Nach dem Täter wird gefahndet

Täter nach Terroralarm in Stockholm weiter flüchtig

Freitag, 07. April 2017 | 23:30 Uhr

Nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm fahndet die Polizei weiter nach dem Täter. Ein am Freitagabend in einem Vorort von Stockholm festgenommener Mann sei nicht derjenige, der den Lkw durch eine Menschenmenge in der Innenstadt gesteuert habe, erklärte ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz.

Der Festgenommene hat sich nach Angaben der Polizei am Abend in einem Geschäft auffällig verhalten. Deshalb sei eine Polizeistreife auf ihn aufmerksam geworden und habe ihn festgenommen. Die Person stimme mit dem Mann überein, der auf einem Bild unweit des Tatorts aufgetaucht war. “Wir haben eine Anzahl von Personen kontrolliert, die interessant waren, und vor einer Weile eine Person festgenommen, an der wir besonders interessiert sind”, hieß es.

Die Polizei geht von einem Terroranschlag aus, bestätigte der Sprecher auf der Pressekonferenz. “Wir haben eine Arbeitshypothese, dass das hier eine Terrortat ist”, sagte Sprecher Stefan Hector. Ein weiterer Sprecher sagte: “Wir haben eine Anzahl von Personen kontrolliert, die interessant waren, und vor einer Weile eine Person festgenommen, an der wir besonders interessiert sind.”

Laut der Nachrichtenagentur TT teilte die Polizei zudem mit, bei der Attacke seien vier Personen ums Leben gekommen. Zunächst war von drei Todesopfern die Rede. Am Abend hieß es bei den Stockholmer Behörden, eine Person sei im Krankenhaus gestorben. Es würden zudem 15 Verletzte behandelt, darunter auch Kinder. Neun Personen seien schwer verletzt. Von betroffenen Österreichern war zunächst nichts bekannt.

Am Nachmittag war ein Lkw im Zentrum der Hauptstadt in eine Menschenmenge gerast. Die Polizei fahndete mit einem Foto nach einem Mann, der einen grauen Kapuzenpullover trug. Sie schloss nicht aus, dass weitere Personen involviert waren. Die Polizei warnte die Bevölkerung davor, in die Innenstadt zu kommen.

Der Angriff ereignete sich auf der Straße Drottninggatan, einer auch bei Touristen beliebten Einkaufsmeile. Dort raste ein Lastwagen in ein Kaufhaus. Augenzeugen berichteten, der Lkw sei in Zick-Zack-Linien auf Menschen zugefahren. “Er hat Menschen getroffen, es war furchtbar”, sagte ein Australier. “Er hat einen Kinderwagen mit einem Kind darin getroffen, zerstört.” Auf der Straße lagen mit Tüchern abgedeckte Körper. Bei dem Lastwagen handelte es sich um einen Bier-Transport. Er sei gestohlen worden, teilte der Sprecher einer Brauerei mit. Ein maskierter Mann sei ins Führerhaus gesprungen, habe den Motor gestartet und sei davongefahren.

Zahlreiche Polizei- und Krankenwagen eilten ins Stadtzentrum. Dort war die Lage insgesamt sehr angespannt. Der U-Bahn-Verkehr wurde auf Anweisung der Polizei vorerst eingestellt und der Hauptbahnhof evakuiert. Auch der gesamte Zugverkehr von und zum Hauptbahnhof der schwedischen Metropole wurde für den Rest des Tages ausgesetzt. Auch der Verkehr zwischen Schweden und Dänemark über die Öresund-Brücke wurde nach Angaben der Betreiber zeitweise beschränkt, offenbar um Fahndungsmaßnahmen der schwedischen Polizei zu unterstützen. Die Polizei erklärte, es habe keinen Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag gegeben.

Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Regierungschef Stefan Löfven sagte aber, alles deute auf einen “terroristischen Akt” hin: “Schweden ist angegriffen worden.” Die Attacke erinnert an eine Reihe von Anschlägen, bei denen Anhänger der Extremistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) in den vergangenen Monaten mit Fahrzeugen in Menschenmengen gerast waren. Im Dezember hatte ein Attentäter einen Laster auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gelenkt und zwölf Menschen getötet. In London kamen im März fünf Menschen vor dem britischen Parlament ums Leben. Eine weitere Attacke in Nizza brachte im Sommer vergangenen Jahres 86 Menschen den Tod.

