Achammer: "Absolute Chaostruppe"

Südtirol-Wahl: SVP mit Frontalattacken gegen italienische Regierung

Freitag, 19. Oktober 2018 | 13:30 Uhr

Bozen – Die Südtiroler Volkspartei hat zwei Tage vor der Landtagswahl Frontalattacken auf die italienische Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega Nord geritten. “Das ist eine absolute Chaostruppe”, sagte Parteichef Philipp Achammer am Freitag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Bozen.

Vor allem die Aussagen von Regierungsvertretern zum Budget-Streit mit der EU-Kommission, zum Brennerbasistunnel und zur Südtirol-Autonomie waren der Parteispitze rund um Achammer und Landeshauptmann Arno Kompatscher ein Dorn im Auge. Die Äußerungen in Sachen Finanzhaushalt Italiens seien “zum Teil sehr europafeindlich”, kritisierten die beiden SVP-Frontmänner und nahmen Bezug auf eine Aussage von Vizepremier Matteo Salvini, wonach ihm “völlig egal” sei ,was Brüssel sage.

Auch das Plädoyer des italienischen Ministers für die Beziehungen zum Parlament, Riccardo Fraccaro (Fünf-Sterne-Bewegung), für einen Baustopp des Brennerbasistunnels (BBT) stießen der SVP auch am Tag danach noch sauer auf. Die Sammelpartei kritisierte auch die widersprüchlichen Aussagen der Regierung zu dem Großprojekt.

Fracarro befindet sich auch sonst im Fadenkreuz der SVP – habe sich dieser doch für die Überwindung des zweiten Autonomiestatuts bzw. eine Verlegung der Autonomie auf die Region Südtirol-Trentino ausgesprochen. Auch von “Privilegien” in Zusammenhang mit der Autonomie sei die Rede gewesen. “Wir nehmen diese Entwicklung mit Sorge zur Kenntnis”, erklärte Kompatscher.

Die Lega Nord als möglichen Koalitionspartner nach der Wahl ausschließen, wollten aber weder Achammer noch Kompatscher. Man werde aber nur mit einer Partei zusammenarbeiten, mit der “Stabilität und Zuverlässigkeit” garantiert sei. Zudem brauche es “Europafreundlichkeit” und ein klares Bekenntnis zur Autonomie Südtirols, wurde erneut betont.

Von: apa

Bezirk: Bozen