Nord- und Südkorea nähern sich an - aber um welchen Preis?

Südkorea will Menschenrechte bei Nordkorea-Gipfel aussparen

Mittwoch, 04. April 2018 | 08:41 Uhr

Nach scharfen Warnungen aus Pjöngjang bemühte sich Südkoreas Außenministerin Kang Kyung Wha am Mittwoch um Beschwichtigung: Bei dem Gipfel am 27. April sollten nur jene Themen besprochen werden, auf die sich beide Seiten geeinigt hätten, sagte sie. Damit soll wohl das sensible Thema Menschenrechte ausgespart werden. Die Einbeziehung des Themas Menschenrechte werde “mehr Vorbereitung erfordern”.

Zuvor hatten nordkoreanische Staatsmedien scharf kritisiert, dass Südkorea eine neue UN-Resolution gegen die Menschenrechtsverletzungen im Norden unterstützen will. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete die Haltung Südkoreas als “offene politische Provokation” und als “inakzeptablen Akt, der die Atmosphäre für einen Dialog herunterkühlt”.

Menschenrechtler werfen Nordkorea gravierende Verstöße vor. Ihren Schätzungen zufolge leben in dem Land bis zu 120.000 politische Gefangene in einem Gulag-artigen Lagersystem. Ein vor vier Jahren veröffentlichter UN-Bericht kam zu dem Schluss, dass die Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea “in der derzeitigen Welt ohne Beispiel” seien.

Seit Jahresbeginn herrscht in den Beziehungen zwischen den jahrzehntelang verfeindeten koreanischen Staaten diplomatisches Tauwetter. Für den 27. April ist ein Gipfeltreffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in geplant. Im Mai soll es sogar ein Treffen Kims mit US-Präsident Donald Trump geben.

Von: APA/ag.

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