Der schwedische König Carl Gustav zeigte sich entsetzt: “Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien”, erklärte das Staatsoberhaupt.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte in Brüssel: “Ein Angriff auf einen unserer Mitgliedsstaaten ist ein Angriff auf uns alle.” EU-Ratspräsident Donald Tusk twitterte: Schweden könne auf jede erdenkliche Hilfe bauen. “Mit dem Herzen bin ich an diesem Nachmittag in Stockholm.” Die Vereinten Nationen verurteilten den mutmaßlichen Anschlag in der schwedischen Hauptstadt Stockholm.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen nannte den mutmaßlichen Terroranschlag eine “entsetzliche, verabscheuungswürdige Tat”. “Mein Mitgefühl ist bei den Opfern und ihren Angehörigen”, schrieb er auf Facebook. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) schrieb auf Facebook: “Fürchterliche Nachrichten aus Schweden. (…) Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen der Opfer.” Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) schrieb auf Facebook: “Ich verurteile den hinterhältigen Terroranschlag (…) Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden. Wir trauern mit ihnen.” Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zeigte sich “tief betrübt über die tragischen Ereignisse” in Stockholm. “Stehen in dieser Stunde der Trauer SWE-Freunden bei; werden allen Formen des Terrorismus gemeinsam begegnen”, formulierte er auf Twitter.

Der burgenländische ÖVP-Klub war zum Zeitpunkt des Gewaltakts gerade zu Besuch in Stockholm. Er habe die Ereignisse “hautnah” miterlebt, berichtete Landesparteiobmann Thomas Steiner im Gespräch mit der APA. Er und etwa 20 weitere Mitreisende seien gerade in einem Restaurant eine Straße weiter gewesen, als sie “viel Bewegung” und “laufende Menschen” auf der Straße bemerkt hätten. Hubschrauber seien gekreist und er habe gesehen, wie eine verletzte Frau vorbeigetragen wurde, erzählte der Parteichef. Polizei und Soldaten hätten alles abgesperrt und sie seien ins nahegelegene Hotel geschickt worden. Von den Mitreisenden sei niemand betroffen. “Wir haben Glück gehabt”, so der Parteichef.

Das Innenministerium hat nach Angaben von Ressortsprecher Karl-Heinz Grundböck “aktuell keinen Hinweis auf irgendeinen Bezug zu Österreich”, was den Anschlag in Stockholm betrifft. “Hinweise auf eine konkrete Bedrohungssituation in Österreich bestehen derzeit nicht”, ergänzte er.

Von: APA/dpa

Kommentare

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35 Kommentare auf "Täter nach Terroralarm in Stockholm weiter flüchtig"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
barbastella
barbastella
Grünschnabel
23 Tage 13 h

der einzige schutz ist, die Grenzen zu schließen…😭

Neumi
Neumi
Superredner
23 Tage 10 h

Zumindest kann man sich davon am besten einbilden, dass das schützt.

Krampus
Krampus
Tratscher
23 Tage 9 h

@Neumi no sog ins deine lösungsvorschläge, superschlaua(er)

Rocky
Rocky
Neuling
23 Tage 9 h

Bei dene helfen auch keine Grenzen

Raphi
Raphi
Neuling
23 Tage 9 h

Schon zu spät😪😪

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
23 Tage 8 h

@Neumi Wenn du dagegen bist, gehe bitte.

wir brauchen zukunft für uns und unsere kinder. da hilft uns fundamentaler altruismus nicht!

Dolomiticus
Dolomiticus
Grünschnabel
23 Tage 8 h

Ja, scheint wohl doch nicht die Lösung zu sein, sind diese Attentäter doch meist Inländer… würde eher dazu tendieren, jene, die sich dann immer bereits als “polizeibekannt” und “seit längerem im Visier der Polizei” gleich beim ersten Verdacht hops zu nehmen und präventiv wegzusperren. Zum Schutz der eigenen Bevölkerung könnte Europa durchaus ein eigenes Guantanamo vertragen, finde ich…

Neumi
Neumi
Superredner
19 Tage 10 h

@enkedu Klar, aber eine Mauer oder “geschlossene” Grenze eben auch nicht. Das ist nur Augenwischerei.
Btw, wenn du magst, verkauf ich dir Steine, die Tiger fernhalten. Funktioniert in den Alpen wunderbar.

Pork
Pork
Grünschnabel
23 Tage 13 h

Der Islam gehört zu Europa, auch wenn sich die Schon-länger-dort-Lebenden erst daran gewöhnen müssen…

BAS
BAS
Grünschnabel
23 Tage 11 h

dann ist ja ok

Pork
Pork
Grünschnabel
23 Tage 10 h

Sarkasmus aus

Nathan
Nathan
Grünschnabel
23 Tage 10 h

Ironie gut und Recht aber diese Art von Islam hat in Europa nichts zu suchen. Sonst sollen diese Glaubensbrüder diese Massenmorde aufs Schärfste verurteilen.

