Weißhelme werden begraben

Syrische Armee verdrängte IS aus letzter Hochburg Homs

Samstag, 12. August 2017 | 14:03 Uhr

Syrische Regierungstruppen haben die Islamisten-Miliz IS aus der letzten großen Stadt in der Provinz Homs verdrängt. Die Armee habe die Stadt Al-Suchna nun wieder vollständig unter ihrer Kontrolle, meldeten staatliche Medien am Samstag. Unterdessen wurden in der nordwestlichen Provinz Idlib sieben Mitarbeiter der Hilfsorganisation Weißhelme getötet.

Wie die Organisation am Samstag mitteilte, wurden ihre Mitarbeiter im Morgengrauen in ihrem Einsatzzentrum in Sarmin überfallen. Zwei Kleinbusse, Funksprechgeräte und die als Erkennungszeichen dienenden weißen Helme seien gestohlen worden. Es ist nicht klar, ob es sich um einen Raubüberfall oder eine politisch motivierte Tat handelte.

“Unbekannte sind in das Rettungszentrum in Sarmin eingedrungen und haben sieben Freiwillige getötet”, teilten die Weißhelme mit. Die Organisation verbreitete Fotos der Leichen, die in Blutlachen lagen. “Die sieben Helfer wurden mit Kopfschüssen getötet”, sagte der Leiter der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Dutzende Menschen nahmen an der Beisetzung der Getöteten teil. Das Rettungszentrum wurde geschlossen. In der Provinz Idlib sind überwiegend islamistische und Jihadistische Gruppen aktiv.

Die Weißhelme bemühen sich um die Rettung von Zivilisten, die im syrischen Bürgerkrieg verletzt werden. Das Einsatzgebiet befindet sich in Regionen, die nicht von den syrischen Regierungstruppen kontrolliert werden. Die Regierung in Damaskus sieht in ihnen Marionetten ausländischer Regierungen. Im vergangenen Jahr waren die Weißhelme für den Friedensnobelpreis nominiert. Die Weißhelme werden unter anderem von Großbritannien, den Niederlanden, Japan, den USA und Deutschland finanziell unterstützt.

Von: APA/ag.