In Aleppo wird wieder heftig gekämpft

Syrische Armee meldete Beginn von Offensive in Ost-Aleppo

Donnerstag, 22. September 2016 | 22:44 Uhr

Die syrische Armee hat den Beginn einer Offensive zur Rückeroberung des von Rebellen gehaltenen Ostteils von Aleppo bekannt gegeben. Der Einsatz in den östlichen Stadtteilen von Aleppo habe begonnen, hieß es in einer am Donnerstag von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana verbreiteten Erklärung.

Bewohner sollten sich “von den Positionen der terroristischen Gruppen” fernhalten, hieß es. Die syrische Führung bezeichnet ihre Gegner als Terroristen.

In New York traf inzwischen die internationale Syrien-Unterstützergruppe zu Gesprächen zusammen, um das weitere Vorgehen nach dem Ende der Waffenruhe in dem Kriegsland zu beraten. Zuletzt hatte sich die Gruppe am Dienstag getroffen.

Die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe war am Montag nach einer Woche von der syrischen Armee für beendet erklärt worden. Seither entbrannten die Kämpfe wieder mit voller Wucht. Für Streit zwischen den USA und Russland sorgte ein Luftangriff auf einen Hilfskonvoi; Washington machte Moskau dafür verantwortlich, Moskau wies die Anschuldigung zurück. Bei dem Angriff wurden etwa 20 Menschen getötet.

Die Vereinten Nationen nahmen unterdessen am Donnerstag nach zwei Tagen Pause ihre Hilfslieferungen wieder auf. Im Laufe des Tages kamen Lastwagen mit Lebensmitteln und Medikamenten in einem belagerten Vorort von Damaskus an, wie ein UNO-Sprecher mitteilte. Die Transporte waren unterbrochen worden, nachdem ein Konvoi in der Nähe von Aleppo unter Beschuss geraten war.

Die Sicherheitslage sei je nach Region unterschiedlich, sagte ein UN-Vertreter. Hilfslieferungen könnte hoffentlich schon bald auch in die umkämpften Gebiete im Raum Aleppo erfolgen. “An der türkisch-syrischen Grenze stehen 40 Lastwagen”, sagte der für humanitäre Fragen zuständige UN-Gesandte Jan Egeland in Genf. “Die Lebensmittel laufen am Montag ab.” Egeland rief Assad auf, den Hilfsgruppen die erforderlichen Genehmigungen und Sicherheitsgarantieren für die Weiterfahrt zu geben.

In der türkischen Grenzstadt Kilis wurden unterdessen bei Artillerieangriffen von syrischem Gebiet aus am Donnerstag nach Berichten neun Menschen verletzt. Türkische Medien meldeten, der Beschuss komme aus einer vom IS kontrollierten Region in Syrien. Eine Rakete habe einen Markt in der Innenstadt von Kilis getroffen und sechs Kinder und einen Erwachsenen verletzt.

Der Einschlag löste Panik aus. Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch. Alle Opfer seien Flüchtlinge aus Syrien, die inzwischen die Hälfte der Bevölkerung von Kilis ausmachen, hieß es in den Medienberichten. Kurz nach dem Angriff auf den Markt sei eine zweite Rakete eingeschlagen, die zwei weitere Menschen verletzt habe, berichtete der türkische Sender NTV.

Die Angriffe erfolgten einen Monat nach dem Beginn der türkischen Militärintervention in Syrien, die gegen den IS sowie gegen kurdische Verbände gerichtet ist. Die türkische Armee reagierte auf die Attacken nach eigenen Angaben mit Artilleriefeuer und Luftangriffen gegen IS-Stellungen in Syrien.

Kilis wurde in den vergangenen Monaten mehrfach von Syrien aus beschossen. Dabei wurden 22 Menschen getötet, mehrheitlich syrische Flüchtlinge. Durch den seit 2011 andauernden Bürgerkrieg in Syrien wurden Millionen Syrer in die Flucht getrieben. Allein in der benachbarten Türkei fanden rund 2,5 Millionen von ihnen Zuflucht.

Von: APA/ag.

Kommentare

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2 Kommentare auf "Syrische Armee meldete Beginn von Offensive in Ost-Aleppo"


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hoffnung
Grünschnabel
6 Tage 12 h

In der arabischen Welt bombardieren die Weltmächte alles kurz und klein. Damit treiben sie die Flüchtlinge alle nach Europa. Europa ist demgegenüber vollkommen überfordert. Es hat keinen Einfluss auf die Politik der Weltmächte. Früher oder später überrennen die Flüchtlinge die EU und die Volksparteien werden sang und klanglos untergehen.

Amadeus
Neuling
6 Tage 8 h

Entweder die EU Politiker, besser noch die einzelnen Staaten, ändern etwas an der ganzen Geschichte, oder wir haben über kurz oder lang den schönsten Sozialkrieg in Europa. Die so hart errungenen sozialen Absicherungen der EU Bürger sind dann hinfällig. Doch wir werden uns wehren. 

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