Rodja Felat: Kampferprobte Kommandantin

Syrische Rebellen wollen bald Offensive auf Raqqa starten

Freitag, 12. Mai 2017 | 13:47 Uhr

Syrische Rebellen wollen im Frühsommer die entscheidende Offensive zur Rückeroberung der nordsyrischen Stadt Raqqa von der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” starten. “Der Angriff auf Raqqa wird zu Beginn des Sommers stattfinden”, sagte eine Kommandantin der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Rojda Felat, am Freitag in Tabqa. Gewartet wird noch auf Waffen aus den USA.

Die Jihadistenmiliz IS hatte Raqqa und weite Landstriche in Syrien und im Irak im Sommer 2014 erobert. Im November starteten SDF-Kämpfer eine Offensive zur Rückeroberung Raqqas. Die arabisch-kurdische Rebellenallianz wird von den USA unterstützt.

Beim Vormarsch auf Raqqa hatten die SDF-Kämpfer zuletzt die Stadt Tabqa zurückerobert: Am Mittwoch verkündete die Miliz die vollständige Einnahme der Stadt und eines nahegelegenen Staudamms. Die Einnahme von Tabqa galt als wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur Rückeroberung der inoffiziellen IS-Hauptstadt. Tabqa liegt nur 55 Kilometer von Raqqa entfernt im Euphrat-Tal.

Vor der Offensive auf Raqqa erwarten die SDF-Kämpfer eine Lieferung von “Spezialwaffen und Panzerfahrzeugen” von den USA, wie der stellvertretende SDF-Chef Kahraman Hassan sagte. Die versprochene Militärhilfe werde “bald eintreffen”. US-Präsident Donald Trump hatte vor einigen Tagen die Lieferung schwerer Waffen an die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) genehmigt, die maßgeblich an der SDF-Allianz beteiligt ist.

Die türkische Regierung hatte die geplante US-Militärhilfe scharf kritisiert. Die Türkei betrachtet die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation. Sie befürchtet, dass Waffenlieferungen an die YPG in den Händen der PKK landen. Die US-Regierung schätzt die YPG-Miliz dagegen als schlagkräftigen Verbündeten im Kampf gegen den IS.

Von: APA/ag,