Es geht zurück in die syrische Heimat

Syrische Flüchtlinge kehren aus Libanon in Heimat zurück

Samstag, 28. Juli 2018 | 15:23 Uhr

Hunderte syrische Flüchtlinge sind am Samstag aus dem Libanon in ihre Heimat zurückgekehrt. Das staatliche syrische Fernsehen berichtete, rund 1.200 Menschen würden in einem Buskonvoi über die Grenze gebracht. Auch der libanesische Fernsehsender Al-Jadid zeigte Aufnahmen von den Bussen an der Grenze, die die Syrer in nicht mehr umkämpfte Gebiete bringen sollen.

Die libanesischen Sicherheitskräfte erklärten, in Kürze würden Hunderttausende Syrer in ihr Land zurückkehren. Die Regierungen der beiden Nachbarstaaten hatten sich auf die Rückkehr der vor dem Bürgerkrieg geflohenen Menschen verständigt. Es gab bereits mehrere Konvois nach Syrien.

Die UNO sieht die Transporte kritisch und argumentiert, die Bedingungen für eine Rückkehr in ein Land, in dem nach sieben Jahren noch immer gekämpft wird, seien noch nicht alle erfüllt. In dem Konflikt wurden schätzungsweise eine halbe Million Menschen getötet, 5,6 Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen, 6,6 Millionen wurden innerhalb des Landes durch die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen vertrieben.

Allein der Libanon hat nach eigenen Angaben 1,5 Million Flüchtlinge aufgenommen, gut ein Viertel seiner Bevölkerung. Viele Syrer sind in die Türkei und nach Jordanien geflohen oder sind in die EU gekommen.

Das Verteidigungsministerium in Russland hat nach Beratungen mit der libanesischen Führung vor wenigen Tagen erklärt, rund 1,7 Millionen Syrer könnten in naher Zukunft aus dem Ausland zurückkehren. Russland ist neben dem Iran der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und unterstützt dessen Armee durch den Einsatz seiner Luftwaffe.

Spitzenvertreter der syrischen Kurden haben sich unterdessen nach eigenen Angaben mit der Regierung auf die Aufnahme von Gesprächen über ein Ende der Gewalt in dem Bürgerkriegsland verständigt. Dazu sei die Einsetzung von Ausschüssen vereinbart worden, teilte der maßgeblich von Kurden getragene Demokratische Rat Syriens (SDC) am Samstag mit. In den neuen Gremien solle ein “Fahrplan für den Weg zu einem demokratischen, dezentralisierten Syrien” entworfen werden. Die Gespräche in Damaskus seien auf Initiative der Regierung zustande gekommen.

Von: APA/ag.

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