Schlacht um Aleppo geht in die nächste Phase

Syrische Rebellen starten neue Offensive auf Aleppo

Freitag, 05. August 2016 | 18:22 Uhr

Syrische Rebellengruppen unter islamistischer Führung haben eine neue Offensive im Kampf um die frühere Metropole Aleppo gestartet. Die Rebellen versuchten, den Belagerungsring der Regierungstruppen von Machthaber Bashar al-Assad im Süd-Westen der Stadt zu durchbrechen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit.

Die Beobachter sprachen von schwerem Artilleriebeschuss der Rebellen und von Luftangriffen des Regimes und seiner Verbündeten. Durch die Luftschläge auf den von Rebellen gehaltenen Ostteil Aleppos sollen am Freitag mindestens zehn Zivilisten getötet worden sein. Drei Zivilisten seien durch Granatenbeschuss auf die von Regierungstruppen kontrollierten Viertel gestorben, hieß es.

Die frühere Handelsmetropole Aleppo im Norden Syriens ist zweigeteilt: Der Westen wird von Regierungstruppen gehalten, der Osten von Aufständischen. Darunter sind sowohl moderate als auch islamistische Gruppierungen.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind bis zu 300.000 Menschen im Osten der Stadt eingeschlossen. Das syrische Regime hatte vor gut zwei Wochen die letzte Versorgungsroute in den Ostteil Aleppos gekappt. Seit gut einer Woche versucht ein Bündnis von Rebellengruppen unter Führung von Islamisten, die Belagerung zu brechen.

“Dieser Kampf wird die Machtverhältnisse in Syrien verändern”, sagte der Anführer der islamistischen Jabhat Fatah al-Sham (“Eroberungsfront der Levante”), Abu Mohammed al Jaulani, in einer Audiobotschaft, die am Freitag veröffentlicht wurde. Al-Jaulani lobte die “Einheit” der Rebellen in der Botschaft. Die Nachricht konnte nicht unabhängig verifiziert werden.

Die Gruppe will die verschiedenen Rebellengruppen einen und in Syrien ein Herrschaftsgebiet unter der islamischen Rechtsprechung der Scharia aufbauen.

Von: APA/dpa

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