Schreiben an Bundespräsident Van der Bellen

Südtirol-Ausschuss-Vorsitzende fordern Freiheitskämpfer-Begnadigung

Donnerstag, 11. April 2019 | 13:25 Uhr

Bozen – Die Führungsspitze des Südtirol-Ausschusses im österreichischen Parlament setzt sich für die generelle Amnestie der noch lebenden Südtiroler Freiheitskämpfer ein. In einem gemeinsamen Schreiben wird an Bundespräsident Alexander Van der Bellen appelliert, dass dieser bei nächster Gelegenheit mit Italiens Staatschef Sergio Mattarella bezüglich einer Amnestie der Südtiroler Freiheitskämpfer in Kontakt treten solle.

Dies berichtete die “Tiroler Tageszeitung” in ihrer Donnerstagsausgabe. “Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie sich für eine Amnestie der noch lebenden Südtiroler Freiheitskämpfer einsetzten”, heißt es in dem Schreiben von Ausschuss-Vorsitzendem ÖVP-Abg. Hermann Gahr und seinen Stellvertretern Hermann Krist (SPÖ) und Werner Neubauer (FPÖ).

Ende des Vorjahres hatten die Kinder des Südtirol-Aktivisten Heinrich Oberleitner ein Gnadengesuch an Mattarella gerichtet. Der 77-Jährige, der im deutschen Gössenheim lebt, gehörte zur Gruppe der “Pusterer Buam”, die für Anschläge in den 1960er-Jahren in Südtirol verantwortlich waren. Die Staatsanwaltschaft Brescia stimmte dem Gnadengesuch zu, die Entscheidung liegt jetzt beim Staatspräsidenten.

Wegen der Anschläge in der Feuernacht 1961, bei der rund 40 Strommasten gesprengt worden waren, und weiterer Attentate erhielten der heute 77-jährige Oberleiter und andere “Pusterer Buam” langjährige Haftstrafen. Oberleiter wurde ein Mord an einem Carabiniere vorgeworfen. Deswegen konnte der nach Österreich geflohene Oberleiter nicht mehr nach Südtirol einreisen.

STF erfreut

Die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Myriam Atz Tammerle und Sven Knoll, zeigen sich erfreut und bedanken sich beim Südtirol-Ausschuss im österreichischen Parlament, dass sich dieser für die Begnadigung der im Exil lebenden Süd-Tiroler Freiheitskämpfer wie der „Pusterer Buam“ ausspricht. „Die Begnadigung der Freiheitskämpfer ist seit Langem keine politische Frage mehr, sondern ein Akt der Menschlichkeit“, gaben die Mitglieder des Südtirol-Ausschusses als Begründung an. Atz Tammerle und Knoll sind derselben Überzeugung.

Von: apa

Bezirk: Bozen