sekundär etwas mit dem anderen Hirnspastiker in Washington zu tun.

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

…sehr gewählte Ausdrucksweise 😂😂

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