Alpenrepuplik
Alpenrepuplik
Universalgelehrter
23 Tage 12 h

Töten Unschuldige, mit Fahrzeugen, Messer, usw..,,was nun folgt ist ein Bedauern der Politik und Brüssel. Dagegen gemacht wird immer noch zuwenig. Mein Beileid den Hinterbliebenen und Betroffenen. R.I.P.

BAS
BAS
Grünschnabel
23 Tage 11 h

Wer in seinem Land die IS-Flagge erlaubt, brauch sich nicht wundern

peterle
peterle
Tratscher
23 Tage 12 h

Nun ist also Schweden an der Reihe und europäische Politiker werden weiterhin zu keinem Beschluss bezüglich Ilegaler Einwanderung zu Stande bekommen. Unschuldige müssen und werden noch sterben nur weil kein Politiker/in den A … hochbekommt um Massnahmen zu beschließen die grundlegend greifen.

geh mir net
geh mir net
Grünschnabel
23 Tage 13 h

Vermute mal psychisch krank und nicht Michel Lundberg

schuetze
schuetze
Grünschnabel
23 Tage 11 h

Wir werden noch viel Schrecklicheres sehen müssen in der Zukunft.

maria zwei
maria zwei
Superredner
23 Tage 9 h

@schuetze ….davon bin ich auch überzeugt

Solbei
Solbei
Tratscher
23 Tage 9 h

@schuetze Jooo leider wohr.

herz ass
herz ass
Grünschnabel
23 Tage 13 h

immer unschuldige Leit wos draufzohln.
I frog mi wonn isch endlich Schluss !!!😭😭

gauni2002
gauni2002
Universalgelehrter
23 Tage 12 h

Ich kann mich noch daran erinnern, als die deutsche  Kanzlerin empfahl, Flüchtlingen die Erreichung eines LKW Führerscheines zu erleichtern. 

schuetze
schuetze
Grünschnabel
23 Tage 11 h

Wer absichtlich einen Fuchs in den Hühnerstall lässt ist ein Krimineller.

Dolomiticus
Dolomiticus
Grünschnabel
23 Tage 12 h

So Leute, ich hab jetzt langsam die Schnauze voll von diesen Sachen…

Pork
Pork
Grünschnabel
23 Tage 10 h

Schweden ist gescheitert.

king76
king76
Grünschnabel
23 Tage 9 h

net lei schweden…..gonz europa 😠

moler
moler
Grünschnabel
23 Tage 11 h

Nit schun wieder
Ober worscheinlich werden mir ins no viele johre mit den obfindn miesn
Mein beileid in die betroffenen

Nathan
Nathan
Grünschnabel
23 Tage 10 h

Sie greifen jene Länder an, die ihnen Unterkunft und ein neues zu Hause geben. Wie undankbar müssen diese Kreaturen eigentlich sein und dann darauf hoffen ins Paradies zu kommen?!
Es erhärtet sich immer mehr der Verdacht, dass viele von diesen Menschen ihre Herkunftsländer verlassen, weil sie dort für Krieg gesorgt haben. Dann ziehen sie in ein anderes Land und das Spiel beginnt von vorn. Ich bin für drastische Maßnahmen. Jeder der auch nur in den Verdacht kommt dem Terrorismus nahe zu stehen, ab in den Kerker und Schlüssel verlieren und gleichzeitig für diese Massenmörder die Menschrechte überdenken.

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
23 Tage 12 h

um dies nach der Tat fest zu stellen braucht es den Geheimdienst ?
Wo sind wir denn eigentlich angekommen mit der Professionalität ,
es ist wirklich nur mehr ein Witz.

traktor
traktor
Tratscher
23 Tage 9 h

und jetzt werden die eu typen wieder alles bedauern anstatt aufs volk zu hören und den wahnsinn beenden!

tresel
tresel
Superredner
23 Tage 13 h

wo fürhrt das hin?

zockl
zockl
Tratscher
23 Tage 12 h

schon wieder! es ist schlimm!

Neumi
Neumi
Superredner
23 Tage 10 h

Dann hat Trump sich nur mit dem Datum vertan, das ihm die CIA genannt hat.

Suedtirolergirl
23 Tage 7 h

Ma de Politiker. Ietz tuets ihmen wieder load. Sie sein dejenigen de mit schärfere Gsetze des Volk wieder außibringatn.
Ober sell wert nie passieren!
Viel Kroft in die Angehörigen 😢
Wenn wochen die Leit endlich au?

LoennebergerMichel
LoennebergerMichel
Grünschnabel
22 Tage 22 h

Europa mittendrin, im neuen weltkrieg!!! 😯

patriot
patriot
Grünschnabel
22 Tage 22 h

beileid den hinterbliebenen

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