Die Stadt im Norden Syriens ist stark vom Krieg gezeichnet

Syrische Jugendliche feiern in Aleppo Weltjugendtag

Samstag, 30. Juli 2016 | 12:59 Uhr

Trotz Bombenangriffen und Bürgerkriegs haben Hunderte Jugendliche in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo parallel zum katholischen Weltjugendtag in Krakau gefeiert. Die rund 1.200 jungen Leute schickten Papst Franziskus, der noch bis Sonntag beim Treffen junger Katholiken in Polen ist, einen Foto- und Videogruß.

“So etwas zu machen, ist in Kriegszeiten nicht leicht, wir hatten große Probleme, aber versuchen, sie zu meistern”, sagte Vater Pier von der Ordensgemeinschaft Salesianer laut Mitteilung des Weltjugendtages von Samstag. Mehr als 30 Vereine, Kirchengruppen und Schulen machten bei dem Treffen in der Kirche Santa Matilde in Aleppo mit.

Der Papst hatte am Weltjugendtag immer wieder dazu aufgerufen, den leidenden Menschen in Syrien zu helfen und sie aufzunehmen. Aleppo hat der Bürgerkrieg in Syrien besonders hart getroffen. Die syrische Führung bombardiert dort weiter Rebellenviertel. Die Vereinten Nationen hatten vergangene Woche über Angriffe auf vier Krankenhäuser in der Stadt berichtet.

Unterdessen wurden die Luftangriffe des syrischen Regimes und seiner Verbündeten in der Nähe von Aleppo fortgesetzt. Bei mehreren Luftschlägen auf Dörfer im Umland der nordsyrischen Metropole seien dabei mindestens 30 Menschen verletzt oder getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Genaue Angaben zu Opfern und Schäden wurden zunächst nicht gemacht. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Die Rebellenviertel im Osten Aleppos sind derzeit von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem syrische Truppen und ihre Verbündeten vor zwei Wochen die letzte Versorgungsroute in die umkämpfte Stadt gekappt hatten. Internationale Hilfsorganisationen befürchten eine humanitäre Katastrophe. Am Donnerstag hatte der syrische Machthaber Bashar al-Assad den Rebellen eine Amnestie angeboten, wenn diese ihre Waffen niederlegen würden. Ein Sprecher der Opposition in Aleppo wies am Samstag Berichte zurück, nach denen Aufständische die Stadt verlassen hätten.

Von: APA/dpa