Reinhold Messner freut sich über Wahlergebnis

Freiheitlichen und Süd-Tiroler Freiheit wurde “endlich das Maul gestopft”

Montag, 22. Oktober 2018 | 10:30 Uhr

Bozen – “Mit Freude” hat der wohl bekannteste lebende Südtiroler, Extrembergsteigerlegende Reinhold Messner, das Landtagswahlergebnis aufgenommen. Die Südtiroler Volkspartei habe als Zentrumspartei trotz Verlusten “gut abgeschnitten”, sagte Messner im APA-Gespräch. Zudem freute er sich darüber, dass “die beiden rechtspopulistischen Parteien”, Freiheitliche und Süd-Tiroler Freiheit, schlecht abschnitten.

Den beiden sei “endlich das Maul gestopft worden”, war die Bergsteigerlegende zufrieden mit den beträchtlichen Verlusten der beiden Oppositionsparteien. Er könne deren “völkisches Geschwätz” nicht mehr hören, erklärte Messner gewohnt wortgewaltig. Besonders vom Abschneiden der Süd-Tiroler Freiheit zeigte sich Messner “angetan”.

Der 74-Jährige hatte bereits im Wahlkampf keinen Hehl aus seiner Sympathie für die SVP und ihren Spitzenkandidaten Arno Kompatscher gemacht. Und auch nach der Wahl gab es Lob für den Landeschef. Unter Kompatscher sei die Südtiroler Volkspartei zur eindeutigen und erklärten Autonomiepartei geworden. Sie sei auch weiterhin – trotz der nunmehr rund 42 Prozent – eine “Sammelpartei”. Die SVP sollte in Zukunft nur vielleicht auch den Mut haben, eine Sammelpartei für alle Südtiroler zu sein, also auch für die italienische Volksgruppe.

Der SVP werde nun “nichts anderes übrig bleiben”, als mit der Lega zu koalieren, so Messner. Er bezweifelte übrigens, dass die Lega, wie in manchen Medien dargestellt, auch in größerem Ausmaß von den Deutschsprachigen gewählt worden ist. Sie sei von den Italienern zu dieser starken Kraft gemacht worden – nicht zuletzt, da sie sich als “italienische Autonomiepartei” dargestellt habe.

Das gute Abschneiden des Teams Köllensperger war für Messner laut eigenen Angaben nicht überraschend. Dieser sei “weder rechts noch links”, sonder sei vielmehr der SVP ähnlich – mit dem Unterschied dass er mehr als diese “auf die Ränder achtet”.

Seine Heimat sah die Bergsteigerikone jedenfalls hervorragend aufgestellt – nicht zuletzt auch wegen des Vorteils der Mehrsprachigkeit. Die Autonomie sei so gut abgesichert wie noch nie. Jeder italienische Regierungschef, der die Chuzpe habe, daran zu rütteln, würde scheitern, zeigte sich Messner überzeugt.

Von: apa

Bezirk: Bozen

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